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  Coronavirus

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Berlin, Paris und Rom wollen die Skigebiete in der EU bis zum 10. Januar geschlossen halten, um Covid-Infektionen einzugrenzen. Wien stellt sich quer und will den milliardenschweren Wirtschaftssektor nicht weiter beschädigen, der allerdings zu Pandemiebeginn eine Schlüsselrolle bei der europaweiten Verbreitung des Virus spielte. Für einige Kommentatoren steckt mehr hinter dem Streit als die Angst vor Corona.

Mit der nahenden Verfügbarkeit von Impfstoffen gegen Covid-19 steht Europa vor der Frage, wie das neue Schutzpotenzial möglichst wirkungsvoll genutzt werden kann. Wie geht man etwa damit um, dass sich ein steigender Teil der Menschen in vielen Ländern zumindest unsicher ist, ob sie sich impfen lassen möchten? Einige Kommentatoren wären mit Beschränkungen für Nicht-Geimpfte nicht zimperlich.

Geschenke kaufen, Reisen zu den Verwandten buchen, Plätze im Restaurant reservieren: Jetzt wäre die Zeit, all das zu erledigen, doch Corona ändert 2020 vieles. In den meisten Ländern Europas gelten mehr oder weniger strenge Beschränkungen und Regierungen überlegen, ob sie ihren Bürgern an den Feiertagen etwas mehr Freiheit gönnen können. Medien bewerten die Pläne und machen eigene Vorschläge.

Die Meldungen aus der Pharmaindustrie zur Wirksamkeit ihrer Covid-Impfstoffe machen Hoffnung auf ein absehbares Ende der Pandemie. Doch viele Fragen sind noch ungeklärt, darunter vor allem jene, wie die Impfstoffe global gerecht verteilt werden können. Medien streiten darüber, ob der Markt diese heikle Frage lösen soll oder ob die Weltgesundheit über dem wirtschaftlichen Erfolg der Hersteller steht.

Die österreichische Regierung plant nach dem Ende des harten Lockdowns ab 6. Dezember Corona-Massentests nach dem Vorbild der Slowakei. Mit Antigen-Schnelltests soll zunächst pädagogisches und Polizei-Personal durchgetestet werden und anschließend das ganze Land. Medien in Österreich beleuchten Chancen und Fallstricke verschiedener Teststrategien.

In Großbritannien plant die Regierung, rund um Weihnachten für fünf Tage die geltenden Corona-Regeln aufzuheben. Bis zu vier Haushalte sollen innerhalb geschlossener Räume feiern dürfen. Im Gegenzug soll es dann nach der Formel "Fünf Tage Lockdown pro Festtag" im Januar einen 25-tägigen Lockdown geben.

Der französische Film Hold-Up, der die Corona-Krise als globales Manipulationsunterfangen darstellt, wurde online bereits über drei Millionen Mal angeschaut. Prominente wie Carla Bruni und Juliette Binoche haben das Video empfohlen. Weil der Film viele regierungskritische bis falsche Aussagen unkommentiert lässt, fordern einige Politiker und Wissenschaftler, diese Passagen herauszuschneiden, und sprechen von Verschwörungstheorien.

Im Eilverfahren haben Bundestag und Bundesrat eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes beschlossen. Ein neuer Paragraf listet konkrete Schutzmaßnahmen wie Veranstaltungsverbote, Reise- und Kontaktbeschränkungen auf. Bezüglich möglicher weiterer Regeln ist er offen formuliert. Die Änderung soll es auch Gerichten erleichtern, über die Rechtmäßigkeit von Corona-Regeln zu urteilen.

Schwedens Regierung verschärft den Kampf gegen Corona. Künftig dürfen sich maximal acht Menschen öffentlich versammeln, teilte Premier Stefan Löfven mit. Bislang lag diese Obergrenze bei 50 und unter Umständen sogar 300 Personen. Schweden war lange einen Sonderweg mit relativ lockeren Maßnahmen und Appellen an die Vernunft gegangen. Entsprechend viel Aufmerksamkeit erhält der Kurswechsel.

In Österreich gilt ab Dienstag für mindestens drei Wochen wieder ein umfassender Lockdown. Schulen und fast alle Geschäfte müssen schließen, zudem gelten rund um die Uhr Ausgangsbeschränkungen. "Treffen Sie sich mit niemandem", wandte sich Kanzler Kurz in drastischen Worten an die Bevölkerung. Die Alpenrepublik hat derzeit eine der höchsten Infektionsraten Europas. Wie konnte es dazu kommen?

Die Lockdowns und Teil-Lockdowns, zu denen sich fast alle europäischen Regierungen durch die zweite Corona-Welle veranlasst sahen, drohen Unternehmen und Menschen erneut in Existenznöte zu bringen. Das heizt auch die Diskussion um geeignete Auffangmaßnahmen wieder an. Die Presse debattiert, wer jetzt am dringendsten Unterstützung braucht und ob Staatshilfen generell das richtige Rezept sind.

Seit Montag sind in Portugal neue Corona-Maßnahmen in Kraft. Zwischen 23 und 5 Uhr müssen die Menschen zu Hause bleiben, am Wochenende gilt sogar schon ab 13 Uhr. Mit dem weichen Lockdown will die Regierung die steigenden Infektionszahlen eindämmen und gleichzeitig Wirtschaft und Alltag am laufen halten. In Portugals Medien macht sich Empörung bis hin zu Sarkasmus breit.

Mit steigenden Infektionszahlen und einer teilweise unkontrollierten Ausbreitung des Coronavirus in einigen Regionen Europas wird der Ruf nach Schulschließungen wieder lauter. Anders als im Frühjahr wollen viele Regierungen in der aktuellen Welle die Bildungseinrichtungen möglichst offen halten, um negative Folgen für Kinder und Jugendliche zu vermeiden. Doch wie lange lässt sich das durchhalten?

Nachdem Biontech und Pfizer und kurz darauf auch der US-Konzern Moderna einen Durchbruch bei der Entwicklung hochwirksamer Corona-Impfstoffe vermeldet hatten, ist die Hoffnung auf eine Überwindung der Pandemie durch flächendeckende Immunisierung gestiegen. Während einige Kommentatoren geradezu euphorisch werden, sehen andere noch erhebliche Hürden und Gründe für Skepsis.

Vom heutigen Montag an gilt in Rumänien ein Teil-Lockdown. Er sieht unter anderem die Schließung von Gemüsemärkten vor. Nach scharfer Kritik der Landwirte will die Regierung mit Städten und Gemeinden eine differenzierte Regelung finden - und das ist ganz im Sinne der Kommentatoren.

EU-Gegner Nigel Farage will seine Brexit Party in Reform UK umbenennen und sich auf den Protest gegen die aus seiner Sicht zu restriktive Corona-Politik der Regierung konzentrieren. Premier Johnson hatte am Samstag einen weiteren mehrwöchigen Teil-Lockdown angekündigt. Die Chancen stehen gut für Farage, dass er mal wieder die britische Politik aufmischt, meinen Journalisten.

In der Slowakei sind am Wochenende etwa drei der fünf Millionen Einwohner des Landes auf eine Corona-Infektion getestet worden. Die ungewöhnliche Aktion, die am kommenden Wochenende fortgesetzt werden soll, wurde auch im Ausland aufmerksam verfolgt - könnte sie doch womöglich als Vorbild dienen. Das Echo in der Landespresse fällt sehr verschieden aus.

Viel wurde unternommen, um ihn zu vermeiden, eindringlich wurde vor ihm gewarnt, doch mittlerweile ist der sogenannte Lockdown in vielen europäischen Ländern wieder Realität. Anders als vor einem halben Jahr bleiben jedoch Kitas und Schulen meist geöffnet – weshalb neu auch von einem Teil-Lockdown gesprochen wird. Doch wie schon im Frühjahr scheiden sich an den Maßnahmen auch diesmal die Geister.

Das Kabinett der spanischen Linksregierung hat am Dienstag einen Haushaltsentwurf verabschiedet, der eine starke Ausweitung der öffentlichen Ausgaben sowie Steuererhöhungen für Großkonzerne und Reiche vorsieht. Kommentatoren diskutieren, ob das der richtige Weg ist, die Folgen der Coronakrise abzufedern.

Mit neuen Lockdowns und Teil-Lockdowns in vielen Ländern Europas rücken auch die wirtschaftlichen Folgen solch einschneidender Maßnahmen wieder in den Fokus. Europas Presse ist sich einig, dass es nun weitere Auffangmaßnahmen braucht - nicht aber darin, ob neue Unterstützungsfonds das richtige Rezept sind, und an wen jetzt Gelder fließen sollten.

Europas Regierungen sind alarmiert angesichts dramatisch steigender Corona-Infektionszahlen. In einigen Ländern wie Irland oder Tschechien wurden wieder Geschäfte geschlossen, in Spanien gilt seit Montag eine Ausgangssperre, Italien versucht, der Lage unter anderem mit der Schließung von Restaurants ab 18 Uhr Herr zu werden. Doch diese Maßnahmen ernten immer mehr Widerspruch aus der Presse.

Weltweit wird in hohem Tempo an einem Corona-Impfstoff geforscht. Deutschlands Gesundheitsminister Jens Spahn rechnet "Anfang nächsten Jahres" mit einem Impfstoff, wie er am Freitag erklärte. Doch Kommentatoren zweifeln, ob das Virus dadurch tatsächlich so weit zurückgedrängt werden kann, dass ein Leben ohne Einschränkungen wieder möglich ist.

In Irland gelten von Mittwochnacht an wieder strengere Corona-Maßnahmen. Geschäfte müssen schließen, Treffen mit anderen Haushalten in Innenräumen werden untersagt. Schulen und Kindergärten bleiben aber offen. Premier Micheál Martin kündigte in einer Fernsehansprache an, die Beschränkungen zunächst sechs Wochen aufrecht zu erhalten. Die Presse ist gespalten.

Angesichts stark steigender Corona-Infektionszahlen haben viele Regierungen wieder strengere Eindämmungsmaßnahmen angeordnet. Während viele Pressestimmen es angesichts der ernsten Lage inzwischen nicht mehr angemessen finden, über Sinn und Akzeptanz von Maßnahmen zu diskutieren, ärgern sich andere über widersprüchliche Regelungen.

Um die rapide wachsende Zahl von Corona-Infektionen in der Slowakei zu begrenzen, will Premier Igor Matovič die gesamte Bevölkerung ab zehn Jahren einem der neuen Antigen-Schnelltests unterziehen. Sollte er mit seinem Plan auf Widerstand stoßen, trete er zurück, drohte er. Eine sinnvolle Aktion?

Viele Länder Europas verschärfen derzeit die Corona-Maßnahmen, um die starke Zunahme von Infektionen einzudämmen. Die neuen Verordnungen reichen von Maskenpflicht im öffentlichen Raum, der Schließung von Bars und Restaurants bis hin zu kompletten Ausgangssperren in der Nacht. Kommentatoren empfehlen der Politik, dabei öfter einmal den Blick über die Landesgrenzen hinaus zu werfen.

Der Streit über den EU-Haushalt 2021 bis 2027 und den damit verbundenen Corona-Wiederaufbaufonds geht weiter. Das Europaparlament hat einen Kompromissvorschlag Berlins zurückgewiesen, Polens Vize-Regierungschef Kaczyński droht mit einem Veto. Der Knackpunkt: Sollen Ländern, die Rechtsstaatkriterien verletzen, Gelder gestrichen werden? Kommentatoren stimmt nicht nur dieses Tauziehen nachdenklich.

