Die EU will bei der Stromversorgung wieder stärker auf Atomkraft zurückgreifen. Das erklärte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Dienstag bei einem Kernenergie-Gipfel nahe Paris vor Vertretern aus etwa 40 Staaten. Die Abkehr der vergangenen Jahre bezeichnete sie als "strategischen Fehler". Debattiert wurde beim Treffen auch die Entwicklung sogenannter Small Modular Reactors (SMR). Europas Presse ist gespalten.
Die EU hat bislang zu keiner gemeinsamen Haltung zum Iran-Krieg gefunden. Dabei werden Differenzen nicht nur zwischen Regierungschefs einzelner Länder deutlich, sondern auch innerhalb der Führungsebene Brüssels. Während Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Montag sagte, dass die "alte Weltordnung" nicht mehr existiere, widersprach ihr Ratspräsident António Costa am Dienstag. Er sagte, Europa müsse dafür sorgen, dass die Welt weiterhin auf Regeln basiere.
Die Internationale Energieagentur IEA will als Reaktion auf die faktische Blockade der Straße von Hormus strategische Ölreserven im Umfang von 400 Millionen Barrel Rohöl freigeben. Noch nie zuvor haben die 32 Mitgliedsländer der Agentur in einer gemeinsamen Aktion so viel Öl aus ihren Krisenvorräten entnommen, um den Energiemarkt zu stabilisieren. Eine Lösung des Problems ist dies aber für die Medien aber nicht.
Es gibt unklare Signale, wie lange der Iran-Krieg fortgesetzt werden soll: US-Präsident Donald Trump stellte am Montag in Aussicht, die Militäroperation "sehr bald" zu beenden. Der israelische Premier Benjamin Netanjahu ließ daraufhin erklären, man sei "noch nicht fertig". Die Luftangriffe auf den Iran wurden am Dienstag verstärkt und auch Teheran setzte die Attacken auf Israel und die Golfstaaten fort. Europas Presse sucht realistische Exit-Szenarien.
"Schließlich sage ich heute Abend zu dem großartigen, stolzen Volk des Iran: Die Stunde Ihrer Freiheit ist gekommen." Dieses Versprechen hat US-Präsident Trump den Menschen im Iran in seiner Ansprache zu Beginn des Iran-Krieges gemacht. Nach der Tötung des Obersten Führers Ali Chamenei hat das Regime seinen Sohn zum Nachfolger ernannt. Kommentatoren sehen die Machtbasis der Mullahs bisher kaum geschwächt.
In Zypern regt sich Unmut über die britischen Militärstützpunkte auf der Insel. Bei einer Demonstration am Samstag vor dem Präsidentenpalast in Nikosia forderten die Teilnehmer die Schließung der Standorte. Hintergrund der Forderung ist der Einschlag einer Drohne aus dem Libanon in Akrotiri am 1. März. Das Vereinigte Königreich hat seit 1960 zwei souveräne Stützpunkte in Akrotiri und Dekelia, die aktuell auch vom US-Militär im Iran-Krieg genutzt werden.
Die eskalierende Lage in Nahost und die Blockade der Straße von Hormus lassen weltweit die Energiepreise steigen. Auch nach den Andeutungen von Donald Trump am Montag über ein möglicherweise schnelles Kriegsende und Beratungen der G7-Staaten über ein Zurückgreifen auf strategische Ölreserven liegen die Preise deutlich über dem Stand von Ende Februar. Europas Presse bewertet Ursachen, Folgen und Lösungsansätze.
Mit Modschtaba Chamenei hat der Iran einen neuen Obersten Führer. Sein Vater und Vorgänger, Ajatollah Ali Chamenei, war bei den Angriffen der USA und Israels getötet worden. Das israelische Militär bedrohte nun auch dessen Sohn. US-Präsident Donald Trump hatte bereits im Vorfeld erklärt, Modschtaba Chamenei sei für ihn "inakzeptabel" und eine iranische Führung ohne die Zustimmung Washingtons werde "nicht lange im Amt bleiben".
In Finnland ist nach der aktuellen Gesetzeslage die Einfuhr, Herstellung, Besitz und Zündung von nuklearen Sprengsätzen verboten – sogar im Kriegsfall. Drei Jahre nach dem Nato-Beitritt Finnlands hat die Regierung nun angekündigt, diese Beschränkungen aufzuheben, um "die Abschreckungs- und kollektive Verteidigungskraft der Nato voll auszuschöpfen", so Verteidigungsminister Antti Häkkänen. Pläne zur Stationierung von Atomwaffen gibt es dabei in Helsinki nicht.
Der Intendant des Österreichischen Rundfunks (ORF), Roland Weißmann, ist zurückgetreten. Eine Mitarbeiterin hatte ihn der sexuellen Belästigung beschuldigt. Weißmann weist den Vorwurf zwar zurück, will laut seinem Anwalt aber Schaden vom Unternehmen abwenden. Landesmedien sehen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk einmal mehr angeschlagen.
Spaniens Premier Pedro Sánchez hat sein "Nein zum Krieg in Iran!" vergangene Woche in einer Fernsehansprache bekräftigt. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump Spanien im Beisein von Bundeskanzler Friedrich Merz heftig dafür kritisiert, dass es den USA die Nutzung zweier Militärstützpunkte untersagt hatte. Trump drohte damit, die Handelsbeziehungen zu Spanien abzubrechen.











