Wankelmütigkeit und wenig Taktgefühl wurden Donald Trump schon bald nach Beginn seiner zweiten Amtszeit vorgeworfen. Inzwischen macht der US-Präsident jedoch auch mit verstörenden Kraftsprüchen und KI-Bildern Schlagzeilen. Im außenpolitischen Vorgehen – sei es im Iran-Krieg, der Nato oder in Ungarn – und seinem Clinch mit Papst Leo XIV. sehen die Medien Indizien für einen Niedergang des Trumpismus.
Nach ihrem Erdrutschsieg bei der Parlamentswahl am Sonntag wollen Ungarns künftiger Premier Péter Magyar und seine Tisza-Partei das System von Viktor Orbán umkrempeln. Dank einer parlamentarischen Zweidrittelmehrheit wollen sie Gewaltenteilung, Rechtsstaatlichkeit und Pressefreiheit in Ungarn wiederherstellen. Mehr noch: Magyar forderte das von Orbán installierte Staatsoberhaupt Tamás Sulyok auf, freiwillig abzudanken.
Mit einer App für die Altersverifikation will die EU-Kommission Kinder im Internet besser schützen. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kündigte in Brüssel an, die App sei technisch bereit und werde in Kürze den Bürgern zur Verfügung stehen. Ist dies der Durchbruch im Kampf gegen Smartphonesucht, Cybermobbing und schädliche Beeinflussung Minderjähriger durch Social Media?
In der Türkei hat es innerhalb von zwei Tagen Amokläufe von Schülern gegeben. Ein 14-Jähriger erschoss am Mittwoch in einer Schule in Kahramanmaraş acht Schüler und einen Lehrer. Auch der Angreifer kam ums Leben. Bereits am Dienstag hatte ein ehemaliger Schüler an einem Gymnasium in Siverek 16 Menschen mit Schüssen verletzt, unter ihnen zehn Schüler. Kommentatoren suchen nach den Ursachen für die Gewaltausbrüche.
Aus Protest gegen die Entlassung des bisherigen Verlagschefs Olivier Nora wollen mehr als 100 Autorinnen und Autoren den Verlag Grasset verlassen. Nora soll durch Jean-Christophe Thiery ersetzt werden, der als Vertrauter von Vincent Bolloré gilt, einem ultrakonservativen Milliardär und Medienmogul, dem unter anderem Grasset gehört. Die Schriftsteller fürchten politische Einflussnahme durch Bolloré. Auch die Presse ist besorgt.
In Berlin wurden am Mittwoch auf einer internationalen Konferenz Hilfszusagen in Höhe von 1,5 Mrd. Euro für den seit drei Jahren von einem brutalen Bürgerkrieg heimgesuchten Sudan gemacht. In dem nordostafrikanischem Land sind nach UN-Angaben 34 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen, etwa zwei Drittel der Bevölkerung. Die Medien debattieren angesichts der Hungerkatastrophe Ursachen, Folgen und mögliche Auswege.
Nach den vorerst gescheiterten Friedensverhandlungen mit dem Iran hat das US-Militär damit begonnen, die Straße von Hormus zu blockieren. Nach eigenen Angaben habe man in den ersten 24 Stunden sechs aus dem Iran kommende Handelsschiffe zum Umkehren gezwungen. US-Präsident Trump will mit der Seeblockade unter anderem verhindern, dass für eine Durchfahrt gezahlte Gebühren in die Hände des Regimes in Teheran fallen. Welche Folgen drohen?
Zum ersten Mal seit Jahrzehnten hat in Washington ein direkter Austausch von Vertretern Israels und des Libanon stattgefunden. Der israelische Botschafter in Washington, Jechiel Leiter, bezeichnete die Gespräche mit seiner libanesischen Amtskollegin Nada Hamadeh Moawad als sehr positiv. So sei man sich einig, dass die Hisbollah ihre Macht abgeben müsse. Kommentatoren sehen die Erfolgsaussichten jedoch skeptisch.
Der Gaza-Krieg hat europaweit eine Welle des Antisemitismus nach sich gezogen. Die Abgeordnete Caroline Yadan will diesem Phänomen in Frankreich nun einen Riegel vorschieben. Am heutigen Donnerstag wird in der französischen Nationalversammlung über ihren Gesetzentwurf debattiert. Gegner des Entwurfs warnen, dass die Meinungsfreiheit eingeschränkt und Kritik an der Politik Israels kriminalisiert werden könnte.
Die Menschenrechtsorganisation Memorial ist vom Obersten Gericht Russlands als "extremistisch" eingestuft worden. Damit sind ihre Aktivitäten innerhalb Russlands nun streng verboten. Memorial wurde 1989 gegründet, um die Repressionen der Sowjetzeit zu dokumentieren. 2021 wurde die Organisation vom Obersten Gericht in Russland aufgelöst, sie arbeitete jedoch im Ausland und bedingt auch in Russland weiter. Das Nobelkomitee, das Memorial den Friedensnobelpreis 2022 verlieh, verurteilt das Geschehen.
Unter Viktor Orbán war Ungarns Position – trotz EU- und Nato-Mitgliedschaft – betont russlandfreundlich und ukrainekritisch. Wahlsieger Péter Magyar hat nun klargestellt: "Die Ukraine ist das Opfer in diesem Krieg." Und sollte Putin ihn anrufen, werde er ihm sagen, er solle "endlich das Morden einstellen". Die Medien diskutieren, was die Änderung der ungarischen Haltung gegenüber den beiden Kriegsparteien bedeuten könnte.
Nach den verbalen Angriffen von Donald Trump gegen Papst Leo XIV. hat der US-Präsident auch Giorgia Meloni attackiert. Italiens Regierungschefin hatte zuvor seine harsche Kritik am Kirchenoberhaupt als "inakzeptabel" bezeichnet. Daraufhin sagte Trump: "Sie ist es, die inakzeptabel ist, weil es ihr egal ist, ob Iran eine Atomwaffe hat und Italien in zwei Minuten in die Luft sprengen würde, wenn er die Möglichkeit dazu hätte."











