05.07.2009
Der Kolumnist Simon Jenkins schreibt in der Tageszeitung The Guardian anlässlich des Abzugs der Briten aus dem Irak über den Wahnwitz des Krieges in Afghanistan: "In [der südirakischen Stadt] Basra hatten die Briten immerhin den zerfledderten Rest eines Kriegsplans. In [der südafghanischen Provinz] Helmand ist ihr einziger Plan, für die Zielscheiben-Übungen der Taliban herzuhalten. ... Die größte Ehre, die Großbritannien den Gefallenen im Irak zollen kann, ist zu fragen, warum noch mehr Menschen in Afghanistan sterben sollen. Warum darauf warten, dass nochmals so viele Soldaten (schon 134) getötet werden? Warum warten, dass nochmals so viele Zivilisten sterben, dass die Infrastruktur zerstört wird? ... [Premierminister Gordon] Brown sollte für seine Unterstützung der Professionalität und des Mutes der britischen Truppen gelobt werden, aber er schuldet ihnen mehr als Worte. Er schuldet ihnen brutale Ehrlichkeit bei der Bewertung des politischen und strategischen Zwecks, der jetzt so viel von diesem Mut kostet. ... Aufrichtigkeit bleibt weiterhin das größte Opfer dieser Kriege. Diejenigen, die - von links oder rechts - [die Kriege in] Irak und Afghanistan bejubelt haben, wagen nicht zuzugeben, dass sie falsch liegen könnten. Wenn sich jetzt das Nachwort zum Irak wie das zu einem gut durchgeführten Einsatz liest, wird es wie ein tödlicher Magnet wirken, der die britische Politik zu einem ähnlichen Desaster und britische Soldaten in ihren Tod in Helmand zieht."
» zum ganzen Artikel (externer Link, englisch) Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Sicherheitspolitik / Krisen / Kriege, » Großbritannien, » Asien, » Irak Alle verfügbaren Texte von » Simon Jenkins
» zur gesamten Presseschau vom Freitag, 19. Dezember 2008
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