Die britische Regierung hat am Montag ihren Plan für die derzeit 3,2 Millionen EU-Ausländer nach dem Brexit vorgestellt. Diejenigen, die bereits mehr als fünf Jahre in Großbritannien leben, können eine unbegrenzte Aufenthaltserlaubnis mit Zugang zu Bildung, Renten- und Gesundheitssystem beantragen. Alle anderen erhalten zunächst einen begrenzten Aufenthaltstitel. Nicht alle Medien halten die Pläne für ausgereift.

Der Minderheitsregierung von Theresa May steht nichts mehr im Weg. Am Montag unterzeichneten ihre Tories ein Abkommen mit der nordirischen DUP, die künftig wichtige Gesetzesvorhaben der Regierung unterstützen wird. Die Nordiren erhalten im Gegenzug etwa 1,7 Milliarden Euro für Wirtschafts- und Infrastrukturprojekte. Überwiegen in diesem Arrangement die Chancen oder die Risiken?

Die Erwartungen an das deutsch-französische Duo bleiben hoch: Nach dem Sommergipfel der EU erklären Europas Kommentatoren erneut, dass Merkel und Macron die Union reformieren und damit vor ihrem Zerfall bewahren könnten. Diese Hoffnung äußerten sie bereits nach Macrons Antrittsbesuch in Berlin. Nun, da die beiden Politiker in Brüssel demonstrativ als Partner auftraten, wird sie neu genährt.

Rumänien hat einen neuen Premier. Staatspräsident Klaus Johannis beauftragte am Montag den bisherigen Wirtschaftsminister Mihai Tudose mit der Regierungsbildung. Tudose folgt auf Sorin Grindeanu, der von seiner eigenen Partei in einem Misstrauensvotum gestürzt wurde. Viele Kommentatoren sahen PSD-Parteichef Liviu Dragnea als Strippenzieher des Coups und vermuten jetzt, dass auch die Entscheidung für den neuen Premier ganz in Dragneas Sinne ist.

Die Regierung in Rom stellt 17 Milliarden Euro für die Rettung zweier maroder Regionalbanken zur Verfügung. Die EU-Kommission gab grünes Licht, da die Gläubiger an den Kosten beteiligt werden. Die Tatsache, dass die Banken dennoch nur mit Steuergeldern in Milliardenhöhe gerettet werden konnten, wirft für Kommentatoren die Frage auf, ob die Bankenunion der EU überhaupt funktioniert.

Mitten in der Sommerhitze türmt sich in Griechenland vielerorts der Abfall. Seit mehr als einer Woche streiken die Mitarbeiter der Müllabfuhr. Sie wollen erreichen, dass Tausende befristet Beschäftigte fest bei den Gemeinden angestellt werden. Innenpolitisch wird indes diskutiert, ob die Abfallwirtschaft nicht grundsätzlich privatisiert werden sollte, so wie in einigen Städten schon geschehen. Dies scheint auch einigen Kommentatoren nicht die schlechteste Lösung zu sein.

Medienwirksam haben IS-Terroristen die Al-Nuri-Moschee in der Altstadt Mossuls zerstört. Regierungstruppen hatten vor rund einer Woche die Offensive auf das letzte noch unter IS-Herrschaft stehende Gebiet im Irak begonnen. Auch die syrische IS-Hochburg Rakka steht unter Beschuss von russisch unterstützten Assad-Truppen und der von Kurden geführten, US-unterstützten Allianz. Die Presse diskutiert, ob das Ende der IS-Miliz bevorsteht.

Auf dem EU-Gipfel hat Frankreichs Präsident Macron so manche Teilnehmer mit der Aussage verärgert, Europa sei kein Supermarkt, sondern eine Schicksalsgemeinschaft. Damit zielte er auf die fehlende Bereitschaft ab, Europas Flüchtlingsverteilung mitzutragen. Ein Treffen Macrons mit Vertretern der Visegrád-Gruppe blieb denn auch ergebnislos. Eine heilsame Konfrontation oder der Beginn neuer Spaltungen?

Die Gespräche über eine mögliche Wiedervereinigung Zyperns sollen nach mehrwöchiger Pause am 28. Juni in Genf fortgesetzt werden. UN-Generalsekretär António Guterres hatte die Vertreter der griechischen und türkischen Zyprioten, Nikos Anastasiades und Mustafa Akıncı, dazu überredet. Vor der neuen Gesprächsrunde werden auch in den Medien Verhandlungspositionen abgesteckt.

Großbritanniens Prinz Harry hat in einem Interview offen beschrieben, wie er mit seiner Rolle als Mitglied der Königsfamilie hadert. Demnach habe er vor einigen Jahren aus der Familie ausbrechen und ein gewöhnliches Leben führen wollen. Auch für seinen Bruder William sei das Amt des Königs kein Traumjob. Britische Medien zeigen wenig Verständnis für die Probleme des 32-Jährigen.

"Als Lösung, nicht als Problem" - so wird die EU laut Ratspräsident Donald Tusk wieder wahrgenommen. Als Zeichen der neuen Einigkeit brachten die Staats- und Regierungschefs beim EU-Sommergipfel eine verstärkte Zusammenarbeit bei der Terrorbekämpfung und der gemeinsamen Verteidigung auf den Weg. Kommentatoren sind skeptisch, wie viel Substanz hinter den Ankündigungen steckt.

Kurz nach Beginn der Brexit-Verhandlungen hat die britische Premierministerin May zugesagt, EU-Bürger nicht auszuweisen und ihnen vage Zusicherungen für ihren Bleibestatus gemacht. Kommentatoren halten indes fest, dass noch keinerlei Klarheit über den künftigen Kurs Großbritanniens herrscht und auch deshalb der Exodus von der Insel längst begonnen hat.

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