Der italienische Konservative Antonio Tajani ist neuer Präsident des EU-Parlaments. Der frühere EU-Industriekommissar setzte sich mit Unterstützung der Liberalen in der Stichwahl gegen den Sozialisten Gianni Pittella durch. Tajani muss bescheiden und vermittelnd auftreten, fordern Kommentatoren und sehen in seiner Wahl eine positive Entwicklung der politischen Kultur des Parlaments.

Der scheidende US-Präsident Obama hat die Haftstrafe für die Whistleblowerin Chelsea Manning verkürzt: Statt im Jahr 2045 kommt sie bereits im Mai frei. Sie war 2013 wegen der Weitergabe von US-Militärdokumenten über den Irak-Krieg an Wikileaks zu 35 Jahren Haft verurteilt worden. Ein Triumph der Gerechtigkeit oder der Naivität?

Rumäniens neue Regierung hat am Mittwoch einen Eilerlass vorgelegt, der zahlreiche Begnadigungen vorsieht, darunter auch für korrupte Politiker. Hauptargument der Regierung: Die Gefängnisse des Landes sind überfüllt. Tausende Menschen gingen am Mittwochabend deshalb auf die Straße und auch die rumänische Presse übt an dem Vorhaben scharfe Kritik.

Großbritannien soll laut Theresa May nach dem Brexit nicht mehr am gemeinsamen Binnenmarkt teilnehmen. Außerdem versprach die Premierministerin in ihrer Rede, dass ihr Land die Einwanderung aus der EU kontrollieren und nicht mehr der EuGH-Rechtsprechung unterliegen werde. Kommentatoren sehen May unter innerparteilichem Druck und warnen die EU davor, London zu viele Zugeständnisse zu machen.

Beobachter erwarten ein knappes Rennen um die Präsidentschaft in Frankreich. Aktuellen Umfragen zufolge führt Marine Le Pen, Kandidatin des rechtsextremen Front National. Sie kommt auf 25 bis 26 Prozent. Ihr folgen der Kandidat der Konservativen, François Fillon, und der Chef der Bewegung En Marche!, Emmanuel Macron. Wer positioniert sich vor der Wahl Ende April am besten?

In seiner Abschiedsrede hat Präsident Barack Obama die US-Amerikaner ermahnt, sich gegen Spaltungstendenzen und für den Erhalt der Demokratie einzusetzen. Was bleibt von der Ära Obama?

Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hat die rechtsextreme NPD nicht verboten. Damit scheiterten die Bundesländer mit ihrem Antrag. Das Gericht begründete seine Entscheidung damit, dass es der Partei derzeit an Gewicht fehle, um die demokratische Grundordnung Deutschlands zu gefährden. Einige Journalisten können dieser Argumentation folgen, andere halten das Urteil für falsch.

Gut zwei Wochen nach dem Anschlag auf den Istanbuler Nachtclub Reina hat die türkische Polizei den mutmaßlichen Täter gefasst. Es soll sich um einen IS-Kämpfer aus Usbekistan handeln. Er wurde in der Wohnung eines Freundes in Istanbul festgenommen. Die türkische Presse ist erleichtert und besorgt zugleich.

Verwundert bis verstört: So reagierte Europa auf das Interview Donald Trumps mit Bild und The Times. Demnach hält der künftige US-Präsident die Nato für obsolet, den Brexit für klug und Merkels Flüchtlingspolitik für einen katastrophalen Fehler. Kommentatoren hoffen, dass sich Europa von diesen Tönen nicht beirren lässt und im Sinne eines „Jetzt erst recht“ eine neue Strategie der Einheit entwickelt.

Die Konferenz für den Frieden im Nahen Osten ist in Paris ohne die Beteiligung Israels und der Palästinenser zu Ende gegangen. Die Zweistaaten-Lösung als bisheriger gemeinsamer Nenner der internationalen Gemeinschaft stand dort offenbar infrage, wurde dann aber doch im Abschluss-Kommuniqué gefordert. Die internationale Gemeinschaft muss den Palästinensern einen eigenen Staat zugestehen, fordern Kommentatoren aus den Palästinensischen Gebieten.

Erstmals nach 18 Jahren sollte am Wochenende eine Zugstrecke zwischen der serbischen Hauptstadt Belgrad und Mitrovica im Norden des Kosovo wiedereröffnet werden. Doch der erste Zug war in serbischen Nationalfarben und mit dem Slogan 'Kosovo ist Serbien' bemalt und wurde von kosovarischen Polizisten an der Grenze gestoppt. Kommentatoren verurteilen den Vorfall als serbische Propaganda und fühlen sich an finstere Zeiten erinnert.

Budapest will gegen aus dem Ausland finanzierte regierungskritische NGOs vorgehen. Per Gesetz sollen künftig insbesondere die vom ungarisch-amerikanischen Investor George Soros geförderten Einrichtungen zu "finanzieller Transparenz" gezwungen werden. Deren einziger Zweck besteht darin, die Regierung in schlechtem Licht zu zeigen, meinen einige Kommentatoren. Andere fürchten den immer weiter reichenden Arm der Orbán-Administration.

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