Zumindest den offiziellen Zahlen nach liegt die Ansteckungsrate in China extrem niedrig. Während der sogenannten Goldenen Woche feierten Millionen Chinesen den Nationalfeiertag und das Mondfest mit Inlandsreisen. Mobilität und Konsum steigen. Der starke Kontrast zur zweiten Welle in Europa beschäftigt die Presse.

Die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie nehmen zunehmend dramatische Ausmaße an: In Indien und Venezuela grassiert der Hunger. Weltweit haben Menschen infolge von Lockdowns und verminderter Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen ihre Einnahmen verloren. Die Prognosen der Weltbank sehen entsprechend düster aus. Europas Presse spiegelt die Probleme und diskutiert Lösungen.

Wegen der stark ansteigenden Zahl von nachgewiesenen Corona-Infektionen haben viele europäische Staaten wieder härtere Beschränkungen angeordnet: von der Schließung von Bars und Kultureinrichtungen bis hin zu einer Maskenpflicht im Freien. Über den Sinn und Unsinn einzelner Maßnahmen wird in Europas Kommentarspalten heiß diskutiert.

Portugal und Spanien gehen mit unterschiedlicher Strategie an den wirtschaftlichen Wiederaufbau nach der Corona-Krise heran: Während Spanien mit hohen Schulden und der EU-Förderung starke Konjunkturanreize setzen will, verzichtet Portugal auf die Corona-Kredite der EU. Journalisten in beiden Ländern können der Herangehensweise ihrer Regierungen etwas abgewinnen, haben aber auch ihre Sorgen.

Nach seiner Rückkehr aus dem Krankenhaus ins Weiße Haus hat der Corona-infizierte US-Präsident Trump vor laufenden Kameras die Maske abgenommen. Via Twitter rief er die Menschen dazu auf, keine Angst vor dem Virus zu haben. Unter Trumps Mitarbeitern breitet sich das Virus derweil aus. Die Selbstinszenierung des Präsidenten bietet weiterhin viel Diskussionsstoff.

Im Finale um den europäischen Supercup hat der FC Bayern am Donnerstag den FC Sevilla mit 2:1 besiegt. Obwohl der Austragungsort Budapest zuletzt mehr als 100 Corona-Fälle pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen verzeichnete, hatte die Uefa an dem Match festgehalten, das als Pilotprojekt zur Zuschauerrückkehr dienen sollte. Kommentatoren diskutieren Sinn und Unsinn dieses Testlaufs.

Europaweit steigen die Infektionszahlen rapide und brechen in vielen Ländern alle bisherigen Rekorde. Politiker mahnen, dass ohne mehr Disziplin der Bürger neue Lockdowns unvermeidbar sind. Genau davor warnte indes der WHO-Sonderbeauftragte für Corona, David Nabarro; Regierungen sollten die Pandemie vorzugsweise mit anderen Mitteln bekämpfen. Europas Presse skizziert ein Dilemma.

In seiner Thronrede zur Eröffnung des parlamentarischen Sitzungsjahres am Dienstag hat der niederländische König Willem-Alexander die Pläne der Regierung für die nächsten zwölf Monate vorgestellt. Trotz einer bereits hohen Staatsverschuldung will Premier Rutte massiv investieren und weitere Schulden aufnehmen, um die Wirtschaft des Landes durch die Corona-Krise zu bringen. Die Presse ist gespalten.

Eingeschränkte Sozialkontakte, Planungsunsicherheit, Auflagen für Arbeit und Beruf: Nach Monaten der Pandemie ist der Alltag der meisten Menschen nach wie vor eingeschränkt. Und was die Infektionszahlen betrifft, stehen die Zeichen fast überall wieder auf Verschärfung der Lage. Europas Presse überlegt, wie die Menschen trotzdem optimistisch bleiben und Geduld und Disziplin behalten können.

In der Türkei hat das neue Schuljahr Ende August ausschließlich digital begonnen. Eigentlich sollten dann am 21. September alle Kinder und Jugendlichen wieder in die Klassenräume zurückkehren - doch auch daraus wird nichts: Vorerst finden nur für die Vorschule und die erste Klasse Präsenzunterricht statt, alle anderen Jahrgangsstufen werden weiter online beschult. Kommentatoren sind alarmiert.

Der Pharmakonzern Astra Zeneca hat die klinische Studie zur Erforschung eines Covid-Impfstoffs vorübergehend gestoppt, da bei einem Probanden gesundheitliche Probleme aufgetreten waren. Nun werde von unabhängiger Seite geprüft, ob die Erkrankung mit dem Serum zu tun habe, so der Konzern. Für Europas Medien ist das eher ein Grund zur Freude denn zur Enttäuschung.

Reisewarnungen, Quarantäneauflagen, Beherbungsverbote, ausbleibende oder in letzter Minute stornierte Buchungen: Der Tourismus-Sektor wird von der Corona-Krise besonders hart getroffen, und eine Trendwende ist nicht in Sicht. Beobachter beschreiben fatale Folgen für die Menschen, die mit Urlaubern ihr täglich Brot verdienen, und für die Umwelt.

Ungarn verbietet seit Dienstag den meisten Ausländern die Einreise und begründet den Schritt mit steigenden Ansteckungszahlen. Nach heftigen Protesten wurden Ausnahmen für Reisende aus den drei anderen Visegrád-Staaten Tschechien, Polen und Slowakei eingeführt. Nicht nur die EU, sondern auch Kommentatoren kritisieren die Grenzschließung.

Rund 38.000 Menschen haben am Samstag in Berlin gegen die Corona-Maßnahmen in Deutschland protestiert. Dabei duldeten sie auch Rechtsextreme in ihren Reihen, es kam mehrfach zu Ausschreitungen, zudem stürmten aggressive Demonstranten trotz Absperrungen die Treppe zum Reichstag. Pressekommentare zeugen von Bestürzung und Empörung.

Die Berliner Corona-Demonstration mit Zehntausenden Teilnehmern Ende August hat europaweit viel Beachtung erfahren. Nun sind eine Woche später auch in Rom und Zagreb Tausende Menschen gegen die Pandemie-Maßnahmen auf die Straße gegangen. Kommentatoren versuchen zu ergründen, woher der Frust und das Unverständnis der Protestierenden rühren und wie man ihnen begegnen sollte.

Das Eindämmen der Pandemie hat seit Monaten weltweit oberste Priorität. Dass dabei Kultur, Bildung, Soziales und die Versorgung von Patienten mit anderen Leiden in den Hintergrund treten, besorgt Kommentatoren aus den unterschiedlichsten Winkeln des Kontinents.

EU-Kommissar Phil Hogan ist am Mittwoch zurückgetreten. Irlands Regierung hatte auf den Rücktritt Hogans gedrängt, nachdem auch der Landwirtschaftsminister auf sein Amt verzichtet hatte. Die beiden hatten zuvor gegen irische Corona-Regeln verstoßen, indem sie an einer Dinnerparty mit 80 Gästen teilnahmen. Hat die Regierung richtig gehandelt?

Der Welterschöpfungstag fand 2020 erstmals später statt als im Vorjahr. Am 22. August, und damit mehr als drei Wochen später als 2019, hat die Menschheit die natürlichen Ressourcen verbraucht, die die Erde im Laufe eines Jahrs regenerieren kann. Die Covid-19-Krise hat den ökologischen Fußabdruck der Menschheit in diesem Jahr schrumpfen lassen. Doch ist diese Entwicklung von Dauer?

In Lissabon werden derzeit die entscheidenden Partien der Fußball-Champions League 2019/2020 ausgetragen - aufgrund der Pandemie in einem besonderen Modus: Alle Spiele ab den Viertelfinals finden innerhalb weniger Tage ohne Zuschauer am selben Spielort statt, und die Duelle werden wie bei WM-Turnieren in einer einzigen Partie entschieden. Kommentatoren diskutieren die Zukunft dieses Formats.

Steigende Infektionszahlen beunruhigen viele europäische Regierungen. Immer neue Reisewarnungen und Risikogebiete werden ausgerufen. Wissenschaftler warnen, dass die Covid-19-Pandemie im Herbst wieder außer Kontrolle geraten könnte. Auch einige Kommentatoren sind besorgt und fordern neue Maßnahmen, während andere von übertriebenen Reaktionen abraten.

Der rasante Anstieg von Neuinfektionen in Griechenland lässt die Angst vor einer "zweiten Welle" wachsen. Als Reaktion darauf beschloss die Regierung erneute Einschränkungen. Unter anderem müssen alle Tavernen, Bars und Discos in zahlreichen bekannten Urlaubsregionen des Landes spätestens um Mitternacht schließen. Während in einigen Medien ebenfalls die Angst umgeht, schreiben andere dagegen an.

Zum Höhepunkt der Urlaubssaison ist in vielen Ländern die Zahl der Corona-Infizierten wieder stark angestiegen. Reisewarnungen werden ausgesprochen, Urlaubsregionen wieder zu Risikogebieten erklärt. Mit umfangreichen Tests der Reiserückkehrer versuchen einige Länder, die Kontrolle über das Infektionsgeschehen zu behalten. Kommentatoren sehen einige der Maßnahmen kritisch.

Aufgrund des Prüfungsausfalls wegen der Corona-Pandemie wurden die Ergebnisse des A-Levels, des britischen Abiturs, in diesem Jahr mithilfe eines Algorithmus berechnet. Dabei kamen Noten heraus, die in vielen Fällen wesentlich schlechter sind als die Empfehlungen der Lehrer – was wohl insbesondere Schüler aus benachteiligten Familien trifft, während Schüler von Privatschulen davon profitiert haben sollen.

Russland hat als erstes Land einen Impfstoff gegen das Coronavirus zur allgemeinen Anwendung zugelassen. Sputnik V sei effektiv und sorge für eine beständige Immunität, sagte Kremlchef Putin am Dienstag. Wissenschaftliche Daten wurden aber noch nicht veröffentlicht. Journalisten warnen nicht nur vor gesundheitlichen Risiken.

Trotz Corona darf auch dieses Jahr das Polit- und Kulturfestival Festa do Avante! in Seixal stattfinden, organisiert von der kommunistischen Partei Portugals (PCP). Gewöhnlich kommen dort um die 100.000 Besucher zusammen. Die Entscheidung hat im Land zu einer hitzigen Debatte geführt: Ungerecht oder ein Schritt in die richtige Richtung unter vorbildlicher Organisation?

In Spanien steigen die Covid-19-Fallzahlen vielerorts wieder stark an. Die Gesundheitsbehörden führen dabei die Hälfte der Neuinfektionen auf Familienfeiern und Partys zurück. Der Leiter des Corona-Krisenstabs, Fernando Simón, warnte speziell die Jugend: "Ihr bringt nicht nur euch selbst in Gefahr, sondern das ganze Land." Die Politik sollte aber nicht mit Verboten reagieren, mahnen Kommentatoren.

In fast allen europäischen Ländern hat die Schule in den vergangenen Wochen wieder begonnen. Überall wurde heftig gestritten, ob und wie trotz Pandemie ein möglichst normaler Unterrichtsalltag möglich ist. Europas Kommentarspalten spiegeln ein alles andere als ungetrübtes Ferienende.

In vielen Ländern haben die Kinos nach dem Lockdown wieder geöffnet. Doch insbesondere für kleine Betreiber lohnt sich der Betrieb kaum, da die Abstandsregeln weniger Ticketverkäufe zulassen. Weitere Zuschauer bleiben aus Angst vor Ansteckung weg, oder weil sie sich an die Bequemlichkeit der Streamingdienste gewöhnt haben. Die Branche hat ihre Lage zum Teil selbst verschuldet, finden Kommentatoren.

