Für Europas Kommentatoren geht es bei der Bundestagswahl auch um große europäische Fragen: Die Erneuerung der EU, ihr Verhältnis zu Russland und den Umgang mit den Partnern in Budapest und Warschau. Europas Medien formulieren, wen sie angesichts dieser Herausforderungen am liebsten in der Regierung sehen möchten.

Nach dem harten Vorgehen der spanischen Polizei steht das Unabhängigkeitsreferendum Kataloniens auf der Kippe. Die Militärpolizei nahm mindestens zwölf hochrangige katalonische Regierungsbeamte und Organisatoren des umstrittenen Referendums fest und beschlagnahmte Millionen Stimmzettel. Kommentatoren sehen durch den Konflikt gängige Vorstellungen von Demokratie und Politik in Frage gestellt.

Nach einem Zerwürfnis mit Chefin Marine Le Pen hat der Vize-Vorsitzende den Front National verlassen. Florian Philippot, bislang wichtiger Stratege und Vertreter des sich modern gebenden Flügels der Partei, trat zurück, nachdem Le Pen ihn de facto entmachtet hatte. Journalisten skizzieren, was der Eklat für die politische Landschaft Frankreichs bedeutet.

Am kommenden Montag soll in der kurdischen Autonomieregion im Irak über einen unabhängigen kurdischen Staat abgestimmt werden. So hat es der irakische Kurdenführer Massud Barzani angekündigt. Nicht nur die irakische Zentralregierung ist strikt dagegen, auch der UN-Sicherheitsrat warnte vor einer "potenziell destabilisierenden" Wirkung. Wie ist das geplante Referendum zu bewerten?

Seit Litauen EU-Mitglied ist, wandern immer mehr seiner Einwohner in andere Staaten der Gemeinschaft aus, vor allem nach Großbritannien und Irland. Es gehen besonders viele junge Menschen, was dem Land schwer zu schaffen macht. Litauische Medien streiten darüber, ob die Regierung sich im Gegenzug bemühen sollte, ausländische Arbeitnehmer ins Land zu locken.

In seiner ersten Rede vor der UN-Generalversammlung hat Trump Nordkorea mit der "totalen Zerstörung" gedroht und für eine Weltordnung auf Grundlage "souveräner Nationalstaaten" geworben. Journalisten in und außerhalb Europas reagieren auf diese ungewöhnliche Rede vor einer Institution, die eigentlich für friedliche Kooperation steht, teils erzürnt, teils entzückt.

Die Billigfluglinie Ryanair hat für die kommenden Wochen über 2.000 Flüge gestrichen. Fehlende Informationen lösten großen Unmut unter den Fluggästen aus. Die Firma erklärte daraufhin die Ausfälle unter anderem mit einer unklaren Urlaubsplanung im Unternehmen. Welche Konsequenzen haben die Vorfälle für die profitable Fluglinie?

Die AfD steht vier Jahre nach ihrer Gründung vor dem Einzug in den deutschen Bundestag. Umfragen zufolge könnte die Partei zwischen neun und zwölf Prozent der Stimmen erhalten. Kommentatoren analysieren, warum viele Wähler für die rechtspopulistische und national-konservative Partei stimmen könnten.

Meinungsverschiedenheiten gibt es derzeit viele im Verhältnis der deutschen und polnischen Regierung. Nach Differenzen in Bezug auf EU-Politik und die polnische Justizreform sorgten jüngst polnische Reparationsforderungen an Deutschland für Verstimmungen. Journalisten beider Seiten diskutieren, ob die Deutschen die Polen noch immer zu wenig verstehen.

Umfragen und Medienberichte sprechen eine klare Sprache: Ihnen zufolge ist Angela Merkel und den Unionsparteien der klare Sieg bei der Bundestagswahl am Sonntag nicht mehr zu nehmen. Dass sich in Deutschland nach zwölf Jahren Merkel noch immer kein Wechsel abzeichnet, erstaunt einige Journalisten, die der Kanzlerin schwerwiegende Fehler vorhalten. Andere glauben, dass eine weitere Amtszeit Merkels der gesamten EU Stabilität schenken kann.

In Spanien geht die Zentralregierung immer schärfer gegen katalonische Separatisten vor. Am heutigen Mittwoch hat die Militärpolizei zwölf höhere Beamte der Regionalregierung festgenommen. Derweil erheben immer mehr katalonische Politiker ihre Stimme für das Unabhängigkeitsreferendum am 1. Oktober. In anderen Regionen Spaniens demonstrierten viele Menschen ihre Unterstützung. Ist jede Hoffnung auf eine Einigung vergebens?

Am kommenden Wochenende kürt die italienische Protestpartei Movimento Cinque Stelle (M5S) in einer Online-Entscheidung ihrer Mitglieder den Spitzenkandidaten für die Parlamentswahl im Frühjahr. Beobachter rechnen damit, dass Luigi Di Maio das Rennen machen wird: Er gilt als Thronfolger von Parteigründer Beppe Grillo und seine Gegenkandidaten sind wenig bekannt. Italiens Medien empören sich über ein abgekartetes Spiel.

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