Der an Covid-19 erkrankte britische Premier Boris Johnson ist am Montagabend auf die Intensivstation verlegt worden. Der Gesundheitszustand des 55-Jährigen habe sich verschlechtert, hieß es in einer Erklärung. Johnson sei fahrlässig mit der Bedrohung durch das Coronavirus umgegangen und habe damit nicht nur sich selbst, sondern auch sein Land in Gefahr gebracht, urteilen Medien.

Am heutigen Dienstag beraten die EU-Finanzminister erneut über die Einführung gemeinsamer Euro-Anleihen, um die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise abzufedern. Italien und Spanien sind starke Verfechter dieser Coronabonds, Deutschland und die Niederlande lehnen sie bislang ab. Kommentatoren warnen davor, dass die EU an dieser Frage zerbrechen könnte.

Österreichs Regierung will in der kommenden Woche die schrittweise Lockerung des Lockdown beginnen: Unter Auflagen können zunächst kleinere Geschäfte und Handwerksbetriebe öffnen, ab Mai sollen weitere folgen. Während einige Medien vor diesem Schritt warnen, halten ihn andere für das Ergebnis verantwortungsvoller Politik.

Brexit-Gegner Keir Starmer ist neuer Chef der Labour-Partei und somit Oppositionsführer in Großbritannien. Unter seinem Vorgänger Jeremy Corbyn hatte die Partei bei der Parlamentswahl im Dezember eine historische Niederlage erlitten. Sind die Karten mit einem pragmatischeren Anführer und in Zeiten der Coronakrise neu gemischt?

Der Schütze, der vor zwei Jahren den slowakischen Investigativjournalisten Ján Kuciak und dessen Verlobte ermordete, ist zu 23 Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte die Tat gestanden und einen Auftraggeber genannt. Gegen den läuft ein weiteres Verfahren, das aber wegen der Coronakrise momentan ausgesetzt ist. Slowakische Medien erklären, warum der Schütze nicht lebenslang ins Gefängnis muss.

Der Versuch, die Ausbreitung von Sars-Cov-2 einzudämmen, stellt viele Menschen vor nie dagewesene Herausforderungen. Die einen versuchen, Heimarbeit und Kinderbetreuung unter einen Hut zu bekommen, andere bangen um ihre blanke Existenz. Kommentatoren überlegen, welche langfristigen Folgen der Ausnahmezustand haben wird und wie Staaten darauf reagieren müssen.

Königin Elizabeth II. hat die Briten in einer TV-Ansprache zum Durchhalten in der Coronavirus-Pandemie aufgerufen. Sie hoffe, dass in den kommenden Jahren alle stolz darauf sein können, wie sie mit dieser Herausforderung umgegangen seien. Dass die Queen eine Rede an die Nation hält, ist, abgesehen von den Weihnachtsansprachen, extrem selten. Doch es hat sich gelohnt, da scheinen sich Journalisten einig.

Das Virus scheint für viele Beobachter auch die europäische Idee zum Erliegen gebracht zu haben: Die Mitgliedsstaaten schließen ihre Grenzen, schränken die Freiheiten ihrer Bürger ein und machen weitgehend nationalstaatliche Politik. Kommentatoren fordern bei den Lösungsentwürfen mehr Flexibilität und dass sich die Debatte nicht allein um das Für und Wider von Corona-Bonds drehen darf.

1,5 Milliarden Kinder und Jugendliche weltweit können laut Unesco derzeit wegen der Corona-Pandemie nicht zur Schule gehen. Sie werden damit eines großen Stücks ihres Alltags und ihrer Lernmöglichkeiten beraubt. Doch der Bildungssektor passt sich im Eiltempo an die neue Situation an und Beteiligte zeigen sich in der Not erfinderisch. Das stimmt Beobachter durchaus positiv.

Angesichts markant gestiegener Fallzahlen erwägt die rot-grüne schwedische Minderheitsregierung härtere Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Pandemie. Bislang hatte die Regierung auf Appelle und Freiwilligkeit gesetzt. Grenzen und Grundschulen blieben offen, Ausgangsbeschränkungen gab es nicht, getestet wurden nur Schwerkranke. Kommentatoren fordern ein Ende der Gelassenheit.

Polen, Ungarn und Tschechien hätten die Aufnahme von Asylbewerbern aus Italien und Griechenland infolge der Flüchtlingskrise von 2015 nicht verweigern dürfen. Damit haben sie EU-Recht gebrochen, stellte der Europäische Gerichtshof am Donnerstag fest. Die EU-Innenminister hatten eine Verteilung auf alle Mitgliedsstaaten beschlossen, um die Ankunftsländer zu entlasten. Was bringt der Richterspruch jetzt noch – fast fünf Jahre danach?

Die EU-Kommission will ein europäisches Kurzarbeitergeld einführen: Die Mitgliedsstaaten sollen damit Unternehmen ermöglichen, ihre Mitarbeiter zu halten, auch wenn sie wegen der Coronakrise ihren Betrieb zeitweise einstellen oder herunterfahren müssen. Dafür will die Kommission Kredite in Höhe von 100 Milliarden Euro aufnehmen. Nicht alle Medien sind überzeugt, dass das Programm solidarisch ist.

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