In einem Monat beginnt der meteorologische Herbst. Weil kühle, feuchte Bedingungen, wie sie auch in Schlachthöfen herrschen, die Ausbreitung des Coronavirus nach aktuellem Wissensstand begünstigen, befürchten Experten einen starken Anstieg der Fallzahlen. Kommentatoren drängen, dass sich Europa darauf mental und mit konkreten Maßnahmen vorbereiten muss.

Ohne Maske in der U-Bahn, ohne Abstand auf der Demo, in Feierlaune in der Bar... Nach Monaten der Pandemie scheint es, dass immer mehr Menschen die Einschränkungen ihres Alltags nicht länger akzeptieren wollen oder können. Kommentatoren überlegen, wie damit umzugehen ist und diskutieren dabei auch unseren Begriff von Freiheit.

Mehr als eine Millionen Menschen haben in Spanien im zweiten Quartal ihren Job verloren – der schlimmste Einbruch, den es je auf dem spanischen Arbeitsmarkt gab. Hinzu kommt eine unüberschaubar große Masse an Angestellten in Kurzarbeit und Freiberuflern, die fast ohne Aufträge dastehen. Spanische Medien fordern, die Wiederaufbau-Gelder der EU so einzusetzen, dass der Arbeitsmarkt weniger verwundbar wird.

Angesichts erneut steigender Covid-19-Zahlen in vielen Ländern wird auch die Kritik an Europas Pandemie-Management wieder lauter. Auf allen Ebenen lockerten Politiker in den letzten zwei Monaten die Eindämmungsmaßnahmen: Internationale Urlaubsreisen wurden ermöglicht, in einigen Staaten auch größere Tanzveranstaltungen. Kommentatoren fürchten nun die Quittung.

Der österreichische Verfassungsgerichtshof hat wesentliche Teile der Gesetze für rechtswidrig erklärt, die Wien in der ersten Phase der Corona-Pandemie beschlossen hatte, darunter das Betretungsverbot für den öffentlichen Raum und die Regelung, wonach nur Geschäfte bis 400 Quadratmeter öffnen durften. Die Landespresse beklagt eine unverhohlene Geringschätzung Wiens für den geltenden Rechtsrahmen.

Nachdem er die Gefahr durch das Coronavirus monatelang kleingeredet hatte, hat Präsident Trump die Menschen in den USA nun zum Tragen von Masken aufgefordert. In einer Pressekonferenz sagte er, die Menschen sollten einen Mund-Nasen-Schutz benutzen, wenn sie die Abstandsregeln nicht einhalten könnten. Woher rührt der plötzliche Sinneswandel?

Nachdem auch Verhandlungen bis in den frühen Montagmorgen keine Einigung brachten, ist in Brüssel der EU-Gipfel zum Corona-Hilfsfonds in den vierten Tag gegangen. Es habe jedoch deutliche Annäherungen gegeben, betonten EU-Diplomaten. Europas Presse kann diese noch nicht erkennen und zeigt auf, warum die Entscheidungsfindung so schwierig ist.

Covid-19 hat Europas Städte verändert. Aktivitäten an der frischen Luft erfreuen sich gestiegener Beliebtheit, mehr Menschen fahren mit dem Rad zur Arbeit und profitieren dabei von breiteren Fahrradspuren. Auf der anderen Seite geben wegen der Pandemie viele Geschäfte auf; der Trubel der Metropolen ist vielerorts ausgestorben - was Journalisten zu eher düsteren Szenarien verleitet.

Das am heutigen Freitag beginnende EU-Treffen in Brüssel soll endlich eine Einigung zum Corona-Wiederaufbaufonds bringen. Der Vorschlag der Kommission: 500 Milliarden Euro sollen als Zuschüsse vergeben werden, weitere 250 Milliarden als Kredite. Dies lehnen aber insbesondere die Niederlande, Schweden, Dänemark und Österreich ab. Kommentatoren sind sich über Chancen und Folgen möglicher Szenarien uneins.

Nach wochenlangen Diskussionen gilt in Belgien seit Samstag die Maskenpflicht in Geschäften, Kinos und anderen geschlossenen Räumen. Das entschied der durch regionale Repräsentanten ergänzte Ministerrat am Donnerstagabend. In anderen Ländern, etwa Frankreich und der Schweiz, müssen Masken - wie bisher auch in Belgien - nur im Öffentlichen Verkehr getragen werden. Was verändert die Tragepflicht?

Die Proteste in Belgrad, ausgelöst von Präsident Vučićs Ankündigung neuerlicher Corona-Beschränkungen, gehen unvermindert weiter. Nachdem es zwei Nächte lang Ausschreitungen gab, demonstrierten am Donnerstag Tausende Menschen friedlich vor dem Parlament. Kommentatoren analysieren, was die Protestierenden antreibt und kritisieren, dass dem spontanen Unmut eine gemeinsame Richtung fehlt.

Es ist Ferienzeit – doch viele Menschen verzichten auf weite Reisen. In Südeuropa steigen just nun, da die ersten Urlauber wieder kommen, vielerorts die Infektionszahlen. Kommentatoren beschreiben, wie die Tourismusbranche ums nackte Überleben kämpft und gleichzeitig die Hoffnung auf einen Neuanfang aufkeimt. Und sie attestieren der Sehnsucht nach der Ferne eine unbändige Kraft.

Italiens Regierung hat einen 130-Maßnahmen-Plan aufgelegt, mit dem sie auch bisher skeptische EU-Staaten von ihrem Reformwillen zu überzeugen hofft. Mit Bürokratieabbau, mehr Digitalisierung und Investitionen in die Infrastruktur soll die angeschlagene Wirtschaft angekurbelt werden. Premier Conte präsentierte das Paket als "Mutter aller Reformen". Pressestimmen zeigen sich deutlich skeptischer.

Am Montag hat die estnische Regierung nach langen Verhandlungen entschieden, die Einreisebestimmungen für Gastarbeiter zu lockern. Vor allem die Landwirtschaft leidet in Folge der Beschränkungen im Zuge von Covid-19 unter Arbeitskraftmangel, was für die Erdbeerernte im Juni verheerende Folgen hatte. Andere Länder stehen vor ähnlichen Herausforderungen.

Die Zahl der Corona-Infektionen steigt an vielen Orten in Europa aktuell wieder stark an. In Frankreich und Belgien haben die Regierungen deshalb eine strenge Maskenpflicht beschlossen. In Österreich wurde sie wieder eingeführt, nachdem sie bereits abgeschafft worden war. Auch viele Kommentatoren halten den Mund-Nasen-Schutz für das richtige Mittel, um eine zweite Krankheitswelle und einen neuen Lockdown zu verhindern.

Die US-Regierung hat sich einen Großteil der Produktion des Medikaments Remdesivir für die kommenden drei Monate gesichert. Das Medikament gilt derzeit als eines der aussichtsreichsten Mittel gegen schwere Corona-Symptome. Einige Kommentatoren schäumen vor Wut und werfen Washington Egoismus vor. Andere raten Europa, sich für den Kampf um Medikamente zu rüsten.

Dass die Corona-Krise soziale Ungleichheit offenbart und teils noch verschärft, wurde bereits zu Beginn der Pandemie von vielen Beobachtern konstatiert. Nun gesellt sich zu diesen Analysen die Kritik am Umgang einzelner Regierungen mit der Pandemie. So haben Kommentatoren zufolge beispielsweise Stockholm und Ankara einen Teil der Gesellschaft im Stich gelassen.

Am heutigen 1. Juli übernimmt Deutschland die EU-Ratspräsidentschaft. Wie bereits bei der letzten deutschen Ratspräsidentschaft 2007 heißt die Kanzlerin Angela Merkel. Beobachter sehen ihre wichtigste Aufgabe darin, die EU durch die Corona-Krise zu bringen und die Wirtschaft wieder aufzubauen. Europas Presse traut ihr das größtenteils zu, doch es werden auch Zweifel laut.

Der Besucher eines Zürcher Nachtclubs hat möglicherweise mehr als 20 weitere Gäste mit dem Coronavirus angesteckt. Der Versuch, Hunderte weitere Besucher zur Quarantäne zu verpflichten, entpuppte sich als schwierig. Die Kundenkartei war fehlerhaft, ein Drittel der E-Mail-Adressen waren falsch, viele Gäste bekamen keinen Anruf eines Contact-Tracers. Über die Konsequenzen wird nun gestritten.

Die Aktionäre der Lufthansa stimmten am Donnerstag nach monatelangen Verhandlungen einem staatlichen Rettungspaket über neun Milliarden Euro zu. Das Unternehmen war, wie derzeit Fluggesellschaften generell, stark von den Folgen der Corona-Krise betroffen. Für Kommentatoren Anlass, nicht nur über die Zukunft ehemals staatlicher Fluglinien in ihren Ländern nachzudenken.

Nach monatelanger Abriegelung hat das von der Coronakrise gebeutelte und wirtschaftlich stark vom Tourismus abhängige Italien bereits am 3. Juni seine Grenzen geöffnet. Doch nur wenige Urlauber wagen sich zur Zeit ins Land. Ist das Desaster auch die Chance für einen Neustart der Branche?

Der EU-Videogipfel zur konkreten Ausgestaltung des Corona-Wiederaufbaufonds der Union ist am Freitag ohne Ergebnis geendet. Dennoch zeigten sich die Teilnehmer zufrieden über die konstruktive Atmosphäre. Über die strittigen Punkte soll in den nächsten Wochen intensiv verhandelt werden, voraussichtlich auch wieder persönlich. Nicht alle Kommentatoren zeigen sich ähnlich geduldig.

Der SSC Neapel hat die Coppa Italia gewonnen. Im Finale setzte sich Napoli gegen den großen Rivalen Juventus Turin im Elfmeterschießen mit 4:2 durch. Trotz Corona-Regeln versammelten sich daraufhin Tausende Fans in den Straßen Neapels, fielen sich gegenseitig um den Hals und feierten ausgiebig den Sieg. Das bietet Diskussionsstoff.

In Estland ist die Chefin des Gesundheitsamtes, Merike Jürilo, zurückgetreten. Als Grund nannte sie starke Meinungsverschiedenheiten mit der Regierung in der Corona-Krise. Jürilo hatte den forschen Kurs der Koalition aus Zentrumspartei, nationalistischer Ekre und konservativer Isamaa oft kritisiert. Was noch hinter dem Rücktritt steckt, erklären Estlands Medien.

Die niederländische Regierung will die Notmaßnahmen gegen die Pandemie in einem Gesetz verankern. Kritiker des "Corona-Gesetzes" fürchten, künftig nicht mehr gegen verhängte Maßnahmen vorgehen zu können. In den Kommentaren spiegelt sich das Für und Wider.

Die geringere Umweltbelastung während des Lockdowns gehört zu den positiven Nebeneffekten der Corona-Krise: Flugzeuge blieben am Boden, die Stickoxidemissionen sanken, Airlines mussten sich im Gegenzug für staatliche Beihilfen zu ökologischen Auflagen verpflichten. Kommentatoren fordern, Erkenntnisse aus der Krise zugunsten weiterer, nachhaltig positiver Auswirkungen auf den Klimaschutz zu nutzen.

Die Reisefreiheit innerhalb des Schengen-Raums ist mit dem Beginn dieser Woche größtenteils wiederhergestellt, nur vereinzelt gelten wegen der Corona-Pandemie noch Beschränkungen. Zudem markierte der 14. Juni den 35. Jahrestag der Unterzeichnung des Schengen- Abkommens. Für Journalisten der Anlass, die Reisefreiheit zu feiern und Grenzschließungen und Wiederöffnungen kritisch zu hinterfragen.

