04.07.2009
Hinter der Begeisterung vieler Europäer über den Sieg Barack Obamas bei den US-Präsidentschaftswahlen verbirgt sich das Unbehagen über den eigenen Umgang mit Minderheiten und Zuwanderern, schreibt die Tageszeitung Die Presse: "Barack Obamas Wahlsieg wirkt auf eine zunehmend fatale Art inspirierend, sowohl in der Kritik als auch in der Zustimmung. Einerseits spricht aus etlichen Reaktionen kaum verhohlener Rassismus (Klaus Emmerich [österreichischer Fernsehjournalist]) oder halblustige Verblödung (Silvio Berlusconi [italienischer Ministerpräsident]). Andererseits verbirgt sich in der bis zur Hysterie gesteigerten Begeisterung vieler Europäer über diesen Sieg das Unbehagen über den eigenen Umgang mit Minderheiten, Zuwanderern und Deklassierten. Der Atlantische Ozean fungiert dabei als eine Art moralisches Entlastungsgerinne. ... Vielleicht werden die Jüngeren unter uns noch einen türkischstämmigen Bundeskanzler erleben. Aber nur, wenn es zu einer gesteuerten Zuwanderungspolitik und zu einer radikalen Änderung der Integrationspolitik kommt."
» zum ganzen Artikel (externer Link, deutsch) Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Migration, » Integration, » Europa Alle verfügbaren Texte von » Michael Fleichhacker
» zur gesamten Presseschau vom Montag, 10. November 2008
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