London und die EU treten in den Brexit-Verhandlungen auf der Stelle. Auf dem Gipfel in Salzburg lehnten die Staats- und Regierungschefs den Vorschlag der britischen Premierministerin May ab. Eine kompromisslose Haltung der EU beobachten Kommentatoren - doch nicht alle hoffen darauf, dass sich beide Seiten zusammenraufen.

Zweites großes Thema neben dem Brexit war beim Gipfel in Salzburg die Migration. Österreichs Kanzler Kurz schlug vor, sich nach dem Vorbild des Deals mit Ankara um eine Zusammenarbeit mit Kairo zu bemühen. Einig war man sich darin, die Mittel für Frontex aufzustocken. Für einige Kommentatoren ist die EU damit auf einem guten Weg, andere glauben, dass sich an den Detailfragen neuer Streit entzünden wird.

Hilfsorganisationen klagen über katastrophale Zustände im Hotspot Moria auf der Ägäis-Insel Lesbos. Obwohl die Kapazität bei 3.300 Plätzen liegt, sind in dem Aufnahmelager fast 9.000 Menschen untergebracht. Ärzte ohne Grenzen berichten von Selbstmordversuchen Minderjähriger, die Behörden sehen Gefahren für Gesundheit und Umwelt. Griechische Kommentatoren gehen mit der Regierung scharf ins Gericht.

Nachdem die EU-Abgeordneten sich für die Einleitung eines Strafverfahrens gegen Ungarn ausgesprochen haben, hat die ungarische Opposition vor dem Parlament in Budapest demonstriert. Ex-Premier Ferenc Gyurcsány rief dazu auf, so lange zu protestieren, bis die Regierung gestürzt ist. Journalisten beleuchten die Rolle Gyurcsánys und fragen sich, warum er nicht mehr Anhänger mobilisieren kann.

US-Präsident Trump hat den Handelsstreit weiter zugespitzt und neue Zölle auf chinesische Waren im Wert von 200 Milliarden US-Dollar verhängt. Damit ist etwa die Hälfte aller Importe aus China mit Abgaben belegt. Kommentatoren glauben, dass er mit diesem harten Kurs durchaus Erfolg haben könnte.

Papst Franziskus besucht vom 22. bis 25. September Litauen, Lettland und Estland. Es ist der erste Besuch eines Papstes in den baltischen Staaten seit 25 Jahren. Die Presse im überwiegend von Katholiken bewohnten Litauen freut sich auf den Papstbesuch, während er in Lettland eher kritisch gesehen wird.

Polens Präsident Andrzej Duda hat US-Präsident Trump die Einrichtung einer ständigen US-Militärbasis in Polen vorgeschlagen. Bei seinem Besuch in Washington sagte Duda, dies solle "aggressives russisches Verhalten" eindämmen. Er schlug vor, die Basis Fort Trump zu taufen. Kommentatoren fragen sich, ob der Vorschlag umgesetzt werden kann und welche Folgen das hätte.

Der Chef der dänischen Danske Bank, Thomas Borgen, räumt wegen des Geldwäsche-Skandals seinen Posten. Die Niederlassung in Estland soll laut Bericht eines Whistleblowers Geld im Wert von mehreren Milliarden Euro gewaschen haben. Dieses soll vor allem aus Russland stammen. Kommentatoren fordern weitreichende Konsequenzen, um das Vertrauen in den Bankensektor wiederherzustellen.

Frankreichs Bildungsminister Jean-Michel Blanquer will den freiwilligen Arabisch-Unterricht an öffentlichen Schulen ausbauen, unter anderem "um dieser Zivilisationssprache ihr Prestige zurückzugeben", wie er sein Vorhaben begründete. Aus dem konservativen und rechtsextremen Lager erntete er scharfe Kritik. Französische Kommentatoren erklären jedoch, warum sie die Pläne für richtig halten.

Die Bürger Rumäniens sollen am 6. und 7. Oktober entscheiden, ob die Ehe in der Verfassung als Verbindung zwischen Mann und Frau definiert werden soll - womit die gleichgeschlechtliche Ehe faktisch unmöglich gemacht würde. Befürworter und Gegner der Volksabstimmung versuchen mit aller Macht, die rumänischen Zeitungsleser auf ihre Seite zu ziehen.

Italiens Außenminister Enzo Moavero Milanesi hat ein bilaterales Treffen mit seiner österreichischen Amtskollegin abgesagt. Grund ist der Ärger über das Vorhaben Wiens, deutschsprachigen Südtirolern österreichische Pässe anzubieten. Die Pläne sind in Wien seit dem Amtsantritt der Regierung Ende 2017 immer wieder Thema. Italienische und österreichische Kommentatoren kritisieren diese scharf.

Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen muss seinen Posten räumen. Er war wegen seiner Aussagen zu den Vorfällen in Chemnitz in die Kritik geraten. Maaßen soll nun Staatssekretär im Innenministerium werden. Für Kommentatoren ist das eine Kompromisslösung, doch kann sie den Regierungsstreit beenden und die Opposition besänftigen?

Mehr Debatten