Die Staats- und Regierungschefs der EU haben sich auf ihrem Gipfel hinter die Ziele der Kommission gestellt: Bis Ende März sollen mindestens 80 Prozent der Über-80-Jährigen sowie das Pflegepersonal geimpft werden, bis zum Ende des Sommers möglichst 70 Prozent der Gesamtbevölkerung. Nicht nur angesichts des vielerorts schleppenden Verlaufs der Impfkampagne haben Kommentatoren kritische Nachfragen.

Eine neue Regelung für öffentliche Versammlungen treibt Griechenland um. Journalistenverbände kritisieren, dass Medien künftig nur aus einer polizeilich ausgewiesenen "Schutzzone" und in Kooperation mit einem Verbindungspolizisten von Demos berichten dürften. Das zuständige Ministerium erwiderte, dieses Angebot sei lediglich optional. Für die Presse sind diese Aussage und die gesamte Regelung ein Skandal.

"Schau nicht zu viel fern, sonst bekommst Du viereckige Augen!" Wer in den 1980er oder 1990er Jahren aufgewachsen ist, kennt diese Warnungen von Eltern oder anderen wohlmeinenden Erwachsenen. Doch was ist mit den heutigen Jugendlichen, die wegen Kontaktbeschränkungen, Homeschooling und fehlenden Freizeitangeboten ihre Zeit fast ausschließlich vor Bildschirmen verbringen? Kommentatoren sorgen sich.

Das EU-Parlament hat wegen der Verhaftung des russischen Oppositionellen Alexej Nawalny einen Baustopp für das deutsch-russische Pipeline-Projekt Nord Stream 2 gefordert. Die EU müsse die Fertigstellung der Pipeline "umgehend verhindern", heißt es in dem am Donnerstag verabschiedeten Beschluss. Auch Kommentatoren sind der Meinung, dass die Sanktionen gegenüber Russland handfester werden müssen.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat den von ihm beauftragten Bericht des Historikers Benjamin Stora vorgelegt bekommen. Er enthält Vorschläge zur Befriedung der Beziehungen zwischen der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich und Algerien, die 60 Jahre nach dem Unabhängigkeitskrieg weiterhin angespannt sind. Medien aus beiden Ländern sehen einen wichtigen Impuls, den es nun zu nutzen gilt.

In seiner Rede zum Amtsantritt hat Joe Biden versprochen, "ein Präsident für alle Amerikaner" sein zu wollen. Er rief zur Einheit auf und mahnte die Menschen, einander zuzuhören. Viele Beobachter schöpfen angesichts der Zeremonie in Washington Hoffnung, dass es der neuen Regierung gelingen könnte, das Land wieder zusammenzubringen. Andere sind deutlich weniger optimistisch.

Der Start könnte sicherlich ruhiger sein für den nun vereidigten 46. Präsidenten der USA: Joe Biden übernimmt eine politisch destabilisierte und wirtschaftlich geschwächte Nation, die mitten in einer Pandemie steckt. Europas Presse sieht denn auch eine ganze Reihe von Herausforderungen, die Biden mit seinem Team jetzt dringend angehen muss.

In Italien gibt es nach dem Rückzug Matteo Renzis und seiner Partei aus der Regierungskoalition vorerst keine Neuwahlen. Am Dienstag sprach der Senat Premier Giuseppe Conte das Vertrauen aus, wie zuvor auch die Abgeordnetenkammer. Mit 156 Stimmen verfehlte Conte allerdings eine absolute Mehrheit. Kommentatoren sind einerseits erleichtert, andererseits enttäuscht über den Ablauf der Abstimmung.

Einen Tag nach Nawalnys Festnahme hat dessen Team eine umfangreiche Dokumentation über "Putins Palast", eine mit bombastischem Luxus ausgestattete Residenz in Gelendschik am Schwarzen Meer, veröffentlicht - samt der Korruptionsschemen zur Finanzierung des Baus. Nawalny pokert hoch, finden Kommentatoren und sehen eine klare Zuspitzung der Konfrontation zwischen ihm und Putin.

Am 20. Januar um 12:00 Ortszeit endet die Amtszeit Donald Trumps als US-Präsident. Zwei Wochen nach dem Sturm auf das Kapitol verlässt er das Weiße Haus mit den niedrigsten Zustimmungswerten, die er je hatte. Der Amtseinführung seines Nachfolgers bleibt er fern. Einige Kommentatoren wollen das Kapitel Trump am liebsten vergessen wissen, andere mahnen, dass genau das nicht passieren darf.

Die neun dem Dachverband CFCM angehörigen muslimischen Verbände Frankreichs haben sich am Wochenende auf eine Grundsatzcharta für den Islam in Frankreich geeinigt. Zuvor hatte Präsident Macron monatelang darauf gedrungen, dass sie sich gegen Islamismus positionieren. Kommentatoren loben, dass die Charta Diskriminierung trotz klarer Position vermeidet - zweifeln aber auch an ihrer Effektivität.

Bereits zum Frühstück bekommen viele Menschen die Zahlen der Corona-Toten als Eilmeldung auf ihr Smartphone oder hören sie im Radio. So bringt sich der Tod wieder stärker ins Bewusstsein - auch bei denen, die bisher keine Angehörigen oder Freunde an das Virus verloren haben. Was macht das mit der Gesellschaft? Und ist es nicht auch legitim, den Tod zu verdrängen?

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