Papst Leo XIV. hat sich in seiner ersten Enzyklika mit den Risiken Künstlicher Intelligenz auseinandergesetzt. Die Lehrschrift mit dem Namen Magnifica Humanitas wurde am Wochenende im Vatikan vorgestellt. Das 70-jährige Oberhaupt der Katholischen Kirche warnt vor den Folgen einer unkontrollierten Anwendung der Technologie. Kommentatoren sind beeindruckt von der Aktualität seiner Analyse und wünschen sich noch mehr solcher klaren Worte.

Russland hat in der Nacht auf Sonntag die Ukraine mit etwa 90 Raketen, 600 Drohnen und einer Mittelstreckenrakete vom Typ Oreschnik angegriffen. Die meisten Ziele lagen im Großraum Kyjiw. Danach warnte das russische Außenministerium vor weiteren Angriffen auf die "Entscheidungszentren" und riet Ausländern und Diplomaten, sich in Sicherheit zu bringen. Die EU wies diese Aufforderungen zurück.

Am Pfingstwochenende fand im tschechischen Brno [Brünn] der traditionelle Sudetendeutsche Tag statt. Das Treffen der Nachkriegsvertriebenen stand unter dem Motto "Alles Leben ist Begegnung" und sollte zur Versöhnung beitragen. Es hatte im Vorfeld Kritik an dem Treffen gegeben und auch während der Veranstaltung kam es zu Protesten. In der Presse finden sich positive Stimmen.

Bei Wahlen in der Republik Zypern sind mit 27 beziehungsweise 24 Prozent die konservative DISY sowie die linke AKEL die stärksten Parteien geblieben. Rechtspopulisten und zwei erstmals ins Parlament gekommene neue politische Bewegungen erreichten jedoch deutliche Zugewinne. Für den direkt gewählten konservativen Präsidenten Nikos Christodoulidis dürfte die Mehrheitsbeschaffung damit komplexer werden, meint die Landespresse.

Einflüge größerer Drohnen sorgen in den drei baltischen Staaten für Unruhe: Am Dienstag haben über einem See in Estland erstmals Nato-Kampfjets eine Drohne abgeschossen. Am Mittwoch wurde in Litauens Hauptstadt Vilnius offiziell Luftalarm gegeben. Streit nach Drohneneinschlägen in Lettland in der ersten Mai-Hälfte hatte dort sogar zum Bruch der Regierungskoalition geführt.

Bundeskanzler Friedrich Merz hat für die Ukraine eine "assoziierte Mitgliedschaft" in der EU vorgeschlagen. Das soll eine Art Vorstufe für eine vollwertige Aufnahme sein, bei der Kyjiw beispielsweise an Treffen von EU-Entscheidungsgremien teilnehmen könnte, jedoch ohne Stimmrecht. Der Vorstoß des deutschen Regierungschefs stieß auf geteiltes Echo – auch in europäischen Kommentarspalten.

Der israelische Polizeiminister Itamar Ben-Gvir ist von den Regierungen mehrerer Staaten für seinen Umgang mit den festgenommenen Aktivisten der Global Sumud Flotilla kritisiert worden. Ein von dem ultrarechten Politiker gepostetes Video zeigt ihn unter anderem spottend und eine israelische Fahne schwenkend zwischen gefesselten und knienden Aktivisten. Der israelische Premier Benjamin Netanjahu distanzierte sich von dem Vorfall.

Nach der Parlamentswahl in Slowenien vom März, die keine klare Mehrheit ergab, hat eine Gruppe von Abgeordneten nun vorgeschlagen, den Vorsitzenden der konservativen SDS, Janez Janša, zum Regierungschef zu wählen und eine Mitte-rechts-Koalition zu bilden. Janša würde bei erfolgreicher Ernennung zum vierten Mal die slowenische Regierung führen.

Die USA haben letzte Woche eine planmäßige Verlegung von 4.000 US-Soldaten nach Polen gestoppt. Laut Pentagon soll die Zahl der US-Kampfbrigaden in Europa von vier auf drei reduziert werden. Der polnische Regierungschef Donald Tusk rief Washington auf, die besondere Freundschaft mit Warschau nicht zu gefährden. Anfang Mai war bereits ein Abzug von etwa 5.000 US-Soldaten aus Deutschland angekündigt worden.

Nur wenige Tage nach dem Besuch von Donald Trump ist Wladimir Putin für zwei Tage nach Peking gereist. Der russische Präsident und Gastgeber Xi Jinping betonten öffentlich die guten Beziehungen ihrer Länder. Zur Vertragsunterzeichnung über eine zusätzliche Pipeline zum Export russischen Erdgases kam es allerdings nicht. Europas Presse lotet die internationalen Machtverhältnisse aus.

In der Herzchirurgie des Universitätsspitals Zürich sind zwischen 2016 und 2020 rund 70 Menschen mehr gestorben, als zu erwarten wäre. Zu diesem Ergebnis kommt ein nun veröffentlichter Untersuchungsbericht. Darin werden eine mangelhafte Klinikleitung, Interessenskonflikte und der Einsatz unausgereifter Herzimplantate, die der damalige Herzchirurgie-Klinikchef Francesco Maisano selbst mitentwickelt hatte, gerügt. Die Presse sucht Gründe und Verantwortlichkeiten.

An einer Religionsschule in Istanbul ist eine Leseliste bekannt geworden, in der Schülern Autoren wie Victor Hugo und Martin Heidegger empfohlen worden sein sollen. Konservative Social-Media-Gruppen empörten sich über die Liste und nannten sie einen Skandal. Das Istanbuler Gouverneursamt startete daraufhin eine offizielle Untersuchung und suspendierte den Schulleiter. Der behauptet, seine Unterschrift sei gefälscht worden.

Mehr Debatten