Frankreichs Präsident Macron hat nach der verheerenden Explosion in Beirut als erstes ausländisches Staatsoberhaupt den Libanon besucht. Vor gegen die Regierung protestierenden Bürgern machte er sich für ein internationales Hilfsprogramm zum Wiederaufbau des schwer gebeutelten Landes stark und betonte, dass die Hilfe die Menschen direkt erreichen soll. Kommentatoren diskutieren, ob dies die richtige Geste zur richtigen Zeit war.

Nach der Explosion in Beirut protestieren viele Menschen gegen die politischen Eliten des Landes. Dabei wurden bei Zusammenstößen mit Sicherheitskräften mehrere Menschen verletzt. Im Mittelpunkt der Ursachenforschung nach der Katastrophe steht die Lagerung Tausender Tonnen Ammoniumnitrat im Hafen, dessen Verwaltung als korrupt gilt. Beobachter fürchten eine weitere Destabilisierung des Libanons mit fatalen Folgen.

In Belarus steht am Sonntag die Präsidentenwahl an - und der übliche Wahlsieg des seit 26 Jahren herrschenden Alexander Lukaschenko ist so unsicher wie noch nie. Die Opposition hat sich um die Kandidatin Swetlana Tichanowskaja geschart, die erst kurzfristig an Stelle ihres inhaftierten Mannes ins Rennen ging. Doch nicht alle Kommentatoren sind überzeugt, dass sie den Sieg schaffen kann.

Am Donnerstag haben sich Griechenland und Ägypten auf eine gemeinsame Wirtschaftszone im erdgasreichen östlichen Mittelmeer geeinigt. Damit sei das Abkommen zwischen der Türkei und Libyen, das teilweise dasselbe Gebiet betrifft und durch das Athen und Kairo ihre Interessen verletzt sahen, "in der Mülltonne gelandet", sagte der griechische Außenminister Dendias. Kann das Papier die Lage tatsächlich beruhigen?

In vielen Ländern haben die Kinos nach dem Lockdown wieder geöffnet. Doch insbesondere für kleine Betreiber lohnt sich der Betrieb kaum, da die Abstandsregeln weniger Ticketverkäufe zulassen. Weitere Zuschauer bleiben aus Angst vor Ansteckung weg, oder weil sie sich an die Bequemlichkeit der Streamingdienste gewöhnt haben. Die Branche hat ihre Lage zum Teil selbst verschuldet, finden Kommentatoren.

Am heutigen 6. August vor 75 Jahren fiel die US-Atombombe "Little Boy" auf Hiroshima. Über 140.000 Menschen verloren ihr Leben, bis heute leiden Menschen an den Spätfolgen der nuklearen Strahlung. Zum Gedenktag werfen Kommentatoren einen sorgenvollen Blick auf das Verhältnis zwischen den heutigen Atommächten.

In Kroatien wurde am Mittwoch der "Operation Sturm" von 1995 gedacht. Damals eroberten kroatische Truppen ein großes Gebiet von serbischen Freischärlern zurück. Wegen Verbrechen an serbischen Zivilisten und der anschließenden Massenflucht ist die Operation umstritten. Nun nahm erstmals ein Vertreter der serbischen Minderheit an der Feier teil. Für Kommentatoren ist dies nur der erste Schritt.

Im Prozess um den Mord am slowakischen Enthüllungsjournalisten Ján Kuciak und seiner Verlobten ist am Dienstag die Verkündung des Urteils überraschend verschoben worden. Der Todesschütze war im April zu 23 Jahren Haft verurteilt worden, das Urteil gegen seine mutmaßlichen Auftraggeber soll nun erst Anfang September gefällt werden, weil die Richter noch Beratungsbedarf haben. Ein Grund zur Sorge?

Seitdem Alt-König Juan Carlos das Land verlassen hat, machen Gerüchte die Runde, dass sein Sohn König Felipe VI. ihn aus dem Königspalast gedrängt habe. Premier Sánchez lobte am Dienstag das Königshaus für seine Distanzierung vom Ex-Regenten. Bei Sánchez‘ linken Koalitionspartnern und auf den Straßen werden hingegen Stimmen lauter, die die Abschaffung der Monarchie fordern. Ist die Zeit dafür gekommen?

Nach zwei relativ stabilen Monaten hat die türkische Lira wieder deutlich an Wert verloren und war in der vergangenen Woche auf einem Allzeittief gegenüber dem Euro. Um die Tendenz umzukehren und die seit Jahren drohende schwere Wirtschaftskrise abzuwenden, braucht es tiefgreifende Reformen in Wirtschaft und Politik, mahnen Kommentatoren an.

Donald Trump will auf ein Verbot der Video-App Tiktok verzichten, wenn deren US-Sparte an ein "sehr amerikanisches Unternehmen" verkauft wird. Microsoft führt schon länger entsprechende Gespräche. Tiktok gehört dem chinesischen Konzern Bytedance und hat weltweit Hunderte Millionen meist junge Nutzer. In den Kommentarspalten wirft das Vorgehen aller Beteiligten Fragen auf.

Polens Oberstes Gericht hat das Ergebnis der Präsidentschaftswahl für gültig erklärt und damit eine Beschwerde der oppositionellen PO zurückgewiesen. Sie habe nicht genügend Beweise dafür vorgelegt, dass der Staatsapparat und insbesondere die öffentlich-rechtlichen Medien Amtsinhaber Duda begünstigt hätten, so der Richterspruch. Empörung bei einigen Kommentatoren, Erleichterung bei anderen.

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