Während einer dreitägigen Waffenruhe hat Russland am 9. Mai seine traditionelle Militärparade zur Feier des Sieges über Nazi-Deutschland abgehalten. In einer Rede erklärte Präsident Wladimir Putin, die russische Armee kämpfe in der Ukraine gegen "aggressive", von der Nato unterstützte Kräfte. Bei einer anschließenden Pressekonferenz sagte er aber auch, er glaube, "die Sache" neige sich dem Ende zu.
Russlands Präsident Wladimir Putin hat den mit ihm befreundeten Altkanzler Gerhard Schröder als möglichen Vermittler im Krieg zwischen Russland und der Ukraine ins Spiel gebracht. Für die Gesprächsaufnahme mit der europäischen Seite könne er sich gut den früheren SPD-Chef als Mittelsmann vorstellen, sagte Putin nach der Militärparade am Samstag in Moskau. Kommentatoren sind anderer Meinung.
Bei den britischen Kommunalwahlen in der Vorwoche hat die rechtspopulistische Partei Reform UK des Brexit-Vorkämpfers Nigel Farage deutlich hinzugewonnen. Die regierende Labour-Partei von Premierminister Keir Starmer musste dagegen herbe Verluste hinnehmen. Angesichts der Wahlpleite wurden in der Partei Stimmen laut, die den Rücktritt Starmers fordern. Dieser betonte jedoch, er wolle um sein Amt kämpfen.
Die Ära Orbán ist zu Ende: Péter Magyar ist am Samstag im ungarischen Parlament zum Ministerpräsidenten gewählt worden, wo seine Tisza-Partei durch ihren Wahlsieg im April eine Zweidrittelmehrheit hat. Er bekam 140 Stimmen bei 54 Gegenstimmen. Der konservative und europafreundliche Magyar sprach von einem Neuanfang für Ungarn, das Volk habe ihm das Mandat für einen Systemwechsel erteilt.
Ungewissheit hängt über der großen Militärparade, die Russland jeweils am 9. Mai in Moskau abhält, um den Sieg über Nazi-Deutschland zu feiern. Da es der Ukraine immer häufiger gelingt, Ziele in ganz unterschiedlichen Teilen des Angreiferlandes mit Drohnen zu treffen, wird die Parade dieses Jahr ohne schweres Kriegsgerät stattfinden. Kommentatoren erkennen ein Zeichen der Verwundbarkeit und ziehen ganz unterschiedliche Schlüsse.
Der Fidesz-nahe Unternehmer Gyula Balásy hat am Montag angeboten, seine Medien-, Kommunikations- und Eventunternehmen kostenlos dem ungarischen Staat zu überlassen. Sie erhielten unter Viktor Orbán staatliche Aufträge in großem Umfang, darunter für etliche Regierungskampagnen. Während Balásy erklärt, er wolle seine rund 500 Mitarbeiter absichern, ermittelt die Polizei wegen des Verdachts auf Untreue und Geldwäsche.
In Rumänien ist am Dienstag die liberale Regierung unter dem bürgerlichen Premierminister Ilie Bolojan durch ein Misstrauensvotum abgesetzt worden. Kurz darauf gab die Landeswährung Leu gegenüber dem Euro nach und die Zinssätze, mit denen sich Rumänien Geld auf dem internationalen Markt leiht, stiegen. Nun könnten die Ratingagenturen die Kreditwürdigkeit Rumäniens weiter herabstufen und EU-Förderungen, die an Reformen gekoppelt sind, ausbleiben. Die Presse ist beunruhigt.
Sir David Attenborough wird am heutigen Freitag 100 Jahre alt. Mit seinen Naturdokumentarfilmen begeistert der charismatische Brite seit den frühen 1960er-Jahren ein Millionenpublikum und lässt seine Faszination für Pflanzen, Tiere und das Ökosystem auf die Zuschauer überspringen. Im Vereinigten Königreich wird er als "National Treasure" verehrt. Die Presse gratuliert mit Gedanken über Schönheit und Verletzlichkeit.
Die Nachrichtenlage in Bezug auf den Iran-Krieg bleibt unübersichtlich. Die zu Wochenbeginn angekündigte US-Operation, die blockierte Hormus-Meerenge durch militärische Schutzgarantien zu öffnen, wurde nach nur einem Tag wieder ausgesetzt. US-Präsident Trump begründete dies damit, eine Einigung mit dem Iran stünde nun kurz bevor. Europas Presse wägt die verschiedenen Interessen und Machtfaktoren ab.
Auf dem Kreuzfahrtschiff MV Hondius sind drei Menschen aufgrund einer Infektion mit dem Hantavirus gestorben. Nun hat Spanien der Besatzung erlaubt, einen Hafen auf der Kanarischen Insel Teneriffa anzulaufen, nachdem das Schiff drei Tage lang vor Kap Verde geankert hatte. Der Präsident der Kanaren, Fernando Clavijo, protestierte gegen das Vorhaben und beklagte fehlende Transparenz.
Seit Montag haben Studierende in französischen Hochschulmensen Zugang zu Mahlzeiten für 1 Euro, ohne jegliche Einkommensvoraussetzung. Bisher war dies nur Stipendiaten und Studierenden aus prekären Verhältnissen vorbehalten. Die Maßnahme war von Studentenorganisationen seit Langem gefordert worden. Nun hat die Regierung von Premier Sébastien Lecornu 50 Millionen Euro zu diesem Zweck bereitgestellt. Ist das gerecht?
Seit einem Jahr ist Friedrich Merz Chef der schwarz-roten Regierungskoalition in Berlin. Mit dem Versprechen zügiger Reformen setzte der Bundeskanzler bewusst einen Kontrapunkt zur erstarrt wirkenden Vorgängerregierung, der sogenannten Ampel. Inwieweit die hohen Erwartungen im ersten Jahr erfüllt wurden und was in Zukunft geschehen muss, debattiert Europas Presse.











