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Die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada hat Russland wegen der Manipulation von Labordaten für vier Jahre von sportlichen Großereignissen ausgeschlossen. Darunter fallen unter anderem Olympia in Tokio sowie Peking und die Fußball-WM in Katar. Russischen Sportlern bleibt aber das Schlupfloch, gegebenenfalls als neutrale Athleten zu starten. Was kann das Urteil bewirken?

Laut einem Bericht der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada hat Russland Dopingkontrollen gezielt manipuliert. Eine Kommission empfiehlt daher, Russlands Sportler vier Jahre lang von wichtigen sportlichen Wettbewerben auszuschließen - was eine bislang nie da gewesene drastische Strafe wäre. Die Entscheidung soll im Dezember fallen. Ist eine Sperre gerechtfertigt und sinnvoll?

Juri Ganus, der Leiter der russischen Antidoping-Agentur Rusada, hat Vorwürfe bestätigt, wonach Ende 2018 Tausende Daten zu Dopingproben aus den Jahren 2012-2015 vor ihrer Übergabe an die Welt-Antidoping-Agentur Wada manipuliert worden sind - und zwar während Kontrollen durch russische Ermittler. Welche Folgen hat das für Russlands Teilnahme an künftigen Sportwettbewerben?

Im Dopingskandal um russische Leichtathleten hat sich die Lage entspannt. Russlands Antidopingagentur Rusada wird vorerst nicht erneut gesperrt, wie die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada mitteilte. Somit können russische Sportler wieder ohne Einschränkungen an internationalen Wettkämpfen teilnehmen und unter eigener Flagge antreten. Welche Seite musste im Doping-Streit letztlich mehr nachgeben?

Alexander Kruschelnizki, russischer Bronze-Medaillengewinner im Curling, ist positiv auf das verbotene Herzmittel Meldonium getestet worden. Der Chef des russischen Curling-Verbands sprach von Sabotage. Für Kommentatoren ist das Ganze eine Farce.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat Russland von den Winterspielen 2018 in Pyeongchang ausgeschlossen. Russische Sportler, die beweisen, dass sie sauber sind, dürfen aber ohne Flagge und Hymne starten. Diese Strafe für das staatlich orchestrierte Doping in Sotschi 2014 kritisieren einige Journalisten scharf. Für andere hingegen ist sie ein Anlass, Olympia neu zu denken.

Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) hat die lebenslangen Doping-Sperren gegen 28 russische Wintersportler aufgehoben, da die Beweislage unzureichend sei. Systematisches Staatsdoping bleibt also folgenlos, klagen einige Kommentatoren. Andere glauben, dass die begnadigten Athleten trotzdem nicht bei den Winterspielen in Pyeongchang antreten können.

Die 28. Olympischen Spiele sind am Sonntagabend in Rio de Janeiro zu Ende gegangen. Sie wurden überschattet von Debatten über Doping und leere Tribünen. Die ersten Spiele in Lateinamerika waren ein voller Erfolg, loben einige Kommentatoren. Andere bilanzieren, dass Olympia angesichts zahlreicher Skandale weiter an Glanz verloren hat.

Die New York Times berichtet über staatlich gelenktes Doping russischer Athleten bei den Winterspielen in Sotschi 2014 und bezieht sich auf Aussagen des früheren Leiters des Moskauer Anti-Doping-Labors. Kommentatoren sehen eine neue Form der Kriegsführung und fordern die Sperre Russlands für die olympischen Spiele im August.

Trotz der Dopingvorwürfe hat das Internationale Olympische Komitee entschieden, nicht das gesamte russische Team von den Olympischen Spielen in Rio auszuschließen. Lediglich die Leichtathleten müssen komplett zu Hause bleiben, über die Athleten anderer Sportarten entscheiden die Fachverbände. Russische Medien freuen sich über das Urteil.

Die russischen Leichtathleten dürfen endgültig nicht bei den Olympischen Spielen in Rio starten. Der Internationale Sportgerichtshof CAS hat als letzte Instanz den Einspruch von 68 Betroffenen zurückgewiesen. So bitter diese Entscheidung für einzelne Sportler sein mag, sie war unumgänglich, argumentieren Kommentatoren.

Nachdem der Leichtathletik-Weltverband IAAF die russischen Leichtathleten wegen Dopings von Olympia in Rio ausgeschlossen hat, kommen am Dienstag IOC-Spitze und Vertreter nationaler Verbände in Lausanne zusammen. Es wird erwartet, dass sie die Entscheidung unterstützen oder gar auf weitere Sportarten ausdehnen. Trifft die Sperre die wahren Schuldigen?

Die russische Tennisspielerin Maria Scharapowa ist bei den Australian Open im Januar positiv auf Meldonium getestet worden. Die Substanz wird unter anderem in Herzmedikamenten verwendet und steht seit Anfang des Jahres auf der Dopingliste der Wada. Für Kommentatoren wirft der Fall Scharapowa viele Fragen auf.