Die US-Marine hat ein iranisches Frachtschiff im Golf von Oman angegriffen und geentert. Teheran warf Washington daraufhin einen Bruch der bis Mittwoch geltenden Waffenruhe vor und drohte mit "Vergeltung". Gleichzeitig wollen die USA heute in Islamabad eine neue Runde von Friedensverhandlungen beginnen. Laut staatlicher Nachrichtenagentur Irna schickt der Iran keine Delegation nach Pakistan.

Zum achten Mal in fünf Jahren wurde in Bulgarien am Sonntag das Parlament gewählt. Doch diesmal ist das Ergebnis eindeutig: Das neue Mitte-Links-Wahlbündnis Progressives Bulgarien von Ex-Präsident Rumen Radew errang etwa 45 Prozent der Stimmen und erhielte somit die absolute Mehrheit. Die konservative Partei Gerb des früheren Regierungschefs Bojko Borissow kam auf nur noch 13 Prozent. Ändert sich damit nun auch Bulgariens Haltung in der EU?

Russische Truppen rücken im Osten der Ukraine kaum noch vor. Militärexperten begründen dies vor allem mit der Dominanz ukrainischer Drohnen – nicht nur im Luftraum an der Frontlinie, sondern auch über dem angrenzenden Hinterland des Angreifers. Auch werden die ukrainischen Angriffe auf Industrie- und Energieanlagen tief in Russland immer massiver. Kommentatoren sehen eine militärische Wende.

Linksgerichte Politiker aus mehreren Erdteilen haben bei einem Treffen in Barcelona ihren Zusammenhalt zum Schutz der Demokratie beschworen. Unter dem Motto Global Progressive Mobilisation (GPM) reisten auf Einladung des spanischen Premiers Pedro Sánchez und des brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva Staats- und Regierungschefs sowie Minister aus zahlreichen Ländern an.

Wankelmütigkeit und wenig Taktgefühl wurden Donald Trump schon bald nach Beginn seiner zweiten Amtszeit vorgeworfen. Inzwischen macht der US-Präsident jedoch auch mit verstörenden Kraftsprüchen und KI-Bildern Schlagzeilen. Im außenpolitischen Vorgehen – sei es im Iran-Krieg, der Nato oder in Ungarn – und seinem Clinch mit Papst Leo XIV. sehen die Medien Indizien für einen Niedergang des Trumpismus.

Nach ihrem Erdrutschsieg bei der Parlamentswahl am Sonntag wollen Ungarns künftiger Premier Péter Magyar und seine Tisza-Partei das System von Viktor Orbán umkrempeln. Dank einer parlamentarischen Zweidrittelmehrheit wollen sie Gewaltenteilung, Rechtsstaatlichkeit und Pressefreiheit in Ungarn wiederherstellen. Mehr noch: Magyar forderte das von Orbán installierte Staatsoberhaupt Tamás Sulyok auf, freiwillig abzudanken.

Mit einer App für die Altersverifikation will die EU-Kommission Kinder im Internet besser schützen. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kündigte in Brüssel an, die App sei technisch bereit und werde in Kürze den Bürgern zur Verfügung stehen. Ist dies der Durchbruch im Kampf gegen Smartphonesucht, Cybermobbing und schädliche Beeinflussung Minderjähriger durch Social Media?

In der Türkei hat es innerhalb von zwei Tagen Amokläufe von Schülern gegeben. Ein 14-Jähriger erschoss am Mittwoch in einer Schule in Kahramanmaraş acht Schüler und einen Lehrer. Auch der Angreifer kam ums Leben. Bereits am Dienstag hatte ein ehemaliger Schüler an einem Gymnasium in Siverek 16 Menschen mit Schüssen verletzt, unter ihnen zehn Schüler. Kommentatoren suchen nach den Ursachen für die Gewaltausbrüche.

Aus Protest gegen die Entlassung des bisherigen Verlagschefs Olivier Nora wollen mehr als 100 Autorinnen und Autoren den Verlag Grasset verlassen. Nora soll durch Jean-Christophe Thiery ersetzt werden, der als Vertrauter von Vincent Bolloré gilt, einem ultrakonservativen Milliardär und Medienmogul, dem unter anderem Grasset gehört. Die Schriftsteller fürchten politische Einflussnahme durch Bolloré. Auch die Presse ist besorgt.

In Berlin wurden am Mittwoch auf einer internationalen Konferenz Hilfszusagen in Höhe von 1,5 Mrd. Euro für den seit drei Jahren von einem brutalen Bürgerkrieg heimgesuchten Sudan gemacht. In dem nordostafrikanischem Land sind nach UN-Angaben 34 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen, etwa zwei Drittel der Bevölkerung. Die Medien debattieren angesichts der Hungerkatastrophe Ursachen, Folgen und mögliche Auswege.

Nach den vorerst gescheiterten Friedensverhandlungen mit dem Iran hat das US-Militär damit begonnen, die Straße von Hormus zu blockieren. Nach eigenen Angaben habe man in den ersten 24 Stunden sechs aus dem Iran kommende Handelsschiffe zum Umkehren gezwungen. US-Präsident Trump will mit der Seeblockade unter anderem verhindern, dass für eine Durchfahrt gezahlte Gebühren in die Hände des Regimes in Teheran fallen. Welche Folgen drohen?

Zum ersten Mal seit Jahrzehnten hat in Washington ein direkter Austausch von Vertretern Israels und des Libanon stattgefunden. Der israelische Botschafter in Washington, Jechiel Leiter, bezeichnete die Gespräche mit seiner libanesischen Amtskollegin Nada Hamadeh Moawad als sehr positiv. So sei man sich einig, dass die Hisbollah ihre Macht abgeben müsse. Kommentatoren sehen die Erfolgsaussichten jedoch skeptisch.

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