Ungewissheit hängt über der großen Militärparade, die Russland jeweils am 9. Mai in Moskau abhält, um den Sieg über Nazi-Deutschland zu feiern. Da es der Ukraine immer häufiger gelingt, Ziele in ganz unterschiedlichen Teilen des Angreiferlandes mit Drohnen zu treffen, wird die Parade dieses Jahr ohne schweres Kriegsgerät stattfinden. Kommentatoren erkennen ein Zeichen der Verwundbarkeit und ziehen ganz unterschiedliche Schlüsse.

Der Fidesz-nahe Unternehmer Gyula Balásy hat am Montag angeboten, seine Medien-, Kommunikations- und Eventunternehmen kostenlos dem ungarischen Staat zu überlassen. Sie erhielten unter Viktor Orbán staatliche Aufträge in großem Umfang, darunter für etliche Regierungskampagnen. Während Balásy erklärt, er wolle seine rund 500 Mitarbeiter absichern, ermittelt die Polizei wegen des Verdachts auf Untreue und Geldwäsche.

In Rumänien ist am Dienstag die liberale Regierung unter dem bürgerlichen Premierminister Ilie Bolojan durch ein Misstrauensvotum abgesetzt worden. Kurz darauf gab die Landeswährung Leu gegenüber dem Euro nach und die Zinssätze, mit denen sich Rumänien Geld auf dem internationalen Markt leiht, stiegen. Nun könnten die Ratingagenturen die Kreditwürdigkeit Rumäniens weiter herabstufen und EU-Förderungen, die an Reformen gekoppelt sind, ausbleiben. Die Presse ist beunruhigt.

Sir David Attenborough wird am heutigen Freitag 100 Jahre alt. Mit seinen Naturdokumentarfilmen begeistert der charismatische Brite seit den frühen 1960er-Jahren ein Millionenpublikum und lässt seine Faszination für Pflanzen, Tiere und das Ökosystem auf die Zuschauer überspringen. Im Vereinigten Königreich wird er als "National Treasure" verehrt. Die Presse gratuliert mit Gedanken über Schönheit und Verletzlichkeit.

Die Nachrichtenlage in Bezug auf den Iran-Krieg bleibt unübersichtlich. Die zu Wochenbeginn angekündigte US-Operation, die blockierte Hormus-Meerenge durch militärische Schutzgarantien zu öffnen, wurde nach nur einem Tag wieder ausgesetzt. US-Präsident Trump begründete dies damit, eine Einigung mit dem Iran stünde nun kurz bevor. Europas Presse wägt die verschiedenen Interessen und Machtfaktoren ab.

Auf dem Kreuzfahrtschiff MV Hondius sind drei Menschen aufgrund einer Infektion mit dem Hantavirus gestorben. Nun hat Spanien der Besatzung erlaubt, einen Hafen auf der Kanarischen Insel Teneriffa anzulaufen, nachdem das Schiff drei Tage lang vor Kap Verde geankert hatte. Der Präsident der Kanaren, Fernando Clavijo, protestierte gegen das Vorhaben und beklagte fehlende Transparenz.

Seit Montag haben Studierende in französischen Hochschulmensen Zugang zu Mahlzeiten für 1 Euro, ohne jegliche Einkommensvoraussetzung. Bisher war dies nur Stipendiaten und Studierenden aus prekären Verhältnissen vorbehalten. Die Maßnahme war von Studentenorganisationen seit Langem gefordert worden. Nun hat die Regierung von Premier Sébastien Lecornu 50 Millionen Euro zu diesem Zweck bereitgestellt. Ist das gerecht?

Seit einem Jahr ist Friedrich Merz Chef der schwarz-roten Regierungskoalition in Berlin. Mit dem Versprechen zügiger Reformen setzte der Bundeskanzler bewusst einen Kontrapunkt zur erstarrt wirkenden Vorgängerregierung, der sogenannten Ampel. Inwieweit die hohen Erwartungen im ersten Jahr erfüllt wurden und was in Zukunft geschehen muss, debattiert Europas Presse.

Mehr und mehr greift die Überzeugung um sich, dass sich Europa um seine eigene Verteidigung kümmern muss. Der Angriff Russlands auf die Ukraine, ständige Drohungen aus dem Kreml gen Westen und der schrittweise, aber unaufhaltsame Rückzug der USA als Sicherheitsgarant verstärken die Aufrüstungsbestrebungen der Staaten. Kommentatoren zeigen auf, wie es um die europäische Verteidigungsfähigkeit steht.

Beim Gipfel der Europäischen Politischen Gemeinschaft (EPG) in der armenischen Hauptstadt Jerewan am Montag und Dienstag berieten mehr als 40 Staats- und Regierungschefs unter anderem über die Kriege im Iran und der Ukraine. Angesichts des angedrohten Abzugs US-amerikanischer Truppen aus Deutschland kamen die beteiligten Politiker in Armenien überein, dass mehr sicherheitspolitische Eigenverantwortung geboten sei.

In Frankreich herrscht Aufregung um einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk, der in seinem Abschlussbericht deutliche Einschnitte bei der Senderzahl und Finanzierung fordert. Premier Sébastien Lecornu wies die vom Berichterstatter des Ausschusses, dem extrem rechten Abgeordneten Charles Alloncle, erhobenen Forderungen und Feststellungen zurück. Frankreichs Presse ist beim Thema ebenfalls gespalten.

Kurz vor der abgespeckten Militärparade in Moskau scheint sich die Lage für Machthaber Wladimir Putin zu verschlechtern. Geheimdienstinformationen zufolge soll er sich aus Angst vor Attentaten oder Putschversuchen überwiegend in Bunkern aufhalten. Und selbst kremlnahe Meinungsforschungsinstitute erkennen abnehmenden Rückhalt. Kommentatoren erkennen wachsenden Druck und überlegen, wozu er führen könnte.

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