Was tun gegen Impfmüdigkeit?

Die Zahl der Masernfälle hat sich im Jahr 2017 fast verfünffacht. Mit dieser Zahl schlägt die Weltgesundheitsorganisation WHO Alarm und macht mangelnde Impfbereitschaft dafür verantwortlich. Diese zählt sie zu den weltweit größten Gesundheitsrisiken, auch angesichts der Tatsache, dass sich Krankheiten wieder ausbreiten, die schon fast ausgerottet waren. Journalisten schließen sich der Warnung an.

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Kurier (AT) /

Strenge Regeln für Krankenhäuser

Die Zahlen sprechen für sich, findet der Kurier:

„Wer Masern nach dem Motto 'Was einen nicht umbringt, macht einen stärker' verharmlost, kennt die Fakten nicht oder will sie nicht sehen: In der EU sind 37 Menschen alleine im Jahr 2017 an Masern gestorben (weltweit sogar bis zu 160.000). Jede fünfte Erkrankung muss im Spital behandelt werden - ganz zu schweigen von den (nachgewiesenen!) gesundheitlichen Folgen einer durchgemachten Masernerkrankung. Absurd, wenn man bedenkt, dass die Krankheit längst ausgerottet sein könnte. Höchste Zeit, den Mut für eine Impfpflicht aufzubringen - zumindest für Spitalsbedienstete.“

Lidové noviny (CZ) /

Ärzte müssen wieder zu Autoritäten werden

Da ein Masernverdacht erstmals zur Schließung einer Kantine im tschechischen Parlament geführt hat, hofft Lidové noviny auf ein Handeln der Politik:

„Noch sind die Abgeordneten alle gesund und munter. Früher oder später werden sie sich aber dem Problem widmen müssen. ... Das Impfen ist zu einem politischen Zankapfel geworden. Für die Mehrheit der Bevölkerung ist es eine vernünftige Maßnahme, um die Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern. Eine Minderheit hält Impfungen für gefährlich und wirkungslos. Rationale Argumente scheinen in diesem Streit kein Gehör zu finden. Doch allein schon durch die Reisefreudigkeit der Menschen werden Masern immer wieder eingeschleppt. Sicher ist, dass es ohne Impfungen nicht geht. Wir müssen darüber nachdenken, weshalb die Autorität unserer Ärzte verfliegt und wie man sie erneuert.“