Frankreich hat die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen, nachdem ein mutmaßlich islamistischer Täter in einer Kirche in Nizza drei Menschen getötet hatte. Man werde im Streit um Werte nicht beigeben, sagte Macron. Vor gut zwei Wochen hatte die Regierung das Vorgehen gegen Islamismus und ihre Rhetorik über Muslime verschärft. Was ist die richtige Reaktion auf die Attacke?

Die rasante Zunahme der Infektionszahlen und die gleichzeitig immer bessere Verfügbarkeit verschiedener Corona-Tests befeuern die Diskussion darüber, welche Rolle die richtige Teststrategie im Kampf gegen die Pandemie spielt. Aufsehen erregte hier mit ihren Plänen die Slowakei. Doch bereits in den Kommentarspalten gehen die Meinungen darüber, wie am klügsten getestet wird, auseinander.

Ob Corona, Terror oder Migrationspolitik: Falschmeldungen, verengte Informationskanäle und gezielte Desinformation sind zu einem festen Bestandteil der Medienöffentlichkeit geworden - über Video-Channels und soziale Medien, aber teilweise auch in etablierten Publikationen. Kommentatoren suchen nach geeigneten Gegenmaßnahmen und den Gründen, warum so viele Menschen Falschmeldungen aufsitzen.

In Estland hat die Regierung aus Zentrumspartei, Vaterlandspartei (Isamaa) und rechtsradikaler Ekre beschlossen, im Frühjahr eine Volksbefragung zur Definition der Ehe in der Verfassung abzuhalten. Rechtlich bindend wird diese nicht sein – sonst müsste die Regierung im Fall einer Niederlage zurücktreten. Treibende Kraft ist Ekre, die eigentlich das 2015 verabschiedete Gesetz zur Eintragung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften kippen wollte.

Tagelange Proteste in Polen gegen die Verschärfung des Abtreibungsgesetzes haben sich am Mittwoch ausgeweitet: Die Frauenbewegung rief zu einem landesweiten Streik auf und legte in Warschau den Verkehr lahm. Das Verfassungsgericht hatte Schwangerschaftsabbrüche auch bei schweren Fehlbildungen des Fötus für illegal erklärt und damit eines der striktesten Abtreibungsgesetze Europas weiter verschärft. Muss die PiS-Regierung einknicken?

Viel wurde unternommen, um ihn zu vermeiden, eindringlich wurde vor ihm gewarnt, doch mittlerweile ist der sogenannte Lockdown in vielen europäischen Ländern wieder Realität. Anders als vor einem halben Jahr bleiben jedoch Kitas und Schulen meist geöffnet – weshalb neu auch von einem Teil-Lockdown gesprochen wird. Doch wie schon im Frühjahr scheiden sich an den Maßnahmen auch diesmal die Geister.

Der türkische Präsident hat europäischen Politikern Islamhass vorgeworfen und sie als "Kettenglieder der Nazis" bezeichnet. Es gebe eine "Lynchkampagne" gegen Muslime, vergleichbar mit der Judenverfolgung vor dem Zweiten Weltkrieg. Zuvor war Erdoğan Emmanuel Macron scharf angegangen, als dieser nach der Tötung von Samuel Paty von einer Krise des Islam sprach. Beobachter fragen nach Motiven, Opfern und Profiteuren in diesem Streit.

Am 3. November wählen die US-Amerikaner einen neuen Präsidenten, ihre Abgeordneten zum Repräsentantenhaus und einen Teil des Senats. Im Rennen um die Präsidentschaft liegt der ehemalige Vizepräsident Joe Biden von der Demokratischen Partei in Umfragen vor dem republikanischen Amtsinhaber Donald Trump. Europäische Beobachter erörtern die internationalen Implikationen der Wahl.

Die konservative Juristin Amy Coney Barrett hat den Eid für den Obersten Gerichtshof der USA abgelegt. Zuvor hatte der mehrheitlich republikanische Senat die Kandidatin Trumps bestätigt. Bei der Vereidigung versicherte Barrett erneut, als Richterin unabhängig von ihren politischen Vorlieben zu arbeiten. Kommentatoren sehen die Weichen hingegen als gestellt an.

Mit neuen Lockdowns und Teil-Lockdowns in vielen Ländern Europas rücken auch die wirtschaftlichen Folgen solch einschneidender Maßnahmen wieder in den Fokus. Europas Presse ist sich einig, dass es nun weitere Auffangmaßnahmen braucht - nicht aber darin, ob neue Unterstützungsfonds das richtige Rezept sind, und an wen jetzt Gelder fließen sollten.

Das Kabinett der spanischen Linksregierung hat am Dienstag einen Haushaltsentwurf verabschiedet, der eine starke Ausweitung der öffentlichen Ausgaben sowie Steuererhöhungen für Großkonzerne und Reiche vorsieht. Kommentatoren diskutieren, ob das der richtige Weg ist, die Folgen der Coronakrise abzufedern.

In Belarus ist das Ultimatum ausgelaufen, das Oppositionsführerin Tichanowskaja Präsident Lukaschenka gestellt hatte. Trete dieser bis 25. Oktober nicht zurück, so die Forderung, werde es einen landesweiten Generalstreik geben. Tatsächlich kam es nun zu besonders großen Demonstrationen, Lukaschenka sprach von "Terrorismus". Kommentatoren sind sich uneinig, auf wem der Druck jetzt mehr lastet.

Mehr Debatten