Seit einer knappen Woche greifen Israel und die USA den Iran aus der Luft an. Teheran antwortet mit Schlägen gegen Israel und benachbarte Golfstaaten. In Washington haben sich Senat und Repräsentantenhaus hinter das Vorgehen von US-Präsident Trump gestellt. Unterdessen stieg der Ölpreis deutlich an und versetzt die Wirtschaft weltweit in Unruhe. Kommentatoren in Europa versuchen zu deuten, welche Entwicklung der Krieg nehmen wird.

Spaniens Premier Pedro Sánchez hat sein "Nein zum Krieg in Iran!" am Mittwoch in einer Fernsehansprache bekräftigt. Tags zuvor hatte US-Präsident Donald Trump Spanien im Beisein von Bundeskanzler Friedrich Merz heftig dafür kritisiert, dass es den USA die Nutzung zweier Militärstützpunkte untersagt hatte. Trump drohte damit, die Handelsbeziehungen zu Spanien abzubrechen. Kommentatoren bewerten das Verhalten von Sánchez und Merz.

Im Streit zwischen Kyjiw und Budapest liegen die Nerven blank. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj verurteilte die anhaltende Blockade eines 90-Milliarden-Euro-Kredits durch Ungarn scharf. In Bezug auf das Veto des ungarischen Premiers schlug er ironisch vor, man solle die Kontaktdaten "dieser einen Person" den ukrainischen Soldaten geben – "damit sie ihn anrufen und in ihrer eigenen Sprache mit ihm reden".

Bei den paralympischen Winterspielen in Italien sorgt die Entscheidung für Kritik, Teilnehmende aus Russland und Belarus mit ihren Flaggen einlaufen zu lassen. Dem ukrainischen Team wurde indes das Tragen eines Outfits mit der Landkarte der Ukraine – einschließlich der russisch besetzten Gebiete – verboten. Mehrere Verbände schlossen sich dem von der Ukraine angekündigten Boykott der Eröffnungsfeier an.

Der angegriffene Iran feuert mit Raketen und Drohnen auf Israel, US-Stützpunkte in der Region und auch auf die Infrastruktur bei seinen reichen südlichen Nachbarn. Die meisten Geschosse werden abgefangen. Die Türkei meldete den Abschuss einer vermutlich in Richtung Zypern fliegenden Rakete. Besonders kompliziert wird das Verhältnis der Golfstaaten zu Teheran auf der einen und Washington und Tel Aviv auf der anderen Seite.

Der EU-Kommissar für Industrie und Binnenmarkt Stéphane Séjourné hat in Brüssel seine Pläne vorgestellt, wie Europa die Binnennachfrage bestimmter Produkte fördern sollte. Bei der Vergabe öffentlicher Aufträge dürften EU-Staaten künftig nur dann Gelder in Schlüssel-Branchen lenken, wenn Erzeugnisse wie Stahl, Zement, E-Fahrzeuge oder saubere Technologien "Made in Europe" sind.

Griechenland hat eine Serie von Fotografien erworben, die detailliert zeigen, wie 200 Kommunisten am 1. Mai 1944 von einem Nazi-Exekutionskommando bei Athen hingerichtet wurden. Die bisher unbekannten 263 Abzüge waren von einem belgischen Militaria-Händler bei eBay zur Versteigerung angeboten worden. Nach einer Intervention der griechischen Behörden waren sie aus dem Verkauf genommen worden. Für die Landespresse ist dies ein vielschichtiges Thema.

In Europa gibt es unterschiedliche Haltungen zum Angriff der USA und Israels auf den Iran. Kanzler Merz betonte im Gespräch mit US-Präsident Trump am Dienstag, dass man sich einig sei, dass das Regime in Teheran beseitigt werden müsse. Großbritannien hatte den USA anfangs verweigert, britische Stützpunkte für Iran-Einsätze zu nutzen – lässt dies nun aber begrenzt zu. Spaniens Premier Sánchez sprach sich hingegen klar gegen den Militärschlag aus und nannte ihn einen Verstoß gegen das Völkerrecht.

Der Konflikt in Nahost lässt die Preise für Öl und Gas steigen. Drohungen des Irans führen dazu, dass sich Tankschiffe auf beiden Seiten der Straße von Hormus stauen. Nach dem Lieferstopp des wichtigen Förderlandes Katar ist der Preis für Flüssigerdgas (LNG) an der Amsterdamer Börse von unter 32 Euro pro Megawattstunde am Freitag auf vorübergehend über 62 Euro am Dienstag gestiegen. Europas Presse lotet kurz-, mittel- und langfristige Konsequenzen aus.

Frankreich will sein Atomwaffenarsenal aufstocken und als Beitrag für die Sicherheit Europas anbieten. Das erklärte Staatspräsident Emmanuel Macron in seiner Rede zur Erneuerung der Nukleardoktrin, bei der er auch über die mögliche Verlegung französischer Atomwaffen ins europäische Ausland sprach. Im Anschluss kündigten Élysée und Kanzleramt gemeinsam die Einrichtung einer deutsch-französischen nuklearen Steuerungsgruppe an.

Der Krieg am Golf wirkt sich auch auf Russland aus: Einerseits ist Teheran ein Verbündeter Moskaus, der Russland vor allem zu Beginn des Ukrainekriegs mit Drohnentechnologie ausstattete. Andererseits könnten die sich nun abzeichnenden Engpässe bei Öl und Gas auf dem Weltmarkt Russland eine Chance bieten, mit seinen durch Sanktionen eingeschränkten Energie-Exporten wieder besser zu verdienen. Die Medien wägen ab.

Am Samstagmorgen haben die USA gemeinsam mit Israel begonnen, Ziele im Iran anzugreifen. Dabei wurde Irans Oberster Führer, Ayatollah Ali Chamenei, getötet. US-Präsident Trump begründete den Militärschlag damit, dass der Iran die USA und ihre Verbündeten in der Region unmittelbar bedrohe. Teheran reagierte mit Raketen und Drohnen auf Israel und mehrere Golfstaaten, in denen es US-Militäreinrichtungen gibt. In Europas Presse herrscht Sorge vor einer weiteren Eskalation.

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