Die EU-Finanzminister haben den Streit über den Corona-Wiederaufbaufonds der EU auf ihrem virtuellen Gipfel am Dienstag nicht beilegen können. Das europäische Statistikamt Eurostat gab derweil bekannt, dass die Wirtschaftsleistung in der Eurozone im ersten Quartal zwar eingebrochen ist, aber weniger stark als erwartet. Kommentatoren blicken in die Zukunft und machen Vorschläge für die Wiederbelebung der Konjunktur.

Nachdem in den meisten europäischen Ländern die Maßnahmen zur Eindämmung von Covid-19 deutlich gelockert werden konnten, atmet Europa durch. In den Ländern der Südhalbkugel dagegen, die zumeist erst später von der Pandemie erfasst wurden, steigt die Kurve – mit erheblichen Unterschieden bei den Infektionszahlen – häufig noch an. Was sind ihre spezifischen Probleme und was kann Europa für sie tun?

Premier Conte hat seinen Wiederaufbauplan für Italien vorgestellt. Die vom EU-Konjunkturfonds bereitgestellten Mittel sollen dazu genutzt werden, die Wirtschaft wieder anzukurbeln, das Land zu modernisieren und strukturelle Probleme zu beseitigen. Ideen sozialer und wirtschaftlicher Interessengruppen dazu soll die Initiative "Stati generali dell'economia" sammeln. Kommentatoren sind skeptisch.

Im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie stockt die EZB ihre Anleihenkäufe um 600 Milliarden Euro auf. Das nun 1,35 Billionen starke Notprogramm wird zudem bis Ende Juni 2021 verlängert. Das soll Staaten, aber auch Unternehmen helfen, weil sie so für ihre Wertpapiere weniger hohe Zinsen bieten müssen. Angemessen oder übertrieben?

Putin hat das ursprünglich für den 22. April geplante Verfassungsreferendum nun auf den 1. Juli gelegt. Die Abstimmung soll unter Berücksichtigung der Pandemie ablaufen: weitgehend unter freiem Himmel und mit der Möglichkeit, bis zu eine Woche vorher abzustimmen. Wurde auch Zeit, finden einige Kommentatoren. Andere wittern propagandistisches Kalkül.

Vergangenen Freitag hatte Lettland als erster EU-Staat eine eigene Covid-Tracing-App herausgebracht, um Infektionsketten besser nachvollziehen zu können. Die staatliche Anwendung basiert auf einer neuen, von Google und Apple im Rahmen der Pandemie gemeinsam entwickelten Programmierschnittstelle. Bisher haben aber nur etwa 40.000 Personen die App heruntergeladen.

Die große Regierungskoalition in Deutschland hat sich auf ein 130 Milliarden schweres Konjunkturprogramm geeinigt. Es umfasst 57 Punkte, darunter eine Senkung der Mehrwertsteuersätze, 300 Euro Kinderbonus, eine Deckelung der Lohnnebenkosten, eine Kaufprämie für Elektroautos und weitere Unterstützung für Unternehmen und Kommunen. Kommentatoren diskutieren die Maßnahmen kontrovers.

Seit Beginn der Corona-Krise erregt Schweden wegen seines liberalen Umgangs mit der Pandemie Aufmerksamkeit. Zuletzt mehrten sich aufgrund der vergleichsweise hohen Todeszahlen kritische Stimmen. Der führende schwedische Virologe Anders Tegnell hat nun am Mittwoch erklärt, dass die Strategie seines Landes in Teilen revidiert werden müsse. Waren die Schweden mit ihren Behörden zu unkritisch?

Die Neuinfektionen mit dem Coronavirus sind in Europa insgesamt weiter rückläufig – wobei zuletzt in mehreren Ländern Lockerungen zurückgenommen wurden, nachdem die Kennzahlen wieder stiegen. Kommentatoren ziehen in diesen Wochen Zwischenbilanz: Welche Lehren hat Europa aus der Pandemie gezogen, welche Erkenntnisse wären noch nötig?

Infolge der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie hat die Zahl hungerleidender Menschen dramatisch zugenommen. Gleichzeitig bleiben Landwirte wegen gestörter Produktionsabläufe und Lieferketten sowie teils sinkender Nachfrage vielerorts auf ihren Produkten sitzen. Die Verflechtungen und Abhängigkeiten in der Nahrungsmittelversorgung sind deutlich hervorgetreten. Ein Grund für nachdenkliche Plädoyers.

Der rumänische Premier Ludovic Orban ist in Bedrängnis: Ein Foto zeigt ihn und einige Mitglieder seines Kabinetts bei einer Party im Regierungssitz ohne Schutzmasken. Zudem rauchen die Politiker und trinken Alkohol. Orban zeigte sich nach dem Öffentlichwerden des Bildes umgehend selbst an und zahlte gut 500 Euro Strafe. Das behebt den entstandenen Schaden aber nicht, schreiben Kommentatoren.

Ungarn hat am Dienstagabend das Ende des Ausnahmezustands eingeleitet. Dieser hatte es Orbán ermöglicht, von Ende März an auf unbestimmte Zeit per Dekret zu regieren. Die EU-Kommission hatte den Schritt kritisch beäugt. Während die regierungsnahe Presse zufrieden ist, sehen oppositionelle Medien keinen Grund, aufzuatmen.

Jair Bolsonaro, der ultrarechte brasilianische Präsident, hat Covid-19 mehrfach als "kleine Grippe" und die Pandemie als "Inszenierung der Medien" bezeichnet. Nun gilt Brasilien mit mehr als 25.000 Toten und knapp 500.000 registrierten Infizierten als neuer Hotspot. Kommentatoren beschreiben, wie Bolsonaros populistische Politik die Krise noch verschlimmert.

Konzerthäuser, Kinos, Bühnen, Ausstellungen: Sie alle sind in der Coronakrise in arge Not geraten, da sie schließen mussten und bis heute kaum Besucher empfangen können. Kommentatoren fordern vom Staat wirksame Unterstützung für die Kulturbranche, um sie nach dem Lockdown wiederzubeleben.

Der britische Premier Boris Johnson hat sich hinter seinen Spindoctor Dominic Cummings gestellt, der mehrfach gegen die Corona-Ausgangsbeschränkungen verstoßen hat. Cummings war unter anderem mit seiner Familie durch das Land gereist. Viele Briten werfen ihrer Regierung nun Doppelmoral vor, die Kommentatoren sind allerdings gespalten.

Die Regierungen in Europa haben ihre Schutzmaßnahmen gegen die Ausbreitung von Covid-19 mittlerweile alle auf die eine oder andere Art gelockert. Ob und in welchem Ausmaß es deswegen zu einer zweiten Infektionswelle kommt, wird unter Experten noch diskutiert. Kommentatoren überlegen, wie das Leben mit dem Virus in den kommenden Monaten aussehen wird.

Während die Lockdown-Regelungen in Ungarn an diesem Montag weiter gelockert werden, rücken nun die sozialen Folgen der Corona-Krise in den Fokus. Laut offiziellen Angaben haben im März 56.000 Menschen ihre Arbeit verloren, mehr als die Hälfte der Firmen hat Umsatzeinbußen von mindestens 30 Prozent erlitten. Ungarische Medien diskutieren, wie marginalisierten Bevölkerungsgruppen geholfen werden kann.

Dänemark, die Niederlande, Österreich und Schweden stellen sich gegen den Merkel-und-Macron-Wiederaufbauplan, der gemeinsame Schulden aller EU-Staaten umfassen würde. Am Wochenende präsentierten die vier Staaten einen Gegenentwurf, der die Corona-Nothilfen auf zwei Jahre befristet und statt Zuschüssen lediglich günstige Kredite an besonders betroffene Staaten vorsieht. Eine sinnvolle Idee?

Deutschland will neun Milliarden Euro investieren, um die Lufthansa durch die Corona-Krise zu bringen. Neben einer Direktbeteiligung von 20 Prozent sieht der Rettungsplan Kredite und stille Einlagen an die Airline vor. Die staatlichen Anteile wären zwar nicht groß genug, um Entscheidungen direkt blockieren zu können. Kommentatoren debattieren dennoch, ob diese Einmischung zu viel des Guten ist.

Spaniens linke Minderheitsregierung unter dem Sozialisten Sánchez hat zunehmend Probleme, die Mehrheit für die Verlängerung des Alarmzustands zu bekommen. Damit sich sechs Abgeordnete der baskischen Separatisten (Bildu) enthalten, versprach die Regierung, die Arbeitsmarktreform ihrer Vorgänger zu kassieren. Nur Stunden später ruderte das Kabinett zurück. Sieht so eine stabile Regierung aus?

In Estland ist wegen der anstehenden Erdbeerernte eine Debatte über Saisonarbeiter entbrannt. Die Regierung will trotz Bitten der Landwirte und im Gegensatz zu den Nachbarländern nach wie vor keine Erntehelfer ins Land lassen - aus Gründen des Infektionsschutzes. Die Landespresse hat kein Verständnis für diese Haltung und vermutet ideologische Motive bei der rechtsextremen Regierungspartei Ekre.

Über 100 Kinder von Leihmüttern sitzen in der Ukraine fest, weil ihre Eltern aufgrund der Pandemie nicht in das Land einreisen dürfen. Leihmutterschaften in der Ukraine gelten, auch wegen der niedrigen Kosten, als besonders attraktiv für meist westeuropäische Paare, die selbst nicht Eltern werden können. Medien kritisieren den Umgang mit den Leihmüttern über die aktuelle Ausnahmesituation hinaus.

Deutschland und Frankreich wollen, dass die EU-Kommission 500 Milliarden Euro für den europaweiten Wiederaufbau nach der Corona-Krise bereitstellt, indem die EU-Staaten gemeinsame Schulden aufnehmen. Doch dafür ist die Zustimmung aller 27 Mitgliedsländer nötig, und insbesondere aus Norden und Osten kommt Kritik. Was sind die Argumente und wie stehen die Chancen?

Bei der Präsidentschaftswahl in den USA am 3. November tritt der demokratische Herausforderer Joe Biden, Ex-Vizepräsident unter Barack Obama, gegen den republikanischen Amtsinhaber Donald Trump an. Der Wahlkampf wird bisher überschattet durch Covid-19, das in den USA die weltweit meisten Todesopfer gefordert hat. Wie stehen die Chancen der beiden Kandidaten vor diesem Hintergrund?

Der Chef des französischen Pharmariesen Sanofi, Paul Hudson, hat mit Aussagen für Empörung gesorgt, wonach die USA wegen ihrer finanziellen Unterstützung der Sanofi-Forschung bei der künftigen Versorgung mit einem Corona-Impfstoff bevorzugt würden. Obwohl Hudson mittlerweile zurückruderte, stellt sich für Hersteller wie Politik die Frage nach Gesundheit und Gerechtigkeit.

Nach und nach wollen Fluggesellschaften ihre Verbindungen nach Estland wieder aufnehmen. Doch das estnische Wirtschaftsministerium hat Linienflüge aus Ländern, in denen es nach Einschätzung der Regierung ein hohes Risiko der Covid-19-Ansteckung gibt, untersagt: Schweden, Großbritannien, Belgien, die Türkei, Russland und Belarus. Estnische Medien können ihr Entsetzen über diese Entscheidung kaum verbergen.

Covid-19 hat den Menschen vor Augen geführt, wie wichtig ein Staat mit funktionierendem öffentlichem Dienst ist - besonders im Gesundheitswesen und Bildungssektor. Bisher haben die meisten Länder die Krise trotz allem recht gut gemeistert, finden Kommentatoren und fragen sich, ob sich das Verhältnis der Bürger zum Staat nun auch langfristig ändern wird.

