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  Missbrauch in der katholischen Kirche

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Zum Abschluss des viertägigen Krisengipfels im Vatikan hat Papst Franziskus ein Ende der Vertuschung angemahnt und mit harten Worten den sexuellen Missbrauch von Kindern durch Geistliche angeprangert. Opferverbände zeigten sich von der Konferenz von fast 200 Geistlichen enttäuscht. Wie unterschiedlich das historische Treffen aufgenommen wird, zeigt auch der Blick in die Kommentarspalten.

Eine von der Deutschen Bischofskonferenz in Auftrag gegebene und am Dienstag veröffentlichte Studie vermittelt einen Eindruck vom Ausmaß sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche in Deutschland. Mindestens 1670 Geistliche sollen sich zwischen 1946 und 2014 an Kindern und Jugendlichen vergangen haben. Kommentatoren skizzieren, wie die Kirche nun aufklären und aufarbeiten muss.

Papst Franziskus hat vor seiner Irland-Reise eine "Null-Toleranz-Haltung" gegenüber sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche gefordert. In einem Brief an alle Gläubigen bezeichnete er diesen als Verbrechen, forderte Aufklärung und prangerte eine "anomale Verständnisweise von Autorität in der Kirche" an. Werden die Worte des Kirchenoberhaupts etwas ändern?

In Polen ist am Wochenende der umstrittene Film Kler in den Kinos angelaufen. Darin geht es um Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche und die Verstrickungen von Kirche und Politik. Einige Kleinstädte wollen den Film laut Medienberichten nicht in ihren Kinos zeigen, die Regierungspartei PiS kritisiert ihn scharf. Woher rührt diese Kritik und ist sie gerechtfertigt?

Erzbischof Carlo Maria Viganò hat Papst Franziskus in einem Brief vorgeworfen, Missbrauchsvorwürfe gegen den Washingtoner Erzbischof McCarrick vertuscht zu haben, um die "Schwulen-Lobby" im Vatikan zu schützen. Zuvor hatte der Papst Missbrauchsfälle in der Kirche scharf verurteilt. Die Kritik an Papst und Kirche sollte nicht zu weit gehen, mahnen Kommentatoren.

Papst Franziskus hat bei seinem Besuch in Irland am Wochenende Misshandlungen und Missbrauch von Kindern und Frauen durch katholische Geistliche verurteilt. Vielen Opfern ging die Bitte um Vergebung jedoch nicht weit genug. Kommentatoren bestehen auf umfassende Aufklärung und fordern, dass sich die Kirche an die Spitze eines gesellschaftlichen Wandels stellt.

Auf dem Gelände des bis 1961 von der katholischen Kirche betriebenen Mutter-Kind-Heims im irischen Tuam haben Ermittler die Gebeine von fast 800 Föten, Babys und Kleinkindern gefunden. Ledige Schwangere kamen in Irland bis in die 1990er Jahre in solchen Einrichtungen unter und mussten oft Zwangsarbeiten durchführen. Die Kindersterblichkeit war Medien zufolge unverhältnismäßig hoch. Wie müssen Kirche, Staat und Gesellschaft mit dem Fall umgehen?