Die Europäische Zentralbank hat angekündigt, zum Jahresende ihre umstrittenen Käufe von Staatsanleihen einzustellen. Für einige Kommentatoren ist dies insbesondere mit Blick auf Italiens neue Regierung ein längst überfälliger Schritt. Andere glauben, dass die EZB durch ihre lockere Geldpolitik Europa ein Stück weit gerettet hat.

Spaniens neuer Innenminister Fernando Grande-Marlaska hat in einem Interview angekündigt, er wolle alles daran setzen, den Natodraht an den Grenzzäunen in Melilla und Ceuta zu entfernen. Der Einsatz der messerscharfen Klingen zur Grenzsicherung ist auch in Spaniens Medien umstritten.

Die EU-Kommission will die Vereinbarkeit von Beruf und Familie verbessern und eine gerechtere Verteilung von Betreuungs- und Pflegeaufgaben zwischen Männern und Frauen erreichen. Dass sie dabei eine verpflichtende Elternzeit für Väter anstrebt, stößt der bürgerlich-liberalen Koalition Dänemarks sauer auf. Die Medien des Landes beschäftigen sich mit dem Widerstand der Regierung.

Nach der Legalisierung von Abtreibungen streiten Ärztevertreter, Regierung und Frauenrechtlerinnen in Irland darüber, ob einzelne Mediziner aus Gewissensgründen die Durchführung eines Schwangerschaftsabbruchs ablehnen dürfen. In irischen Medien melden sich Befürworter beider Seiten zu Wort.

Mit dem Eröffnungsspiel Russland gegen Saudi-Arabien startet am heutigen Donnerstag die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland - überschattet von der Diskussion um den umstrittenen Gastgeber. Europas Presse blickt auf den Preis, den die gewöhnlichen Bürger für die WM zahlen müssen, und erinnert daran, dass die Welt vor acht Jahren, als Russland den Zuschlag bekam, noch ganz anders aussah.

Als Ägyptens WM-Hoffnungsträger gilt Stürmerstar Mohamed Salah. Der Spieler nimmt nach einer Schulterverletzung doch am Turnier in Russland teil. Vom Torschützenkönig des FC Liverpool erwarten einige Zeitungskommentatoren allerdings mehr als nur fußballerische Leistungen. Andere fürchten, dass zu viel von ihm verlangt wird.

Das Treffen zwischen Kim und Trump ist noch immer ein heiß kommentiertes Thema. Aus China kommen lobende Worte, während man sich in anderen Teilen der Welt fragt, was der Iran von Nordkorea lernen kann und warum ausgerechnet Trump den Deal mit Kim Jong-un zustande gebracht hat.

Österreichs Bundeskanzler Kurz hat mit Bundesinnenminister Seehofer eine stärkere Zusammenarbeit in der Flüchtlingspolitik vereinbart. Gemeinsam mit Rom sollten Berlin und Wien eine "Achse der Willigen" bilden. Kommentatoren stören sich an der Bezeichnung dieser noch unklaren Kooperation.

Die neue Regierung in Spanien hat angeboten, das Rettungsschiff Aquarius mit 629 Flüchtlingen an Bord in einen Hafen einlaufen zu lassen. Die Überfahrt ist jedoch unter anderem wegen fehlender Vorräte heikel. Malta und Italien hatten tagelang gestritten und die Aufnahme des Schiffes jeweils verweigert. Für Kommentatoren manifestiert sich im Aquarius-Drama das ganze Scheitern von Europas Asylpolitik.

Der Schwager des spanischen Königs Felipe, Iñaki Urdangarín, soll für fünf Jahre und zehn Monate ins Gefängnis. Das Oberste Gericht in Madrid bestätigte das Urteil wegen Veruntreuung von sechs Millionen Euro Steuergeldern sowie Geldwäsche und Betrugs. Spanische Medien finden lobende Worte für die Justiz des Landes, aber auch für die Krone.

Minderheiten in Lettland sollen in Schulen künftig noch mehr auf Lettisch und weniger in ihrer Muttersprache unterrichtet werden. Vorwiegend betrifft das russische Muttersprachler, was Moskau auf den Plan ruft. Ein Mitglied von Putins Menschenrechtsrat soll im Juni nach Lettland reisen, um das Konfliktpotenzial zu bewerten. Die lettische Presse ist außer sich.

Donald Trump hat den G7-Gipfel in Kanada mit einem Debakel enden lassen. Nach seiner Abreise annullierte der US-Präsident via Twitter seine Zustimmung zu der Abschlusserklärung für einen fairen Handel - unter anderem mit Verweis auf Kanadas Einführung von Gegenzöllen. Für Europas Presse stellt sich nun die Frage, ob der Kontinent sich von den USA unabhängig machen kann.

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