Im Zuge verschiedener Lockerungen von Corona-Beschränkungen haben sich mehrere europäische Staaten auf eine sofortige oder baldige Öffnung ihrer Grenzübergänge geeinigt. Europas Presse begrüßt dies, einige Kommentatoren wünschen sich aber klarere Kriterien und, im Fall einer zukünftigen Pandemie, mehr Zusammenarbeit bereits in der Schließungsphase.

Im Juni wurde bekannt, dass sich in Deutschlands größtem Schlachtbetrieb Tönnies über 1.500 zumeist osteuropäische Arbeitnehmer mit dem Coronavirus infiziert hatten. Bereits im Mai war ein Schlachtbetrieb nach einem Corona-Ausbruch geschlossen worden. Kommentatoren beleuchten die fragwürdige Arbeitssituation osteuropäischer Arbeitskräfte in Deutschland und die Mechanismen dahinter.

Corona hat den Alltag fundamental verändert: Wirtschaft, Arbeit, Freizeit, Bildung - fast alle Aspekte des Lebens sind betroffen. Für viele Kommentatoren ist dies der Moment, um innezuhalten und zu reflektieren, welche Chancen sich aus dieser Zäsur ergeben und wie das Leben nach der Pandemie aussehen könnte.

Brüssel hat Empfehlungen für den Tourismus in der EU in diesem Sommer vorgelegt: Die Mitgliedsstaaten sollen sicherstellen, dass Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten und Kontakte nachverfolgt werden können. Bedingung ist, dass die Ansteckungsgefahr gering ist, ausreichend Tests vorhanden und die Gesundheitssysteme nicht überlastet sind. Bringt das Konzept die Branche wieder auf die Beine?

Unter Druck war die türkische Lira schon vor der Corona-Krise. Seit dem Ausbruch der Pandemie in der Türkei verlor sie 20 Prozent ihres Wertes und erreichte vergangene Woche im Verhältnis zum Dollar ein Rekordtief. Präsident Erdoğan macht ausländische Finanzunternehmen dafür verantwortlich. Die regierungsnahe Presse folgt dieser Argumentation, oppositionelle Stimmen sehen die Dinge ganz anders.

Am gestrigen Mittwochabend hat Italiens Premier Giuseppe Conte das Hilfspaket der Regierung zur Bewältigung der Corona-Krise vorgestellt. Es umfasst 55 Milliarden Euro für Wirtschaft, Familien und Arbeitslose und trägt den Namen Rilancio (Relaunch). Die Landespresse sieht die Pläne skeptisch.

In den meisten Ländern Europas hat die Politik Notfallprogramme in der einen oder anderen Form aufgelegt, um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise abzumildern. Aber wird für alle Menschen das Mögliche getan, und funktionieren die Programme? Kommentatoren sind skeptisch.

Länder mit besonders liberaler Wirtschaftsordnung wie Großbritannien oder die USA sind zur Zeit besonders stark von der Pandemie betroffen. Und obwohl die Auswirkungen der Krise auf die Weltwirtschaft überall zu spüren sind, bleiben die globalen Finanzmärkte bisher vergleichsweise stabil. Für Kommentatoren alles Hinweise auf die dysfunktionalen Aspekte unserer derzeitigen Ökonomie.

Schwache Gesundheitssysteme, riesige Slums, fehlende Infrastruktur: All diese Faktoren würden die Corona-Pandemie in Afrika explodieren lassen, so hatten es Experten befürchtet. Bisher aber gibt es wenig Infizierte und noch weniger Tote, eine deutliche Übersterblichkeit als Hinweis auf eine hohe Dunkelziffer fehlt. Kommentatoren sehen ein klares Zeichen für verkannte Stärke.

Mehr als 200 Teams forschen weltweit an einem Impfstoff gegen das Coronavirus. Auf einer internationalen Geberkonferenz hat die EU 7,4 Milliarden Euro eingesammelt, die helfen sollen, Impfstoff, Medikamente und Testmaterial global zur Verfügung zu stellen. Doch die USA und China beteiligten sich nicht. In der Presse wächst die Sorge, dass Konkurrenzdenken die erhofften Erfolge der Forschung zunichtemacht.

In immer mehr europäischen Ländern formieren sich Proteste gegen die Beschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie. So gingen am Wochenende unter anderem in Deutschland, Großbritannien, Polen, Spanien und der Schweiz Menschen auf die Straße. Kommentatoren können manche Sorgen und Anliegen der Demonstranten nachvollziehen - doch warnen sie vor einer gefährlichen Gemengelage.

Die in Rumänien verhängten Bußgelder von umgerechnet bis zu 4.166 Euro bei Verstößen gegen Corona-Vorsichtsmaßnahmen waren verfassungswidrig. Das entschied das oberste Gericht des Landes am Mittwoch. Das durchschnittliche Monatseinkommen in Rumänien beträgt rund 1.100 Euro, insgesamt sollen über 300.000 Bußen im Gesamtwert von 120 Millionen Euro verhängt worden sein. Ist die Entscheidung richtig?

Die EU-Kommission prognostiziert angesichts der Corona-Pandemie für das laufende Jahr einen drastischen Einbruch der Wirtschaftsleistung um 7,7 Prozent. Der stärkste Rückgang wird in Griechenland erwartet, mit 9,7 Prozent, gefolgt von Italien und Spanien. Kommentatoren erwarten eine Krise neuer Dimension, unabhängig davon, wie die Politik nun reagiert.

Nachdem die Kritik an einer Wahl während der Pandemie auch im Regierungslager immer lauter geworden war, wird Polens Staatsoberhaupt nun doch nicht am 10. Mai gewählt. Die regierende PiS, deren Kandidat und Amtsinhaber Duda als Favorit gilt, will die Wahl nun im Juni abhalten. Doch weil die Verfassungsmäßigkeit der Nicht-Durchführung nicht eindeutig geklärt ist, bleibt vieles noch im Unklaren.

Immer deutlicher werfen die USA China vor, über die Herkunft des Coronavirus zu lügen: Laut Außenminister Pompeo gebe es Belege, dass das Virus in einem Labor in Wuhan entstanden sei. Die Weltgesundheitsorganisation kritisiert Peking dafür, keine WHO-Mission ins Land zu lassen, hält die Vorwürfe aber für spekulativ. Kommentatoren werfen einen kritischen Blick auf die USA.

Russland ist zurzeit das Land mit den meisten täglichen Corona-Neuinfektionen in Europa. Zu Infektionsherden wurden vielerorts Krankenhäuser. Das medizinische Personal beklagt die mangelnde Versorgung mit Schutzausrüstung - und zahlreiche Infektions- und Todesfälle in den eigenen Reihen. Auch die Presse greift das kritisch auf.

In Einrichtungen der Altenbetreuung hat sich das Coronavirus vielerorts besonders stark ausgebreitet. Dies ist auch insofern problematisch, als eine Covid-19-Erkrankung bei älteren Menschen häufiger schwer verläuft. Europäische Medien werfen der Politik in diesem Bereich Versagen vor – und weisen auch auf blinde Flecken jenseits der Pflegeheime hin.

Die Corona-Krise hat massive Auswirkungen auf den Verkehr. Flugzeuge bleiben am Boden, Bus und Bahn kämpfen mit Einbrüchen der Passagierzahlen, während sich Auto und Rad großer Beliebtheit erfreuen. Kommentatoren überlegen, welche Transportmittel am Ende zu den Gewinnern gehören werden und ob mit der Krise auch die Verkehrswende gelingen kann.

Medien erleben in der Corona-Krise ein Paradox: Während immer mehr Menschen sie nutzen, um sich über aktuelle Entwicklungen zur Pandemie zu informieren, leiden die Unternehmen massiv unter Einnahmeverlusten, weil ihnen Werbeanzeigen wegbrechen. Einige Regierungen planen Rettungsprogramme. Doch nicht überall sind Journalisten darüber begeistert.

Beschränkungen, Lockerungen, Hilfspakete: In der Krise bestimmen Regierungen das öffentliche und private Leben bis ins Detail. Kommentatoren diskutieren, ob sich nun zeigt, dass ein starker Staat im Ernstfall von Vorteil ist - oder ob Bürger und Unternehmen nicht viel mehr kritische Fragen stellen sollten.

In den meisten Ländern Europas gelten wegen Covid-19 nach wie vor Reisebeschränkungen. Nun aber steht die Urlaubssaison an, und insbesondere Regionen, die stark vom Tourismus abhängig sind, arbeiten an Strategien, um Erholung mit Sicherheitsabstand zu ermöglichen. Kommentatoren fordern auch, die Krise dazu zu nutzen, problematische Aspekte der Branche zu verbessern.

Donald Tusk, Vorsitzender der konservativen Europäischen Volkspartei (EVP) und ehemaliger EU-Ratspräsident, hat zum Boykott der Präsidentschaftswahl in Polen aufgerufen: Die Abstimmung sei verfassungswidrig. Die Regierung in Warschau steht seit Wochen in der Kritik, weil die Wahl trotz der Pandemie zum geplanten Termin am 10. Mai stattfinden soll - wenn auch vollständig per brieflicher Abstimmung.

Die EU-Staaten wollen die in der Corona-Krise eingeführten Grenzkontrollen nur mit aller Vorsicht lockern. Nach einer Videokonferenz mit seinen Amtskollegen sagte der kroatische Innenminister Davor Bozinovic als EU-Ratsvorsitzender: "Wir waren uns alle einig, dass wir vor allem neue Wellen von Ansteckung verhindern müssen." Konkrete Zeitpläne nannte er nicht. In der Presse ruft dieser Kurs ein geteiltes Echo hervor.

Die Luftfahrtbranche ächzt unter der Corona-Krise. Da die Menschen nicht mehr fliegen, kämpfen Airlines und Flugzeugbauer um ihre Existenz. In vielen Ländern Europas wird derzeit diskutiert, ob der Staat einspringen und die Flugindustrie retten soll. Kommentatoren debattieren diese Frage im Hinblick auf Arbeitsplätze, Passagierrechte und Klimaschutz.

In den meisten Ländern Europas sind seit Wochen die Schulen geschlossen. Per Internet versuchen viele Lehrende, den Kindern und Jugendlichen den Schulstoff nach Hause zu bringen - wo allerdings sehr unterschiedliche Voraussetzungen herrschen. Nun wird über eine baldige Rückkehr in die Schulen diskutiert und darüber, wie Gesundheitsschutz und Bildung in Einklang gebracht werden können.

China ist es offenbar gelungen, einen EU-Bericht zu entschärfen, der Versäumnisse Pekings in der Corona-Krise deutlich benannte. Laut dem Bericht des Europäischen Auswärtigen Dienstes (EAD) verbreiten staatliche Quellen in Russland und China gezielt falsche Informationen zur Pandemie. Kommentatoren fragen sich, was hinter Pekings Desinformationspolitik steckt und wie Europa darauf reagieren sollte.

Während in vielen europäischen Staaten darüber diskutiert wird, wann und unter welchen Bedingungen wieder Fußballspiele stattfinden können, haben die Niederlande als erste große Fußballnation die Saison abgebrochen. Dort protestieren nun die Klubs, einer droht sogar mit Klage. Kommentatoren diskutieren, ob der Schutz vor Covid-19 schwerer wiegt als die Funktion des Fußballs für die Gesellschaft.

Das US-Magazin Forbes äußerte Mitte April eine These, die aufhorchen ließ: Länder, in denen Frauen die Regierung führen, haben bessere Strategien zur Bewältigung der Corona-Krise und weniger Todesopfer. Dies werde besonders im Vergleich mit Staaten wie den USA und Großbritannien deutlich. Die These wird in sozialen Netzwerken und Medien noch immer heiß diskutiert, bei einigen findet sie jedoch wenig Anklang.

