Am morgigen Donnerstag wählt Großbritannien ein neues Unterhaus. Premier Boris Johnson hatte den vorzeitigen Urnengang im Oktober beantragt, nachdem das Parlament seinen Brexit-Zeitplan abgelehnt hatte. Obwohl eine Mehrheit der Bevölkerung angibt, Johnson zu misstrauen, liegt er in Umfragen vor Labour-Chef Jeremy Corbyn. Europas Medien diskutieren, ob es für einen Wahlsieg reicht.

Parallel zur UN-Klimakonferenz präsentiert EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am heutigen Mittwoch ein Maßnahmenpaket, mit dem Europa in den Bereichen Energie, Industrie, Verkehr und Landwirtschaft klimafreundlicher werden soll. Ziel: keine zusätzlichen Treibhausgase aus der EU bis 2050. Kommentatoren diskutieren, wie Europa eine Vorreiterrolle beim Klimaschutz einnehmen kann.

Die Demokraten haben die für ein Amtsenthebungsverfahren nötigen Anklagepunkte vorgestellt: Präsident Trump muss sich demnach wegen Machtmissbrauchs und Behinderung der Ermittlungen des Parlaments verantworten. Er soll die Ukraine dazu gedrängt haben, gegen den demokratischen Präsidentschaftsbewerber Joe Biden und dessen Sohn zu ermitteln. Kommentatoren zweifeln an den Erfolgsaussichten eines Impeachments.

Die EU-Staaten haben das Ende November geschlossene türkisch-libysche Militärabkommen für ungültig erklärt. Dieses legt auch Seegrenzen neu fest, unter anderem zwischen Kreta und Zypern, wo Erdgasvorkommen vermutet werden. Erdoğan bekräftige indes die Bereitschaft der Türkei, Truppen zur Unterstützung der international anerkannten Regierung nach Libyen zu entsenden. Journalisten kritisieren Ankaras Vorgehen.

Moskau und Kiew wollen bis Jahresende einen vollständigen Waffenstillstand in der Ostukraine erreichen. Zudem vereinbarten Putin und Selenskyj in Paris einen teilweisen Truppenabzug und einen Gefangenenaustausch. Im März soll ein weiteres Treffen im Normandie-Format stattfinden. Kommentatoren sind enttäuscht von den Ergebnissen des Gipfels.

Die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada hat Russland wegen der Manipulation von Labordaten für vier Jahre von sportlichen Großereignissen ausgeschlossen. Darunter fallen unter anderem Olympia in Tokio sowie Peking und die Fußball-WM in Katar. Russischen Sportlern bleibt aber das Schlupfloch, gegebenenfalls als neutrale Athleten zu starten. Was kann das Urteil bewirken?

Durch die andauernden Proteste gegen die geplante Rentenreform herrschen im Nah- und Fernverkehr in Frankreich weiterhin chaotische Zustände. Die zweitgrößte Gewerkschaft CGT rief indes zu einer Ausweitung des Streiks auf – während andere Gewerkschaften zunächst die für Mittwoch angekündigten Präzisierungen der Regierung zu der Reform abwarten wollen. Kommentatoren beschreiben eine verfahrene Situation.

Sanna Marin wird neue finnische Premierministerin - mit 34 Jahren die bis dato jüngste in der Geschichte des Landes. Die bisherige Verkehrs- und Kommunikationsministerin wurde von den Sozialdemokraten zur Kandidatin bestimmt. Aller Voraussicht nach wählt das Parlament sie am heutigen Dienstag ins Amt. Die Personalie ruft nicht nur in der finnischen Presse ein großes Echo hervor.

Peter Handke und Olga Tokarczuk erhalten am heutigen Dienstag in Stockholm den Literaturnobelpreis. Handke, dem vorgeworfen wird, von Serben begangene Kriegsverbrechen bagatellisiert zu haben, wollte sich bei der Pressekonferenz nicht dazu äußern und attackierte Journalisten, die Fragen danach stellten. Kommentatoren sind entsetzt – über den Preisträger, aber auch über das Nobel-Komitee.

Am heutigen Montag treffen sich der ukrainische Präsident Selenskyj und sein russischer Amtskollege Putin in Paris erstmals persönlich. Mit Emmanuel Macron und Angela Merkel sollen Maßnahmen zur Lösung des Ostukrainekonflikts erarbeitet werden. Europas Medien diskutieren, ob und wie in den zuletzt blockierten Verhandlungen ein Durchbruch gelingen kann.

Drei Tage vor der britischen Unterhauswahl liegen die konservativen Tories in den Umfragen klar vorn. Und das trotz innerparteilicher Turbulenzen wegen der Brexit-Politik von Premier Johnson. Was die Chancen der sozialdemokratischen und liberaldemokratischen Opposition beeinträchtigt, beschäftigt die Kolumnisten.

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