Nach dem ersten Wahlgang in Frankreich stehen Emmanuel Macron mit seinem Bündnis En Marche! und die rechtsextreme Marine Le Pen in der Stichwahl. Für den 7. Mai sehen Umfragen Macron klar vorn, er kommt in diesen auf 64 Prozent. Vielen Kommentatoren fällt angesichts dessen ein Stein vom Herzen. Andere halten seinen Sieg nicht für ausgemacht und warnen vor möglichen Problemen seiner Präsidentschaft.

Zum ersten Mal seit Einführung der Direktwahl in Frankreich haben es weder der sozialistische noch der konservative Kandidat in die Stichwahl geschafft. Während einige Beobachter das schlechte Abschneiden der traditionellen Parteien auf die Vorwahlen schieben, erklären dies andere mit der Unfähigkeit der Etablierten, Frankreichs Probleme zu lösen.

Frauke Petry, Chefin der national-konservativen Alternative für Deutschland (AfD), ist am Wochenende auf dem Parteitag in Köln mit ihren Anträgen gescheitert. Als Spitzenkandidaten wurden Petrys innerparteilicher Gegner Alexander Gauland und Alice Weidel gewählt. Petrys Karriere in der AfD ist damit beendet, kommentieren Journalisten und rätseln, ob das der Partei bei der Bundestagswahl schadet oder nicht.

Nach dem hauchdünnen Sieg von Präsident Erdoğan im Referendum zur Einführung eines Präsidialsystems gehen die Menschen weiter in mehreren türkischen Städten auf die Straße und protestieren gegen Wahlbetrug. Oppositionsparteien hatten vergangene Woche eine Annulierung der Abstimmung gefordert, die von der Wahlkommission abgelehnt wurde. Die Unzufriedenen müssen sich nun zu einer Opposition vereinen, fordern Kommentatoren.

In 15-minütigen Kurzinterviews im Fernsehen haben die elf französischen Präsidentschaftskandidaten am Donnerstagabend noch einmal Rede und Antwort gestanden. Umfragen sagen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen vier Bewerbern voraus: Macron, Le Pen, Mélenchon und Fillon. Für Europa geht es bei dieser Wahl um die Existenz, erläutert die Presse und erklärt, warum die deutsch-französischen Beziehungen neuen Schwung brauchen.

Kurz vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich hat ein Mann auf der Avenue des Champs-Élysées von einem Auto aus auf Polizisten geschossen. Er tötete einen Beamten und verletzte zwei weitere. Die IS-Terrormiliz beanspruchte die Tat für sich, die Ermittlungen laufen. Kommentatoren mahnen Frankreichs Bürger, dem Terror zu trotzen und unbedingt wählen zu gehen, fürchten allerdings auch, dass der Angriff weitere Wähler in die Arme von Le Pen treiben könnte.

Im europäischen Ausland hat das von Erdoğan angestrebte Präsidialsystem deutlich mehr Zustimmung erfahren als in der Türkei selbst. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu stimmten fast 60 Prozent der Wahlberechtigten mit Ja. Was sagt dieses Ergebnis über die Integration der Auslandstürken in Europa aus und welche Schlüsse sollte man daraus ziehen?

Überraschend hat Großbritanniens Regierungschefin Theresa May eine Neuwahl für den 8. Juni angekündigt. Damit wolle sie sich eine stabile Mehrheit für die Brexit-Verhandlungen sichern. Laut Umfragen liegen ihre Konservativen weit vor allen anderen Parteien. Geht Mays Strategie auf?

Zerreibt sich die EU an internen Streits und widersprüchlichen Interessen? Wird sie unter dem Druck rechtspopulistischer Stimmungsmache zerfallen? Oder rauft sich Europa zusammen und gibt sich selbst eine neue, stabilere Architektur? Kommentatoren diskutieren ihre Standpunkte zur Zukunft der Union.

Schon seit dem 9. April sitzt der italienische Journalist Gabriele Del Grande in der Türkei im Gefängnis. Laut Medienberichten wurde er verhaftet, als er an der syrisch-türkischen Grenze Flüchtlinge interviewte. Rom forderte Ankara auf, den 34-Jährigen freizulassen. Bisher gibt es keine offizielle Anklage gegen Del Grande. Die italienische Presse kennt die Gründe für seine Inhaftierung.

Die EU steht nach dem Ja zur Verfassungsänderung in der Türkei vor der Frage, wie sie ihre Beziehungen zu dem Land gestalten soll, das offiziell noch den Status eines Beitrittskandidaten hat. Einige Kommentatoren mahnen zu äußerster Vorsicht gegenüber einem Land am Rande des Nervenzusammenbruchs. Andere erklären hingegen, dass die Türkei selbst in der Nato nichts mehr verloren hat.

Pjöngjang hat am Donnerstag mit einem Präventivschlag gegen die USA gedroht. Am Wochenende hatte Nordkorea bereits einen Raketentest durchgeführt, der allerdings scheiterte. UN-Generalsekretär António Guterres rief China, die USA, Japan, Südkorea und Russland dazu auf, eine weitere nordkoreanische Aufrüstung zu verhindern. Wie gefährlich ist diese neue Eskalation?

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