Die Niederlande und Frankreich wollen die Luftfahrt-Holding Air France-KLM mit jeweils mehreren Milliarden Euro unterstützen, um sie durch die Corona-Krise zu bringen. Beide Ländern halten Anteile an der Fluglinie. Niederländische Kommentatoren sind verstimmt über die Rettungspläne.

Die Lockerungen der Maßnahmen zur Eindämmung von Covid-19 haben vielen Ländern Europas ein wenig Normalität in den Alltag zurückgebracht. Geschäfte sind wieder geöffnet, Kinder kehren in die Schulen zurück, Ausgangsbeschränkungen sind weniger restriktiv. Kommentatoren schildern, wie der Faktor Mensch in diesem Umstellungsprozess Probleme und Überraschungen mit sich bringt.

In der Türkei hat sich am Freitag die Gründung des Parlaments zum hundertsten Mal gejährt. Offizielle Zeremonien fanden im ersten Parlamentsgebäude in Ankara statt. Wegen der Corona-Pandemie gab es jedoch keine Feierlichkeiten für die Bürger - wie sie in anderen Jahren an diesem Tag üblich sind. Das Gedenken war diesem historischen Anlass unwürdig, finden Kommentatoren.

Der muslimische Fastenmonat findet in diesem Jahr unter ungewöhnlichen Bedingungen statt. Wegen der Corona-Krise sind in vielen Ländern die Moscheen zu den Gebetszeiten geschlossen, Pilgerfahrten und öffentliches Fastenbrechen sind vielerorts verboten. Wie kann unter diesen Umständen die Bedeutung des Ramadans erhalten bleiben?

In ihrem Videogipfel am Donnerstag haben die Staats- und Regierungschefs der EU Corona-Kredithilfen von bis zu 540 Milliarden Euro gebilligt. Diese sollen ab Juni an Unternehmen, verschuldete Staaten und in ein Kurzarbeiterprogramm fließen. Gemeinsame Corona-Bonds wurden hingegen verworfen. Ist dieses Ergebnis ein Zeichen des Zusammenhalts oder zementiert es die innereuropäischen Gräben?

Am Samstag feiert Portugal den Tag der Freiheit: Nach der Nelkenrevolution 1974, die das Ende der Diktatur António de Oliveira Salazars brachte, wurde der 25. April zum Nationalfeiertag. Die Portugiesen müssen wegen der Pandemie dieses Jahr zu Hause bleiben, die Abgeordneten aber wollen in kleiner Runde mit 100 Personen im Parlament feiern. Legitim oder völlig unpassend?

Erst vergangene Woche prognostizierte der Internationale Währungsfonds wegen der Corona-Pandemie die schwerste Rezession seit der Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre. Die damalige Große Depression führte zu Massenarbeitslosigkeit und beförderte die Hinwendung zum Faschismus. Kommentatoren sind uneins, ob nun Ähnliches droht.

Während der Covid-19-Pandemie stehen Wissenschaftler wie selten zuvor im Fokus der Aufmerksamkeit. Vor allem Virologen und Epidemiologen, aber auch die zuständigen Behördenchefs sind in vielen Ländern zu Gesichtern der Krise geworden. Doch Europas Kommentatoren warnen vor falschen Erwartungen und blindem Vertrauen.

Um möglichst rasch eine weitgehende Rückkehr zur gesellschaftlichen Normalität zu ermöglichen, diskutieren europäische Staaten aktuell die Einführung freiwilliger Apps. Sie sollen Nutzern ähnlich wie etwa in Südkorea Kontakte mit Infizierten anzeigen. Kommentatoren debattieren, ob der Nutzen der Apps die damit verbundene Überwachung rechtfertigt.

Weil viele Menschen in der Corona-Krise finanzielle Einbußen hinnehmen müssen, fordern einige auch von Politikern, auf einen Teil ihres Einkommens zu verzichten. Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern hat ihre Bezüge um 20 Prozent gekürzt, Österreichs Minister wollen je ein Monatsgehalt spenden. Europas Medien sind sich uneins, ob ein solcher Verzicht als Zeichen der Solidarität geboten ist.

Am morgigen Donnerstag findet erneut ein EU-Gipfel der Staats- und Regierungsschefs zur Bewältigung der Corona-Krise statt. Dabei soll es um eine gemeinsame Strategie zur Aufhebung der Pandemie-Maßnahmen und die weitere Abfederung der wirtschaftlichen Folgen gehen. Doch die Uneinigkeit der letzten Wochen ist nicht weniger geworden. Kommentatoren mahnen zu Eile und Voraussicht.

Inmitten der Coronavirus-Pandemie war der Erdölpreis an der New Yorker Börse erstmals in seiner Geschichte tief ins Negative gerutscht. Der Preis der US-Referenzsorte WTI (West Texas Intermediate) zur Lieferung im Mai lag zum Börsenschluss am Montag bei minus 37,63 Dollar pro Barrel. Läutet die Pandemie das Ende des Erdölzeitalters ein?

Nach einigen Wochen Lockdown werden in vielen europäischen Ländern Zweifel an der Verhältnismäßigkeit verschiedener Maßnahmen laut. Ist ein umfassendes Demonstrationsverbot wirklich gerechtfertigt? Und was ist mit der Bewegungsfreiheit? Europas Presse fordert ein genaues Nachdenken über die antidemokratischen Fallstricke des Gesundheitsschutzes.

Millionen orthodoxe Christen haben am Wochenende das Osterfest gefeiert. Die Corona-Krise drückte auch diesen Feierlichkeiten ihren Stempel auf. Die Gottesdienste fanden in leeren Kirchen statt, die Gläubigen blieben daheim. In Griechenland, Rumänien und Russland ziehen Medien ihre Schlüsse aus dem ungewöhnlichen Fest.

Immer mehr europäische Staaten wagen sich an erste Lockerungen des Lockdowns. So dürfen beispielsweise die Spanier seit Samstag wieder, nach Altersgruppen über den Tag verteilt, spazieren gehen. In Griechenland müssen die Bürger keine Genehmigung per SMS mehr vorweisen können, um sich die Beine zu vertreten. Kommentatoren überlegen, ob auf die Menschen nach der Covid-19-Pandemie der gewohnte Alltag wartet.

Nach einer Corona-Zwangspause nehmen die EU und Großbritannien diese Woche einen neuen Anlauf, ihre künftigen Beziehungen nach dem Brexit zu klären. London will die Übergangsfrist für den Ausstieg aus der EU nicht verlängern. Sie soll planmäßig am 31. Dezember enden. Medien diskutieren, ob dies angesichts des akuten Kampfes gegen die Folgen des Virus zu verantworten ist.

Sie gilt als Herz der italienischen Wirtschaft - derzeit aber ist die Lombardei eine der weltweit am stärksten von der Corona-Pandemie betroffenen Regionen. Allein am Samstag gab es dort 94 Prozent der in ganz Italien gemeldeten neuen SARS-CoV-2-Infektionen. Die italienische Presse diskutiert mögliche Gründe dafür.

Die Bekämpfung der Corona-Pandemie und die Diskussionen um die Lockerung der Maßnahmen geraten zum Generationenkonflikt: Auf der einen Seite steht die Gesundheit der Alten und Schwachen, auf der anderen das Wohlergehen und die wirtschaftliche Existenz der Jüngeren. Europas Medien sehen darin ein schwer zu lösendes moralisches Dilemma.

US-Präsident Trump hat die Beitragszahlungen der USA an die Weltgesundheitsorganisation am Dienstag vorerst auf Eis gelegt. Es solle untersucht werden, welche Rolle die WHO bei der "schlechten Handhabung und Vertuschung der Ausbreitung des Coronavirus" gespielt habe. Kommentatoren finden Kritik an der Organisation zwar angebracht, bewerten Trumps Vorgehen aber sehr unterschiedlich.

In Rumänien sollten sich Gläubige zum orthodoxen Osterfest trotz Corona gesegnetes Brot vor der Kirche abholen können. Nun ruderte Innenminister Vela nach harscher Kritik zurück. Stattdessen sollen das Brot und das "heilige Feuer" auf Wunsch zu den Menschen nach Hause gebracht werden. Für die Presse ist das trotz der großen Bedeutung von Ostern in Rumänien die einzig vernünftige Entscheidung.

Die italienische Regierung hat angekündigt, die 39 Milliarden Euro aus dem Corona-Hilfspaket der EU nicht anzunehmen. Vize-Wirtschaftsminister Misiani sagte, sein Land werde nur die Hilfen beim Kurzarbeitergeld und die Darlehen der Europäischen Investitionsbank nutzen. Was steckt hinter Weigerung?

In seiner vierten Fernsehansprache zur Corona-Krise hat Frankreichs Präsident Macron am Montagabend Fehler bei der Bekämpfung der Pandemie eingestanden. In den vergangenen Wochen war das Krisenmanagement der Regierung wegen unzureichender Schutzausrüstung, verzögertem Handeln und Widersprüchen heftig kritisiert worden. Journalisten haben unterschiedliche Eindrücke der Ansprache gewonnen.

Um die sozialen Folgen der Corona-Pandemie abzufedern, werden Forderungen nach einem bedingungslosen Grundeinkommen lauter. In Spanien plant die Regierung nach eigener Aussage bereits ein lebenslanges Grundeinkommen für alle. In den Kommentarspalten wird darüber diskutiert, ob eine solche Zahlung sinnvoll ist und wie sie zu finanzieren wäre.

Während der Fokus der weltweiten Debatte langsam von der Eindämmung des Coronavirus zu den Auswegen aus den Beschränkungen für Wirtschaft und Alltag übergeht, scheinen zuvor dominierende "grüne" Themen wie der Klimaschutz von der politischen und gesellschaftlichen Agenda verschwunden zu sein. Europas Presse ist sich einig: Diese Themen sind nicht weniger dringlich geworden - eher im Gegenteil.

Der Internationale Währungsfonds rechnet wegen der Corona-Pandemie mit der schwersten Rezession seit der Weltwirtschaftskrise in den 1930er Jahren. In der Eurozone werde die Wirtschaftsleistung um 7,5 Prozentpunkte schrumpfen, global um etwa drei. Europas Presse reagiert ernüchtert und diskutiert mögliche Folgen.

Die Corona-Pandemie scheint für einige Beobachter den Konflikt zwischen den Generationen zu verschärfen. Zuletzt viel Beachtung gefunden hat das Phänomen, dass in sozialen Netzwerken für das Virus mitunter der Name "BoomerRemover" als Meme kursiert. Übersetzen könnte man ihn in etwa mit Baby-Boomer-Entferner - eine Anspielung darauf, dass besonders ältere Menschen zu den Risikogruppen gehören.

Immer wieder wird vor den Auswirkungen von Covid-19 auf afrikanische Staaten gewarnt, deren Gesundheitssysteme besonders schlecht für die Pandemie gewappnet seien. Kommentatoren widersprechen dieser Sichtweise und schildern, wo überall sie im Umgang mit der Corona-Pandemie Rassismus erkennen.

Europaweit fehlen wegen der Corona-Maßnahmen Hunderttausende Erntehelfer aus dem Ausland. In Deutschland landeten vergangene Woche trotzdem Flieger mit Saisonarbeitern - mit Sondergenehmigung. Für Negativ-Schlagzeilen sorgten Bilder aus der rumänischen Stadt Cluj, wo am 9. April rund 2.000 Passagiere dicht gedrängt vor dem Flughafen warten mussten. Läuft in der Landwirtschaft etwas grundsätzlich falsch?

