Die EU-Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine und Moldau können beginnen. Der Weg dafür wurde frei, nachdem die neue Regierung in Budapest die jahrelange ungarische Blockade aufgegeben hatte. Auch für die Länder des Westbalkans soll Schwung in die Verhandlungen kommen, wie Bundeskanzler Merz und der französische Präsident Macron bei einem Gipfel in Montenegro forderten. Europas Presse schaut auf einen zähen Prozess.

In London haben die Staats- und Regierungschefs von Großbritannien, Frankreich, Deutschland und der Ukraine den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu einem sofortigen Waffenstillstand und Verhandlungen über ein Ende des Krieges aufgerufen. In einer gemeinsamen Erklärung forderten Keir Starmer, Emmanuel Macron, Friedrich Merz und Wolodymyr Selenskyj eine "aktive" Beteiligung Europas und der USA an Friedensgesprächen.

In Albanien gibt es seit Anfang Juni massive, mitunter auch gewalttätige Proteste gegen Pläne zum Bau eines riesigen Luxus-Tourismus-Resorts an der Küste. Es soll in Schutzgebieten an der Lagune von Narta und auf der vorgelagerten Insel Sazan entstehen. Beteiligt an dem Projekt ist Trump-Schwiegersohn Jared Kushner. Die Regierung verweist darauf, dass das Vorhaben noch nicht genehmigt sei.

Papst Leo XIV. hält sich seit Samstag zu einem einwöchigen Besuch in Spanien auf. Über eine Million Menschen besuchten seine am Sonntag abgehaltene Fronleichnamsmesse in Madrid, in der er dazu aufrief, sich für Nächstenliebe und Gerechtigkeit einzusetzen. Kommentatoren der Landespresse debattieren, welche Rolle die Kirche und ihr Oberhaupt heute noch spielen können.

Deutschland ist mit seiner Bewerbung um einen nichtständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat für die Jahre 2027 und 2028 gescheitert. Bei der geheimen Abstimmung in der Generalversammlung fanden hingegen Portugal mit 134 und Österreich mit 131 Stimmen die nötigen Zwei-Drittel-Mehrheiten. Für die wie üblich alle acht Jahre eingereichte deutsche Bewerbung votierten nur 104 Staaten. Die Medien analysieren mögliche Gründe.

Der ukrainische Präsident Selenskyj hat Russlands Staatschef Putin vorgeschlagen, den Krieg durch direkten Austausch zu beenden. Ein Treffen solle jedoch weder in Kyjiw noch in Moskau, sondern beispielsweise in der Schweiz stattfinden, hieß in einem online veröffentlichten Brief. Präsident Putin erklärte sich zu einer Vereinbarung auf Grundlage seiner Gespräche mit US-Präsident Trump in Alaska bereit.

Die französisch-iranische Künstlerin Marjane Satrapi ist im Alter von 56 Jahren in Paris gestorben. Mit ihrer autobiografischen Graphic Novel Persepolis wurde sie weltberühmt. 2025 sollte sie in die französische Ehrenlegion aufgenommen werden, lehnte dies jedoch ab. Satrapi kritisierte vor allem, dass Frankreich Visa-Bewerbungen von jungen iranischen Dissidenten und Künstlern abgelehnt habe. Die Presse würdigt die Künstlerin und ihr Werk.

Die in Tschechien mitregierende extrem rechte Bewegung für Freiheit und direkte Demokratie (SPD) von Parlamentspräsident Tomio Okamura ist von einem Prager Gericht wegen volksverhetzender Wahlplakate zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Die Plakate hätten Hass gegen Flüchtlinge geschürt, urteilte die Richterin. Kommentatoren diskutieren das Für und Wider des Urteils.

Das diesjährige Sankt Petersburger Internationale Wirtschaftsforum (Spief) ist am Mittwoch eröffnet worden. Kurz zuvor hatten jedoch ukrainische Drohnen ein Exportterminal für Ölprodukte im Hafen in Brand gesetzt, weshalb dicke Rauchwolken über die Stadt zogen. Kommentatoren beleuchten den heutigen Wert des früher als "russisches Davos" bezeichneten Events und die Auswirkungen der ukrainischen Angriffe auf Russland.

Die Europäische Union will Abschiebezentren in Nicht-EU-Ländern einrichten. Darauf verständigten sich Vertreter des Europaparlaments und der Regierungen der Mitgliedsländer. Wo solche Zentren errichtet werden könnten, ist noch unklar. Die Maßnahme ist eine Ergänzung der EU-Asylreform, die am 12. Juni vollständig in Kraft tritt. Die Presse bewertet den Plan hinsichtlich seiner Durchführbarkeit und der Vereinbarkeit mit den Grundrechten.

Der Tod eines Studenten, der vergangenen Dezember niedergestochen wurde, wühlt die Öffentlichkeit im Vereinigten Königreich auf. Der 18 Jahre alte Henry Nowak starb an seinen Verletzungen, nachdem die Polizei ihn offenbar für den Täter und nicht für das Opfer hielt. Die Beamten legten ihn in Handschellen, statt ihm zu helfen, wie jetzt veröffentlichte Bodycam-Bilder zeigen. Der Täter, ein Sikh, hatte behauptet, von Nowak rassistisch angegriffen worden zu sein. Er wurde nun zu lebenslanger Haft verurteilt.

Die langjährige Bürgermeisterin der estnischen Grenzstadt Narva, Katri Raik, hat Konkurrenz bekommen. Die oppositionellen Parteien Zentrum und Plan B wählten am Montag in einer Stadtratssitzung einen neuen Bürgermeister aus ihren Reihen. Der Zentrumspolitiker Jaan Toots zog auch bereits ins Rathaus ein, obwohl die Rechtsgültigkeit des Vorgehens ungeklärt ist.

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