04.07.2009
Die liberale Wochenzeitung Respekt, welche die Debatte um den weltbekannten tschechischen Schriftsteller Milan Kundera und seinen mutmaßlichen Verrat eines Oppositonellen angestoßen hatte, setzt sich kritisch mit der Solidaritätserklärung internationaler Autoren gegenüber Kundera auseinander: "Ihnen geht es nicht um Fakten, sondern um die Reputation [Kunderas]. ... Gelten für einen berühmten Schriftsteller andere Regeln als für Normalsterbliche? Auch wenn man in Kunderas Büchern Spuren des Schicksals von Miroslav Dvořáček findet [er musste 14 Jahre in einem Straflager schuften], Beweise finden wir nicht. Aber es geht nicht um das, was Kundera geschrieben hat, sondern darum, was geschehen ist: um ein [Kundera belastendes] Polizeiprotokoll und um das Schicksal Dvořáčeks. In einem Land, in dem Hunderttausende unschuldig in Lagern und Gefängnissen landeten, haben wir heute die Pflicht zu ermitteln, wie es dazu kommen konnte."
» zum ganzen Artikel (externer Link, tschechisch) Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Literatur, » Geschichte, » Tschechien Alle verfügbaren Texte von » Tereza Brdečková
» zur gesamten Presseschau vom Montag, 10. November 2008
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