Die EU-Finanzminister haben kurz vor Ostern das größte Hilfspaket in der Geschichte der Union beschlossen: 540 Milliarden Euro sollen in Form von Krediten für Unternehmen und Staaten sowie für die Unterstützung der Arbeitslosenkassen verfügbar gemacht werden. Die umstrittenen Corona-Bonds sind vorerst vom Tisch. Kommentatoren sehen die Einigung überwiegend skeptisch.

Im Jahr 2018 haben nur 15 Prozent der Beschäftigten in der EU von zu Hause aus gearbeitet. Die Zahlen dürften im Zuge der Corona-Pandemie gestiegen sein. Kommentatoren beschreiben, was die Herausforderungen beim Arbeiten in den eigenen vier Wänden sind.

Die Auflage, zu anderen Distanz zu halten, erschwert den Austausch menschlicher Nähe. Vor allem für Menschen, die weder Partner noch Familie haben, verstärkt sie das Gefühl der Isolation. Aber auch für Paarbeziehungen und Freundschaften bleibt die Pandemie nicht ohne Auswirkungen. Kommentatoren schildern diese Welt ohne Körperlichkeit zwischen Fatalismus, Sehnsucht und Hoffnung.

Mit Ostern steht das wichtigste christliche Fest an, doch in diesem Jahr wird alles anders. Wegen Ausgangssperren und Kontaktverboten bleiben Kirchentüren geschlossen, Gottesdienste finden nicht statt. Die Kirchen behelfen sich mit Online-Messen, auch der Papst streamt live aus Rom. Medien diskutieren die Folgen des Shutdown für die Gläubigen.

Während einige europäische Länder den Bürgern vorschreiben, beim Einkaufen, in öffentlichen Verkehrsmitteln oder sogar generell Mund und Nase zu bedecken, zögern andere wegen Zweifeln am Nutzen oder der noch immer mangelnden Verfügbarkeit von Schutzmasken. Manche Staaten wollen die bisher geltende Pflicht inzwischen auch wieder aufheben. So bleibt die Maske ein vieldiskutiertes Thema.

Zur Bekämpfung des neuartigen Coronavirus setzen fast alle Staaten auf restriktive Maßnahmen, die die Freiheiten ihrer Bürger zum Schutz der Gesundheit beschränken. Einige gehen dabei jedoch weiter als andere. Journalisten fragen sich, ob unter dem Deckmantel der Virusbekämpfung Diktaturen erstarken oder ob auch autoritäre Herrscher am Ende erkennen müssen, dass sie gegen das Virus machtlos sind.

Österreichs Regierung will in der kommenden Woche die schrittweise Lockerung des Lockdown beginnen: Unter Auflagen können zunächst kleinere Geschäfte und Handwerksbetriebe öffnen, ab Mai sollen weitere folgen. Während einige Medien vor diesem Schritt warnen, halten ihn andere für das Ergebnis verantwortungsvoller Politik.

Am heutigen Dienstag beraten die EU-Finanzminister erneut über die Einführung gemeinsamer Euro-Anleihen, um die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise abzufedern. Italien und Spanien sind starke Verfechter dieser Corona-Bonds, Deutschland und die Niederlande lehnen sie bislang ab. Kommentatoren warnen davor, dass die EU an dieser Frage zerbrechen könnte.

Der an Covid-19 erkrankte britische Premier Boris Johnson ist am Montagabend auf die Intensivstation verlegt worden. Der Gesundheitszustand des 55-Jährigen habe sich verschlechtert, hieß es in einer Erklärung. Johnson sei fahrlässig mit der Bedrohung durch das Coronavirus umgegangen und habe damit nicht nur sich selbst, sondern auch sein Land in Gefahr gebracht, urteilen Medien.

Königin Elizabeth II. hat die Briten in einer TV-Ansprache zum Durchhalten in der Coronavirus-Pandemie aufgerufen. Sie hoffe, dass in den kommenden Jahren alle stolz darauf sein können, wie sie mit dieser Herausforderung umgegangen seien. Dass die Queen eine Rede an die Nation hält, ist, abgesehen von den Weihnachtsansprachen, extrem selten. Doch es hat sich gelohnt, da scheinen sich Journalisten einig.

Österreich hat den Anfang gemacht und am Dienstag mit einer Lockerung der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus begonnen. Auch in anderen europäischen Ländern werden Pläne für eine Exit-Strategie aus den Corona-Beschränkungen geschmiedet. Journalisten diskutieren, wann der richtige Zeitpunkt dafür ist und vor welchen Herausforderungen die Gesellschaften stehen.

Die EU-Kommission will ein europäisches Kurzarbeitergeld einführen: Die Mitgliedsstaaten sollen damit Unternehmen ermöglichen, ihre Mitarbeiter zu halten, auch wenn sie wegen der Coronakrise ihren Betrieb zeitweise einstellen oder herunterfahren müssen. Dafür will die Kommission Kredite in Höhe von 100 Milliarden Euro aufnehmen. Nicht alle Medien sind überzeugt, dass das Programm solidarisch ist.

In Rumänien hat das Gesundheitssystem schon vor der Corona-Krise unter der Abwanderung von Ärzten gelitten. Nun gibt es auch noch massive Engpässe in der Versorgung mit Schutzausrüstung. Lokale Medien berichten nun, dass medizinisches Personal in einigen Krankenhäusern die Arbeit niederlegt. Verständlich oder unverantwortlich? Die Landespresse ist uneins.

Statt wie erwartet eine landesweite Ausgangssperre zu verkünden, rief Erdoğan am Dienstag eine "Kampagne der nationalen Solidarität" aus: Die Bürger sollen für all jene spenden, die aufgrund der Corona-Pandemie ihre Arbeit verlieren. Kritiker fürchten, dass das Geld vor allem regierungsnahen Unternehmen zugutekommen könnte. Türkische Medien sind in der Bewertung der Maßnahme gespalten.

In vielen Ländern Europas werden die Schüler seit einigen Wochen online zuhause unterrichtet, weil die Schulen zur Pandemiebekämpfung geschlossen sind. Dabei haben nicht alle Kinder einen eigenen Computer, manche haben nicht einmal Internet. Europäische Pressestimmen beklagen die sich dadurch verschärfende soziale Ungleichheit, mahnen aber auch zur Vorsicht bei der Wiedereröffnung der Schulen.

In ganz Europa werden die Atemschutzmasken knapp, die vorwiegend in China produziert werden. Deutschland hatte bereits Anfang März einen Exportstopp verhängt, Tschechien hat nun nachgezogen. In Frankreich wurden sämtliche Vorräte beschlagnahmt, um sie an Gesundheitspersonal zu verteilen. Kommentatoren diskutieren, wie der Engpass behoben werden könnte.

Die meisten europäischen Länder, in denen wegen der Covid-19-Pandemie bereits Ausgangsbeschränkungen gelten, haben diese vorerst bis Ostern oder kurz danach verlängert. Allerdings rechnen sowohl Experten als auch viele Kommentatoren damit, dass es mit den mehr oder minder strengen Lockdowns weiter gehen wird - und blicken darauf, wie diese Herausforderung gemeistert werden kann.

Die Corona-Krise erschüttert auch die internationale Politik. Konfliktparteien sehen sich plötzlich der gleichen Bedrohung ausgesetzt, etablierte Bündnisse werden in Frage gestellt. Journalisten überlegen, welche Umwälzungen über die Pandemie hinaus Bestand haben könnten.

Polen bleibt dabei: Die Präsidentschaftswahl am 10. Mai findet statt. Das entschied das Parlament in Warschau am Montag auf Grundlage des Ende März verabschiedeten Krisengesetzes. Obwohl nun alle Polen und nicht wie von der Regierung ursprünglich geplant nur die Wähler über 60 - die zum großen Teil PiS wählen - per Briefwahl abstimmen dürfen, will die Kritik in den Kommentarspalten nicht verstummen.

EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen hat die EU-Staaten vor unverhältnismäßigen Krisenmaßnahmen gewarnt. Ungarns Parlament hatte Premier Orbán zuvor mit seiner Zustimmung zu einem Notstandsgesetz die zeitlich unbefristete Befugnis gegeben, per Dekret zu regieren. Europas Presse macht sich Sorgen, dass das Modell Schule machen könnte, und fordert Konsequenzen aus Brüssel.

Covid-19 stellt nun auch die USA vor traurige Tatsachen: Über 2.400 Tote, mehr als 140.000 Infizierte. Präsident Trump, der in den vergangenen Tagen noch davon gesprochen hatte, Eindämmungsmaßnahmen wie Social Distancing zu Ostern aufheben zu wollen, verlängerte diese nun bis zum 30. April. Das Land ist jedoch erschreckend schlecht für eine derartige Krise gerüstet, finden Kommentatoren.

Der Versuch, die Ausbreitung von Sars-Cov-2 einzudämmen, stellt viele Menschen vor nie dagewesene Herausforderungen. Die einen versuchen, Heimarbeit und Kinderbetreuung unter einen Hut zu bekommen, andere bangen um ihre blanke Existenz. Kommentatoren überlegen, welche langfristigen Folgen der Ausnahmezustand haben wird und wie Staaten darauf reagieren müssen.

Europas Populisten können sich zwar über geschlossene Grenzen freuen, in vielen Ländern sind ihre Stimmen seit Beginn der Corona-Krise aber deutlich schwächer zu vernehmen. Medien diskutieren, ob sich hier eine Trendwende abzeichnet.

Die Staats- und Regierungschefs der G20 haben sich in einer Videokonferenz am Donnerstag darauf verständigt, gut 4,5 Billionen Euro in die Weltwirtschaft zu investieren und die Produktion medizinischer Versorgungsgüter auszubauen. Beim Thema Solidarität mit Ländern des globalen Südens blieb es bisher bei Appellen. Kommentatoren drängen auf Taten.

Die Ausgangsbeschränkungen in vielen europäischen Ländern dienen vor allem dazu, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Denn werden zu viele Menschen gleichzeitig krank, kollabieren selbst bei optimaler gesundheitlicher Versorgung früher oder später die Krankenhäuser. Von einem Optimum sind viele Staaten allerdings weit entfernt, wie Kommentatoren teilweise verbittert feststellen.

Nicht nur US-Präsident Trump, auch europäische Politiker und Wissenschaftler denken bereits laut über einen Ausstieg aus den Beschränkungen zur Eindämmung von Covid-19 nach und fordern entsprechende Strategien. Als Zeitpunkt für eine erste Lockerung werden dabei oft die Tage nach Ostern ins Spiel gebracht. Kommentatoren fragen sich, ob diese Forderungen nicht noch etwas früh kommen.

Die vielerorts verhängten Ausgangssperren und Geschäftsschließungen sind eine gesellschaftliche Herausforderung. Teilweise blühen neue Formen von Solidarität: Menschen gehen für bisher Fremde einkaufen und sprechen einander Mut zu. Gleichzeitig grassiert das misstrauische Beäugen derer, die tatsächlich oder vermeintlich die Regeln brechen.

Nachdem Medien berichtet hatten, die vergleichsweise niedrigen Todeszahlen wegen Covid-19 in Russland seien das Resultat von Fälschungen, war die Empörung unter russischen Offiziellen groß. Inzwischen lassen amtliche Daten die Kritik als berechtigt erscheinen, jedoch bleibt unklar, ob es sich um gezielte Fälschungen oder lediglich um Unzulänglichkeiten in der Erfassung handelt. Was ist davon zu halten?

