Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) wertet Putin-Gegner Nawalny nicht länger als 'gewaltlosen politischen Gefangenen'. Hintergrund sind Beschwerden über dessen frühere Reden. AI verwies auf über zehn Jahre zurückliegende diskriminierende Äußerungen Nawalnys gegen Migranten und gewisse Regionen und Länder, von denen er sich nie distanziert habe. Wem schadet Amnestys Einschätzung?

Nach Ungarn hat nun auch die Slowakei den in der EU bislang nicht zugelassenen russischen Impfstoff Sputnik V gekauft, zwei Millionen Dosen. In Tschechien wirbt Präsident Miloš Zeman schon länger für das russische Vakzin. Kommentatoren aus beiden Ländern sind nicht begeistert.

Joe Biden hat die US-Luftangriffe von vergangenem Freitag auf pro-iranische Milizen in Syrien als Vergeltungsschlag bezeichnet. Zuvor waren Stellungen der USA und ihrer Verbündeten im Irak mehrfach beschossen worden. Für Kommentatoren steckt aber mehr hinter dem ersten Militärschlag unter dem neuen US-Präsidenten.

Impfstoffe gegen Covid-19 sind derzeit eins der gefragtesten Güter. Doch während westliche Staaten bisher vorrangig daran arbeiten, ihre eigenen Bevölkerungen schnellstmöglich zu impfen, nutzen Länder wie China und Russland und zuletzt auch Israel die Gelegenheit, mit Vakzinen Diplomatie zu betreiben. Kommentatoren warnen vor solchen Offensiven ebenso wie vor Impfnationalismus.

Die niederländische Schriftstellerin Marieke Lucas Rijneveld hat nach heftiger Kritik den Auftrag zurückgegeben, das Gedicht von Amanda Gorman zu übersetzen, das die junge schwarze Autorin bei Joe Bidens Amtseinführung vorgetragen hatte. Kritiker hatten angeführt, Rijneveld könne schlecht Englisch, habe keine Übersetzungserfahrung und sei weiß. Besonders am letzten Kritikpunkt scheiden sich die Geister.

Seit dem Sturm auf das Kapitol war Donald Trump von der Bildfläche verschwunden. Nun bekräftigte der Ex-Präsident in einer anderthalbstündigen, gewohnt selbstbewussten Rede auf dem Konservativen-Kongress CPAC seine Absicht, das Weiße Haus 2024 für die Republikaner zurückzuerobern. Eine neue Partei wolle er nicht gründen. Wie stehen seine Chancen - und wie geht es in der gespaltenen Partei weiter?

Laut einem neu veröffentlichten Bericht der US-Geheimdienste hat der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman die Tötung des Journalisten Jamal Khashoggi angeordnet. Der in den USA lebende Khashoggi war am 2. Oktober 2018 im saudischen Konsulat in Istanbul von einem Spezialkommando getötet worden. Bin Salman hatte bisher nur formal Verantwortung dafür übernommen. Kommentatoren fordern nun klare Kante.

Der digitale Corona-Impfpass kommt, darauf haben sich die Teilnehmer des EU-Gipfels am Donnerstag verständigt. Ob mit diesem europaweit gültigen Dokument Reisefreiheiten verbunden sind, ist weiter strittig. Das hatten Griechenland, Spanien, Italien und Österreich gefordert, die stark vom Tourismus abhängig sind. Für viele Kommentatoren ist ohnehin nicht der Zeitpunkt, um darüber zu diskutieren.

Ende Januar 2020 meldete Frankreich den ersten Corona-Fall Europas. Am 23. Februar gingen große Teile Norditaliens in einen Lockdown. Ein Jahr später ziehen Kommentatoren Bilanz - einige ernüchtert, andere leicht hoffnungsvoll.

Die Biden-Administration hat zu verstehen gegeben, dass sie Gespräche mit Teheran über das im Jahr 2015 geschlossene und von Trump aufgekündigte Atomabkommen anstrebt. Zuvor hatte Teheran mitgeteilt, künftig auf freiwillige Transparenzmaßnahmen zu verzichten, weil die USA unter Trump beschlossene Sanktionen noch nicht zurückgenommen haben. Europas Presse versucht, die Signale aus Washington zu deuten.

Aivars Lembergs, Oligarch und einer der einflussreichsten Männer Lettlands, muss ins Gefängnis. Ein Gericht in Riga verurteilte ihn zu fünf Jahren Haft wegen Bestechung und Geldwäsche. Lembergs ist seit 1988 Bürgermeister der Stadt Ventspils, die Lettlands wichtigsten Exporthafen hat. Das Verfahren hatte mehr als zwölf Jahre gedauert. Ein entscheidender Schlag gegen die Korruption in dem baltischen Land?

In Belarus reihen sich die Prozesse gegen Regimegegner aneinander. Vergangene Woche begann das Verfahren gegen den einst wohl größten Widersacher Lukaschenkas, den Ex-Banker Viktar Babarika, außerdem wurden zwei Reporterinnen wegen eines Livestreams hinter Gitter gebracht. Anfang dieser Woche verurteilte ein Gericht jugendliche Demonstranten zu mehreren Jahren Arbeitslager oder Gefängnis.

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