Die Knesset hat am Donnerstag ein Nationalstaatsgesetz verabschiedet, das den jüdischen Charakter Israels festschreibt und Arabisch den Status als zweite Amtssprache nimmt. Zudem dürfen künftig Kommunen entstehen, die Arabern das Wohnrecht vorenthalten. Für die einen ist es ein zutiefst undemokratisches Gesetz, für andere eine legitime Form der Verteidigung des israelischen Staats.

Die EU-Kommission hat gegen Google eine Rekordstrafe für Einzelunternehmen ausgesprochen: 4,3 Milliarden Euro muss der Tech-Konzern wegen Missbrauchs seiner marktbeherrschenden Stellung zahlen. Kommentatoren freuen sich, dass EU-Kommissarin Vestager die Interessen der Verbraucher schützt und prophezeien, dass die EU sich bald weitere Tech-Giganten vorknöpft.

Die EU-Kommission erhöht wegen der ungarischen Asylpolitik den Druck auf die rechtsnationale Regierung in Budapest. Die Brüsseler Behörde will Ungarn vor dem Europäischen Gerichtshof verklagen - als letzten Schritt eines laufenden Vertragsverletzungsverfahrens. Zudem leitete sie ein neues Verfahren wegen des Stop-Soros-Paket genannten Gesetzes gegen Flüchtlingshelfer ein. Was sagt die Presse dazu?

Juden in Niederösterreich sollen künftig nur dann koscheres Fleisch kaufen dürfen, wenn sie ihre Religionszugehörigkeit nachweisen. Das österreichische Tierschutzgesetz sieht schon bisher sehr strenge Ausnahmeregeln für das Schächten von Tieren vor. Doch der Tierschutz ist in dieser Debatte nur ein vorgeschobenes Argument, kritisieren Kommentatoren.

In Frankreich diskutiert die Nationalversammlung derzeit über die von Präsident Macron vorgeschlagene Verfassungsreform. Er setzt unter anderem auf den Umbau der staatlichen Institutionen, eine stärkere Gewaltenteilung, mehr Bürgerbeteiligung und eine vereinfachte Gesetzgebung. Französische Kommentatoren sind unzufrieden mit der geplanten Umsetzung des Vorhabens.

US-Präsident Trump steht nach dem Gipfel in Helsinki weiter unter Druck und weist die in den USA über Parteigrenzen hinweg negative Bewertung des Treffens zurück. Auch die meisten Kommentatoren sehen Trumps Außenpolitik äußerst kritisch. Doch es gibt auch Ausnahmen.

Seenotretter haben am Dienstag vor Libyens Küste eine Frau entdeckt, die sich an die Überreste eines zerstörten Schlauchboots klammerte, neben ihr zwei Leichen. Hilfsorganisationen werfen der libyschen Küstenwache unterlassene Hilfeleistung und das Zurücklassen der Migranten im Mittelmeer vor. Wie kann die EU nur auf eine Zusammenarbeit mit dem gescheiterten Staat Libyen setzen, fragen Kommentatoren.

Griechenland hat in der vergangenen Woche zwei russische Diplomaten ausgewiesen, die durch Bestechung versucht haben sollen, die Proteste gegen den Kompromiss im Namensstreit mit der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien (Fyrom) anzustacheln. Kommentatoren fordern von Athen offene Augen im Umgang mit Moskau und Transparenz gegenüber den eigenen Bürgern.

Fortan dürfen Jugendliche in Portugal ab 16 Jahren Geschlecht und Namen ändern, ohne dass ihnen eine Störung ihrer Geschlechtsidentität bescheinigt wurde. Immer noch nötig ist bis zum 18. Lebensjahr allerdings ein medizinisches Gutachten über die Entscheidungsfähigkeit. Portugals Presse begrüßt die Gesetzesnovelle, auch wenn für sie noch nicht alle offenen Fragen geklärt sind.

Die EU hat ihr bislang größtes Freihandelsabkommen unterzeichnet - mit Japan. Der seit 2013 vorbereitete und von der Öffentlichkeit Jefta genannte Vertrag soll kommendes Jahr in Kraft treten und 99 Prozent aller Zölle zwischen beiden Wirtschaftsräumen beseitigen. Hat die EU nichts aus dem Unmut über Ceta gelernt oder tut sie gut daran, neue Partner zu suchen?

Nach der heftigen Kritik an Trumps Aussagen während der Pressekonferenz mit Putin ist der US-Präsident zurückgerudert: Er habe nicht sagen wollen, dass es keine russische Einflussnahme im US-Wahlkampf gegeben hat. Wird der "Versprecher von Helsinki“ zum Verhängnis für Trump und seine Partei?

Viele Spieler des neuen Fußball-Weltmeisters Frankreich und anderer WM-Teams haben einen Migrationshintergrund. Kommentatoren treibt deshalb die Frage um, ob sich dem Fußball eine positive Wirkung auf nachhaltige Integration zuschreiben lässt.

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