Es ist gerade zwei Monate her, dass eine Sars-CoV-2-Infektion in Europa entdeckt wurde. Inzwischen hat das Virus den Alltag und zunehmend auch die Wirtschaft fest im Griff, die Staaten diskutieren angemessene Hilfen und Eurobonds. Der Markt kann sich in Krisenzeiten nicht selbst regulieren, meinen einige Kommentatoren. Andere warnen vor Protektionismus oder hoffen gar auf eine Rosskur.

Die Zahl der Corona-Infizierten in den USA steigt in diesen Tagen rasant. Doch Präsident Trump will die ergriffenen Maßnahmen bald wieder lockern. Seiner Meinung nach würden durch eine Rezession mehr Menschen sterben als durch die Covid19-Pandemie. "Das Gegenmittel darf nicht schlimmer sein als das Problem", sagte er im Fernsehsender Fox News. Ein berechtigter Einwurf?

Schweden hat von Anfang an auf härtere Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie verzichtet. Grenzen und Grundschulen blieben offen, Ausgangsbeschränkungen wurden nicht verhängt. Angesichts einer anhaltend hohen Todesrate wächst jedoch die Kritik an diesem Sonderweg auch in Schweden selbst. Diese Kontroverse spiegelt sich auch in den Medien.

Die 27 EU-Staaten haben die Entscheidung vertagt, ob sie die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise mit gemeinsamen Euro-Anleihen auffangen wollen. Während Italien und Spanien die "Corona-Bonds" dringend fordern, stellen sich Länder wie Deutschland und Österreich dagegen. Kommentatoren analysieren Hintergründe und Implikationen des Konflikts.

Die Corona-Krise bringt allenthalben Gewissheiten ins Wanken. Wie wird unser Alltag in einigen Monaten aussehen? Erwartet uns ein Zusammenbruch der Weltordnung, oder bleiben die Folgen des Virus überschaubar? Kommentatoren fragen sich auch, ob wir nach der Pandemie eine andere Gesellschaft sein werden - und ob wir uns das wünschen sollten.

Seit zwei Wochen steht das öffentliche Leben in Italien still. Verstummt waren angesichts der Corona-Pandemie zunächst auch Streitereien zwischen Regierung und Opposition. Doch nachdem Premier Conte zuletzt per Dekret die fast komplette Stilllegung der Wirtschaft verfügt hat, meldet sich insbesondere Lega-Chef Matteo Salvini zurück. Er fordert, das Parlament stärker in Entscheidungen einzubeziehen. Zu Recht?

Am heutigen Gründonnerstag konferieren die Finanzminister der Eurogruppe erneut, um sich auf ein umfangreiches Corona-Rettungspaket zu einigen. Besonders umstritten bleibt, ob das Paket neben gelockerten Kreditbedingungen, einem Garantiefonds und einem Kurzarbeiterprogramm auch sogenannte Corona-Bonds enthalten soll. Die Presse debattiert, wie die Krisenstrategie der EU aussehen sollte - auch über Geldfragen hinaus.

Nur noch eine Minderheit der Länder Europas setzt in der Corona-Krise auf Empfehlungen und Freiwilligkeit. Die meisten haben inzwischen mehr oder weniger harte Ausgangsbeschränkungen sowie in vielen Fällen auch den Ausnahmezustand ausgerufen. Kommentatoren warnen vor einer Aushöhlung des Rechtsstaats.

Menschen applaudieren vom Fenster aus dem medizinischen Personal - diese Geste ist in der Corona-Krise zu einem Symbol geworden. Doch nicht nur die Arbeit in den Krankenhäusern erscheint im Ausnahmezustand plötzlich in einem neuen Licht. Auch die Restriktionen des Lockdowns lassen Kommentatoren darüber nachdenken, welche Berufe für die Gesellschaft am wichtigsten sind.

Die ungarische Regierung hat am Freitag einen Gesetzentwurf vorgelegt, der es ihr ermöglichen würde, für unbegrenzte Zeit per Dekret zu regieren. Das Papier sieht vor, dass Budapest den am 11. März wegen der Covid-19-Pandemie verhängten Notstand ohne die Zustimmung des Parlaments unbegrenzt verlängern kann, die bisher alle 15 Tage neu erfolgen muss. Welche Beweggründe stecken hinter dem Vorstoß?

Theaterstücke, Konzerte, Lesungen: auch das Kulturleben erlebt eine Zwangspause, damit die Ausbreitung des Virus verlangsamt wird. Doch viele Künstler finden kreative, meist digitale Mittel, um ihre Kunst dennoch hör- und sichtbar zu machen. Kommentatoren finden das toll.

In Italien, das am schwersten von der Coronakrise betroffen ist, hat die Regierung erneut die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus verschärft. Premier Conte erklärte am Wochenende, dass ab sofort alle Unternehmen, bis auf jene, die lebensnotwendige Waren und Dienstleistungen garantierten, schließen müssen. Die Presse fragt sich, ob das gut gehen kann.

Der Kampf gegen die Ausbreitung der Corona-Pandemie bringt für alle Menschen erhebliche Einschränkungen und Belastungen mit sich. Politiker und Prominente mahnen gesellschaftlichen Zusammenhalt und Solidarität an - doch Einige scheinen sich von diesen Rufen nicht angesprochen zu fühlen. So entspinnt sich in den Medien auch eine Debatte darüber, wer in dieser Krise welche Verantwortung hat.

Bisher wurde in den Hotspots auf den Ägäis-Inseln kein einziger Covid-19-Fall registriert. Auch für die Flüchtlinge gelten aber verschärfte Maßnahmen: Nur noch ein Familienmitglied darf Einkäufe erledigen. Zusätzlich sollen Gesundheitsstationen eingerichtet werden, die im Fall einer Infektion reagieren. NGOs fordern hingegen die Evakuierung der Camps - und Kommentatoren unterstützen sie.

Um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie abzuschwächen, will die EZB bis Jahresende weitere Anleihen im Volumen von 750 Milliarden Euro ankaufen. Bereits vergangene Woche hatte sie angekündigt, 120 Milliarden Euro in Anleihekäufe zu stecken. So sollen die Zinsen gedrückt werden, zu denen sich Staaten und Unternehmen verschulden können. Ist das eine angemessene Reaktion auf die Krise?

Im Kampf gegen die Ausbreitung der Corona-Pandemie haben viele Länder den Notstand ausgerufen und Ausgangssperren verhängt. So dürfen beispielsweise die Bürger in Italien, Spanien, Frankreich, Belgien und Dänemark nur noch für dringliche Anliegen aus dem Haus.

Von heute auf morgen in den eigenen vier Wänden isoliert – auf diese neuen Lebensumstände müssen sich in Europa Millionen Menschen einstellen. Und auch dort, wo die Bewegungsfreiheit noch nicht eingeschränkt ist, ziehen sich viele zurück, um die Ausbreitung der Corona-Pandemie zu verlangsamen. Journalisten ermutigen ihre Leser, das Beste aus der Situation zu machen.

Nachdem die Corona-Epidemie sich von Wuhan aus ausgebreitet hatte, brachte Chinas Regierung sie mit drastischen Maßnahmen nach eigenen Angaben unter Kontrolle. Nun läuft die Wirtschaft in den betroffenen Gebieten wieder an, Peking zeigt sich als Ratgeber und schickt medizinische Hilfe in die Welt. In Politik und Presse wird kontrovers diskutiert, ob China zum Vorbild für Europa taugt.

Am Dienstag hat die EU im Kampf gegen Covid-19 ein weitgehendes Einreiseverbot erlassen, das zunächst für 30 Tage gelten soll. Zudem sicherte EU-Ratschef Charles Michel der europäischen Wirtschaft zu, "was immer nötig" gegen die Folgen der Krise zu unternehmen. In den Kommentarspalten ist man sich einig, dass die Union bisher kein gutes Bild bei der Bekämpfung der Pandemie abgegeben hat.

Zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie hat die EZB neue Kredite für Banken angekündigt, um den Kreditfluss an die Wirtschaft zu stützen. Den Leitzins lässt sie unverändert. Brüssel setzt auf finanzielle Beihilfen von 7,5 Milliarden Euro, die später auf 25 Milliarden erhöht werden sollen. Kommentatoren sind skeptisch, ob diese Maßnahmen genügen.

Weltweit haben Staaten und Privatpersonen diverse Maßnahmen ergriffen, um Sars-CoV-2 in den Griff zu bekommen: Es wird kaum noch gereist, weniger produziert und transportiert. Vielerorts sind Umweltbelastungen bereits spürbar zurückgegangen. Doch Kommentatoren glauben nicht, dass die Maßnahmen langfristig den Klimawandel aufhalten können.

Um die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus einzudämmen, hat Italiens Regierung am Dienstag das ganze Land abgeriegelt. Am Sonntag waren zunächst nur 15 Provinzen im Norden zur "roten Zone" erklärt worden. Öffentliche Einrichtungen sind geschlossen, Sportveranstaltungen ausgesetzt. Die Zahl der Todesfälle stieg indes auf über 460. Kommentatoren geben den Bürgern eine Mitschuld an der Situation.

Die Covid-19-Pandemie stellt Europas Wirtschaft und Gesellschaft auf eine harte Probe: Krankenhäuser müssen Patienten abweisen, Schulen, Kultureinrichtungen und Grenzen wurden geschlossen, ganze Branchen sind lahmgelegt - eine Herausforderung für die ganze Bevölkerung. Kommentatoren loten aus, wie das Virus das Denken und Handeln bei Politikern, Unternehmern und Bürgern verändert.

Das Coronavirus hält bereits große Teile der Weltbevölkerung in Atem: Laut WHO sind mittlerweile 87 Länder betroffen. Etwa 98.000 Infektionen wurden weltweit registriert. In Europa steigen die Fallzahlen täglich, mehr als 150 Menschen starben bereits, die meisten davon in Italien. Europas Presse fragt sich, was die Epidemie vor der Haustür mit uns und unserer Zukunft macht.

Angesichts der raschen Ausbreitung des Coronavirus in Italien berät die Regierung in Rom am heutigen Dienstag mit seinen Nachbarländern Slowenien, Frankreich, Schweiz und Österreich, sowie Deutschland über weitere Maßnahmen. Die Zahl der Infektionen in Italien liegt mittlerweile bei über 220 Fällen. In den Kommentarspalten finden sich an Panik grenzende Texte ebenso wie kühl-rationale Überlegungen.

Das Coronavirus breitet sich immer weiter aus. In Italien sind mittlerweile mehr als 320 Fälle registriert. Viele Beobachter fürchten, dass die Epidemie durch Produktionsausfälle, gestörte Lieferketten und einen Rückgang des Konsums auch große wirtschaftliche Schäden anrichtet. Andere wittern inmitten der Bedrohung Entwicklungschancen.

Peking hat am Dienstag von Jyllands-Posten eine Entschuldigung für eine Karikatur gefordert, auf der Chinas Flagge mit Coronaviren gespickt ist. Bereits Mitte Januar hatte Stockholm Chinas Botschafter einbestellt, nachdem dieser wiederholt Druck auf das öffentlich-rechtliche Fernsehen und Zeitungen ausgeübt hatte. Dänische und schwedische Medien sind sich einig, dass sie nicht nachgeben dürfen.

Das Coronavirus, das im Dezember 2019 zuerst in der chinesischen Stadt Wuhan entdeckt wurde, breitet sich weiter aus. Bisher wurden über 42.000 Fälle gemeldet, 1113 Menschen starben an dem Erreger. Europäische Stimmen loben China trotz verbreiteter Kritik für sein vorbildliches Engagement gegen die Krankheit und beleuchten ungeahnte Nebeneffekte.