05.07.2009
Der britische Erfolgsschriftsteller Antony Beevor hat ein von ihm in den achtziger Jahren publiziertes Buch über den spanischen Bürgerkrieg ("The Battle for Spain") neu geschrieben. Die Öffnung der russischen Archive habe eine Neubewertung der Ereignisse notwendig gemacht, sagt Beevor im Interview mit Jenny Aschenbrenner: "Wenn eine Nation versucht, über eine schwere Periode hinwegzukommen, deckt man die Wunde oft mit einem Verband zu, riskiert jedoch, dass sich diese darunter entzündet. Nach dem Tod Francos wollte Spanien seine Vergangenheit so schnell wie möglich vergessen, blickte nur nach vorn. Seither aber ist das Interesse an dem, was tatsächlich passierte, kontinuierlich gestiegen. Insbesondere die Linke hat das Bedürfnis zu trauern. Je älter ich werde, desto mehr erkenne ich, dass Geschichte mehr von Fragen handelt als von endgültigen Schlussfolgerungen."
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