In der Schweiz hat sich am Sonntag eine Mehrheit dagegen ausgesprochen, die Einwohnerzahl auf zehn Millionen Menschen zu begrenzen. Rund 55 Prozent votierten in der Volksabstimmung mit Nein. Die Initiative "Keine 10-Millionen-Schweiz" der rechtspopulistischen SVP sah vor, ab einer bestimmten Bevölkerungszahl die Aufnahme von Flüchtlingen einzuschränken und unter bestimmten Umständen auch die mit der EU geregelte Freizügigkeit zu beenden.
Die USA und Iran haben sich mehreren Quellen zufolge auf ein Rahmenabkommen zur Beendigung des Krieges geeinigt. Dies verkündete zunächst der pakistanische Premier Shehbaz Sharif, dessen Land im Konflikt vermittelt. Die offizielle Unterzeichnungszeremonie solle am Freitag erfolgen. Unklar bleiben die Inhalte des Abkommens sowie die Frage, ob erneute israelische Angriffe im Libanon die Einigung gefährden können.
Britische Streitkräfte haben im Ärmelkanal einen Tanker gestoppt, der offenbar zur russischen Schattenflotte gehört. Mit diesen Schiffen umgeht Russland westliche Sanktionen und generiert durch die Öltransporte Einnahmen, die für den Krieg gegen die Ukraine genutzt werden. Britische Medien loben den Schlag nicht nur für seine Auswirkungen auf Russland.
Rumänien braucht einen neuen Premier, nachdem Ilie Bolojan von der nationalliberalen PNL durch ein Misstrauensvotum gestürzt wurde. Bolojan selbst hatte verkündet, seinen Nachfolger benennen zu wollen. Doch Präsident Nicușor Dan ernannte am Wochenende ohne Beratungen mit den Parteien und binnen weniger Tage bereits den zweiten Kandidaten, Adrian Veștea, nachdem der erste Kandidat wohl keine Mehrheit erhalten hätte. Rumäniens Medien wollen diese präsidialen Alleingänge stoppen.
Mit einer Bewertung von rund 1,8 Billionen US-Dollar debütiert der Raumfahrtkonzern SpaceX am heutigen Freitag an der Börse. Gründer und Hauptaktionär Elon Musk – bereits vor dem Börsengang der mit Abstand reichste Mensch der Welt – wird damit voraussichtlich zum ersten Dollar-Billionär der Geschichte. In Europas Presse lösen die gigantischen Zahlen ein wenig Bewunderung und viele Ängste aus.
Zehn Jahre dauerten die Verhandlungen und Vorbereitungen, nun ist das Gemeinsame Europäische Asylsystem am heutigen Freitag in Kraft getreten. Es soll Daten zentral erfassen, die Lasten zwischen den EU-Staaten besser verteilen und auch eine Begrenzung der Zuwanderung insgesamt erzielen – etwa durch die Einrichtung von Zentren für Asyl-Schnellverfahren an den EU-Außengrenzen. In den Medien überwiegt Skepsis.
Die Vergewaltigung und Ermordung der elfjährigen Lyhanna hat in Frankreich zu Entrüstungsstürmen geführt. Obwohl ihr mutmaßlicher Mörder in der Vergangenheit mehrmals angezeigt worden war, blieb die Justiz untätig. Justizminister Gérald Darmanin lässt nun hastig 70.000 Dossiers sexueller Gewalt gegen Minderjährige überprüfen.
Das estnische Parlament hat mit 69 zu 8 Stimmen eine grundlegende Änderung der Betrachtung von Sexualstraftaten im Strafgesetzbuch verabschiedet. Der Grundgedanke des "Ja-Modells" besteht darin, dass sexueller Kontakt ohne die freiwillige Zustimmung der anderen Seite als Vergewaltigung gilt. Damit wird das estnische Recht an die Istanbul-Konvention zur Verhütung von Gewalt gegen Frauen angepasst.
Die Fußball-Weltmeisterschaft der Männer ist eröffnet, die ersten Spiele haben stattgefunden. In den drei Gastgeberländern Mexiko, Kanada und USA tritt bis zum 19. Juli eine Rekordzahl von 48 Teilnehmern in 104 Spielen gegeneinander an. Viele Entscheidungen der Veranstalter stehen für Europas Presse im Kontrast zu den Werten, die der Sport verkörpern sollte.
Der Krieg der USA und Israels gegen den Iran hat am Sonntag die Dauer von 100 Tagen erreicht. Trotz vereinbarter Waffenruhe kommt es immer wieder zu militärischen Auseinandersetzungen zwischen Washington und Teheran. Darüber hinaus bleibt auch der Libanon weiter ein Konfliktherd, in dem sich Israel und die Hisbollah heftig bekämpfen. Kommentatoren ziehen eine bittere Bilanz.
In Nordirland ist es den zweiten Abend in Folge zu heftigen Ausschreitungen gekommen, nachdem ein Video über einen Messerangriff in Belfast verbreitet worden war. Etliche Menschen protestierten gegen Einwanderung, randalierten und legten Feuer. Bei der gefilmten Attacke vom Montag war ein Mann schwer verletzt worden. Nach Angaben der Polizei ist der mutmaßliche Täter ein 30-jähriger Sudanese.
Der Präsident der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj, hat einer ukrainischen Armee-Einheit den Namen "Helden der UPA" verliehen. Die nationalistische Ukrainische Aufstandsarmee ist jedoch in Polen wegen Massenmorden an Zivilisten während des Zweiten Weltkriegs berüchtigt. Präsident Karol Nawrocki und sein Amtsvorgänger Lech Wałęsa fordern nun, Selenskyj die 2023 verliehene höchste staatliche Auszeichnung, den Orden des Weißen Adlers, abzuerkennen. Ist der Riss überwindbar?











