Die USA, das Vereinigte Königreich und Australien haben einen Pakt für den Indopazifik geschlossen: Aukus. Australien soll unter anderem nuklear betriebene U-Boote mit Technik aus den USA und Großbritannien bekommen. Das Bündnis gilt als Schulterschluss gegen China, hebelt jedoch einen Vertrag aus, mit dem Frankreich Australien U-Boote hätte liefern sollen. Paris sprach von "Vertrauensverrat". Kommentatoren fürchten eine Spirale der Destabilisierung.

Vom 17. bis zum 19. September wählt Russland seine Duma-Vertreter. Chancenreiche Oppositionelle sind dabei ausgeschlossen und die OSZE verzichtet wegen strenger Auflagen Moskaus auf die Entsendung von Wahlbeobachtern. Kommentatoren erklären, warum sich an der Macht von Putin und seiner Partei "Einiges Russland" nichts ändern wird - auch wenn es auf dem Papier durchaus Alternativen gibt.

Bei Protesten gegen die Corona-Regeln ist es in Ljubljana zu gewaltsamen Ausschreitungen gekommen. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein, nachdem einzelne Demonstranten das Parlament mit Feuerwerkskörpern beworfen hatten. Die nationale Presse zeigt unterschiedlich viel Verständnis für die Proteste, die sich vor allem gegen eine verschärfte Testpflicht für Ungeimpfte richteten.

In den EU-Ländern sind die Strompreise seit Anfang des Jahres deutlich gestiegen. So kostet der Grundlast­strom, also die Strommenge, die das Stromnetz mindestens benötigt, an den Strombörsen aktuell mehr als doppelt so viel wie im Sommer 2020. Erdgas ist rund zehnmal so teuer geworden. Gründe sind unter anderem die gestiegene Nachfrage in Asien und weniger Einspeisungen aus Windkraft.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat zum zweiten Mal die jährliche Rede zur Lage der Union gehalten. Sie stimmte die Bevölkerung auf eine neue Ära verstärkter internationaler Konkurrenz ein und warb unter anderem für die Europäische Verteidigungsunion. Für einige Beobachter strotzt die Rede vor Aufbruchstimmung. Andere bedauern, dass der EU-Kommission am Ende immer die Hände gebunden sind.

Bei der Bundestagswahl am 26. September entscheiden die deutschen Wähler auch über die Nachfolge von Angela Merkel. Die SPD - bislang Juniorpartner der Großen Koalition - liegt laut INSA-Umfrage mit 26 Prozent vor CDU/CSU (20,5 Prozent) und den Grünen (15 Prozent). Was die unterschiedlichen Regierungsbündnisse für die EU und insbesondere Brüssels Finanzpolitik bedeuten, beschäftigt europaweit die Presse.

Spaniens Premier Pedro Sánchez hat am Mittwoch Kataloniens Ministerpräsident Pere Aragonès in Barcelona getroffen, um nach eineinhalb Jahren Pause den Dialog zum Autonomiestreit fortzusetzen. Einziges Ergebnis war, dass man die Gespräche trotz gegensätzlicher Positionen fortsetzen wolle. Der radikalere Junior-Koalitionspartner der katalanischen Separatisten-Regierung Junts boykottierte das Treffen.

Unter der Taliban-Führungsriege scheint Streit zwischen dem "moderateren" Flügel und den Hardlinern ausgebrochen zu sein: Vizeregierungschef Abdul Ghani Baradar, eigentlich die Nummer Zwei der Islamisten-Bewegung, war mehrere Tage von der Bildfläche verschwunden. Gerüchte über seinen Tod oder seine Flucht gingen um - ob die Dementis der Taliban glaubwürdig sind, ist noch offen.

Die Sozialdemokraten von Jonas Gahr Støre haben die norwegische Parlamentswahl für sich entschieden. Nach acht Jahren konservativer Regierung stehen die Zeichen damit auf Mitte-Links - wie in ganz Skandinavien. Doch die Koalitionsverhandlungen könnten zäh werden, denn beim dominierenden Thema des Wahlkampfes - der Zukunft der staatlichen Ölförderung - sind sich die möglichen Partner alles andere als einig.

Angela Merkel hat zum letzten Mal als Kanzlerin den Westbalkan besucht. In Tirana sprach sie mit den Regierungschefinnen und -chefs von Albanien, Serbien, Montenegro, Bosnien, Nordmazedonien und Kosovo. Kommentatoren halten Merkel zwar zugute, dass ihr der Westbalkan am Herzen liegt, kritisieren aber, dass in den vergangenen Jahren weder Deutschland noch die EU der Region wahre Perspektiven geboten haben.

In Frankreich steht Ex-Gesundheitsministerin Agnès Buzyn vor Gericht, die Mitte Februar 2020 zurückgetreten war. Sie habe durch ihre Politik zu Beginn der Corona-Pandemie Menschenleben gefährdet, lautet der Vorwurf in Tausenden von Klagen, die gegen Buzyn und weitere Regierungsmitglieder eingegangen sind. Die Landespresse hält das Verfahren allerdings für wenig zielführend.

Angesichts der drastisch steigenden Strompreise hat Spaniens Premier Pedro Sánchez ein bis März 2022 geltendes Maßnahmenpaket angekündigt. Es sieht unter anderem vor, Gewinne (rund 2,4 Milliarden Euro) von Konzernen "umzulenken", wenn diese - wie etwa Atomstromerzeuger - von den Preiserhöhungen profitieren, ohne von den Mehrkosten für teureres Erdgas betroffen zu sein. Die Unternehmen wollen juristisch dagegen vorgehen.

Mehr Debatten