Einflüge größerer Drohnen sorgen in den drei baltischen Staaten für Unruhe: Am Dienstag haben über einem See in Estland erstmals Nato-Kampfjets eine Drohne abgeschossen. Am Mittwoch wurde in Litauens Hauptstadt Vilnius offiziell Luftalarm gegeben. Streit nach Drohneneinschlägen in Lettland in der ersten Mai-Hälfte hatte dort sogar zum Bruch der Regierungskoalition geführt.

Bundeskanzler Friedrich Merz hat für die Ukraine eine "assoziierte Mitgliedschaft" in der EU vorgeschlagen. Das soll eine Art Vorstufe für eine vollwertige Aufnahme sein, bei der Kyjiw beispielsweise an Treffen von EU-Entscheidungsgremien teilnehmen könnte, jedoch ohne Stimmrecht. Der Vorstoß des deutschen Regierungschefs stieß auf geteiltes Echo – auch in europäischen Kommentarspalten.

Der israelische Polizeiminister Itamar Ben-Gvir ist von den Regierungen mehrerer Staaten für seinen Umgang mit den festgenommenen Aktivisten der Global Sumud Flotilla kritisiert worden. Ein von dem ultrarechten Politiker gepostetes Video zeigt ihn unter anderem spottend und eine israelische Fahne schwenkend zwischen gefesselten und knienden Aktivisten. Der israelische Premier Benjamin Netanjahu distanzierte sich von dem Vorfall.

Nach der Parlamentswahl in Slowenien vom März, die keine klare Mehrheit ergab, hat eine Gruppe von Abgeordneten nun vorgeschlagen, den Vorsitzenden der konservativen SDS, Janez Janša, zum Regierungschef zu wählen und eine Mitte-rechts-Koalition zu bilden. Janša würde bei erfolgreicher Ernennung zum vierten Mal die slowenische Regierung führen.

Die USA haben letzte Woche eine planmäßige Verlegung von 4.000 US-Soldaten nach Polen gestoppt. Laut Pentagon soll die Zahl der US-Kampfbrigaden in Europa von vier auf drei reduziert werden. Der polnische Regierungschef Donald Tusk rief Washington auf, die besondere Freundschaft mit Warschau nicht zu gefährden. Anfang Mai war bereits ein Abzug von etwa 5.000 US-Soldaten aus Deutschland angekündigt worden.

Nur wenige Tage nach dem Besuch von Donald Trump ist Wladimir Putin für zwei Tage nach Peking gereist. Der russische Präsident und Gastgeber Xi Jinping betonten öffentlich die guten Beziehungen ihrer Länder. Zur Vertragsunterzeichnung über eine zusätzliche Pipeline zum Export russischen Erdgases kam es allerdings nicht. Europas Presse lotet die internationalen Machtverhältnisse aus.

In der Herzchirurgie des Universitätsspitals Zürich sind zwischen 2016 und 2020 rund 70 Menschen mehr gestorben, als zu erwarten wäre. Zu diesem Ergebnis kommt ein nun veröffentlichter Untersuchungsbericht. Darin werden eine mangelhafte Klinikleitung, Interessenskonflikte und der Einsatz unausgereifter Herzimplantate, die der damalige Herzchirurgie-Klinikchef Francesco Maisano selbst mitentwickelt hatte, gerügt. Die Presse sucht Gründe und Verantwortlichkeiten.

An einer Religionsschule in Istanbul ist eine Leseliste bekannt geworden, in der Schülern Autoren wie Victor Hugo und Martin Heidegger empfohlen worden sein sollen. Konservative Social-Media-Gruppen empörten sich über die Liste und nannten sie einen Skandal. Das Istanbuler Gouverneursamt startete daraufhin eine offizielle Untersuchung und suspendierte den Schulleiter. Der behauptet, seine Unterschrift sei gefälscht worden.

Ein US-Gericht hat die Klage von Elon Musk gegen OpenAI und dessen Chef Sam Altman abgewiesen – wegen Verjährung der Vorfälle. Musk hatte prozessiert, weil ihm als früherer OpenAI-Investor die Pläne verschwiegen worden seien, die zunächst allgemeinnützige Stiftung in einen profitorientierten Konzern umzuwandeln. Musk forderte 114 Milliarden Euro, Altmans Absetzung und die Rückführung in die Gemeinnützigkeit.

In der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda ist die lebensgefährliche Infektionskrankheit Ebola ausgebrochen. Bislang wurden mehrere Hundert Verdachtsfälle und über 130 Tote gemeldet. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rief den internationalen Gesundheitsnotstand aus. Gegen die derzeit grassierende seltene Virusvariante gibt es weder Impfstoffe noch heilende Therapie.

Gegen den angeschlagenen britischen Premierminister Keir Starmer bringen sich Herausforderer in Stellung: Der letzte Woche aus Protest gegen Starmer zurückgetretene Gesundheitsminister Wes Streeting kündigte seine Kandidatur für den Labour-Vorsitz an – und propagiert einen EU-Wiedereintritt. Auch dem Bürgermeister von Greater Manchester, Andy Burnham, werden Chancen eingeräumt: Er kandidiert jetzt bei einer Nachwahl um ein Unterhausmandat.

Spätestens nach der abgespeckten Militärparade am 9. Mai mehren sich die Stimmen, die von einem geschwächten Russland sprechen. Putins Rückhalt in der Bevölkerung scheint abzunehmen und die militärische Lage im Angriffskrieg gegen die Ukraine hat sich offenbar verschlechtert. Die Ukraine überzog die Region Moskau am Wochenende mit heftigen Drohnenangriffen auf Industrieanlagen und Öl-Infrastruktur. Dabei kamen mehrere Menschen ums Leben.

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