Ende Oktober jährt sich die Russische Revolution zum 100. Mal. Nach der Entmachtung des Zaren und einem opferreichen Bürgerkrieg übernahmen Bolschewisten die Regierung und gründeten 1922 die Sowjetunion. Der vom Stalinismus geprägte gewaltvolle Einparteienstaat übte seine Macht fast 70 Jahre lang auf die Verbündeten in Mittel- und Osteuropa aus. Kommentatoren interpretieren die Oktoberrevolution aus heutiger Sicht.

Um die separatistische Regierung in Katalonien an einer illegalen Abspaltung zu hindern, will die Zentralregierung in Madrid nun die Autonomie der nach Unabhängigkeit strebenden Region aufheben. Die Situation könnte jetzt erst recht eskalieren, fürchten Kommentatoren und zweifeln am politischen Geschick der Akteure.

Im Zentrum Warschaus hat sich ein Pole aus Protest gegen die Politik der national-konservativen Regierung in Brand gesteckt, er überlebte schwer verletzt. Einige Kommentatoren sehen den Mann als neues Symbol im Kampf gegen die Regierungspartei PiS. Andere geben den Medien die Schuld an dem Vorfall.

Der Discounter Lidl sorgt erneut für Empörung mit der Entfernung christlicher Symbole: In einer Werbeanzeige zur Neueröffnung einer Filiale in Kaunas ist die Skyline der litauischen Stadt abgebildet, doch von den Kirchtürmen wurden die Kreuze entfernt. Zwar hat der Konzern sich inzwischen entschuldigt und die Werbung zurückgezogen, aber die litauischen Medien sind außer sich.

Der türkische Präsident Recep Erdoğan hat seiner Partei AKP eine Verjüngungskur verordnet und forderte mehrere Bürgermeister zum Rücktritt auf. Manche Stadtobere wie Kadir Topbaş in Istanbul folgten ihrem Parteichef. Nun wächst der Druck auf den langjährigen Amtsträger in Ankara, Melih Gökçek. Kritische Kommentatoren befürchten weitere Machtfülle des Präsidenten.

Die Tschechen wählen am heutigen Freitag und am Samstag ein neues Parlament. In Umfragen führt die Partei Ano des milliardenschweren Medienunternehmers Andrej Babiš. Kommentatoren beschäftigen sich mit dem Aufstieg des umstrittenen Politikers und verweisen auf die Besonderheiten dieser Wahl.

Nach dem Mord an der populären maltesischen Investigativjournalistin Daphne Caruana Galizia haben mehrere Europaabgeordnete die EU-Kommission in die Pflicht genommen. Sie warfen Brüssel vor, nichts gegen Korruption und Kriminalität auf Malta unternommen zu haben. Auch europäische Zeitungen drängen darauf, dass aus dem Mord Konsequenzen gezogen werden.

Mehrere Kläger sind am Mittwoch mit Eilanträgen gegen den Aufkauf von Staatsanleihen vor dem Bundesverfassungsgericht gescheitert. Sie wollten die deutsche Bundesbank zwingen, sich nicht länger am Anleihekaufprogramm der EZB zu beteiligen. Einige Kommentatoren kritisieren das Gericht als zu feige. Andere nennen Gründe, warum ein juristischer Stopp der lockeren Geldpolitik falsch wäre.

Chinas Präsident Xi Jinping hat in seiner Rede zur Eröffnung des Parteitags eine weitere Marktöffnung und den Schutz der Interessen ausländischer Investoren angekündigt. Gleichzeitig rief er die 89 Millionen Parteimitglieder dazu auf, geschlossen Wohlstand zu schaffen. Muss Europa Angst vor dem Reich der Mitte haben?

Tausende Frauen haben in sozialen Netzwerken unter dem Hashtag MeToo ihre Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt geschildert. Sie reagierten damit auf das Bekanntwerden von Vorwürfen gegen Hollywood-Produzent Harvey Weinstein, der jahrzehntelang Schauspielerinnen belästigt und vergewaltigt haben soll. Die Kampagne ist richtig, doch für eine breite gesellschaftliche Debatte ist es offenbar noch zu früh, ärgern sich Kommentatoren.

Eine arabisch-kurdische Allianz hat nach eigenen Angaben die syrische Stadt Rakka eingenommen, die als Hochburg der IS-Terrormiliz galt. Kommentatoren freuen sich über den Fall des Propaganda-Zentrums. Sie fürchten allerdings, dass im Bürgerkriegsland Syrien bald eine neue Terrorgruppe auftaucht.

Die konservative ÖVP von Sebastian Kurz feiert mit einem Ergebnis von 31,4 Prozent einen klaren Sieg bei der Nationalratswahl in Österreich, gefolgt von der rechtspopulistischen FPÖ, die auf 27,4 Prozent kommt. Beide Parteien legten jeweils um rund sieben Prozentpunkte zu. Kommentatoren erklären, warum das starke Abschneiden der FPÖ heute für keinen Aufschrei mehr sorgt.

Mehr Debatten