Deutschland ist mit seiner Bewerbung um einen nichtständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat für die Jahre 2027 und 2028 gescheitert. Bei der geheimen Abstimmung in der Generalversammlung fanden hingegen Portugal mit 134 und Österreich mit 131 Stimmen die nötigen Zwei-Drittel-Mehrheiten. Für die wie üblich alle acht Jahre eingereichte deutsche Bewerbung votierten nur 104 Staaten. Die Medien analysieren mögliche Gründe.
Der ukrainische Präsident Selenskyj hat Russlands Staatschef Putin vorgeschlagen, den Krieg durch direkten Austausch zu beenden. Ein Treffen solle jedoch weder in Kyjiw noch in Moskau, sondern beispielsweise in der Schweiz stattfinden, hieß in einem online veröffentlichten Brief. Präsident Putin erklärte sich zu einer Vereinbarung auf Grundlage seiner Gespräche mit US-Präsident Trump in Alaska bereit.
Die französisch-iranische Künstlerin Marjane Satrapi ist im Alter von 56 Jahren in Paris gestorben. Mit ihrer autobiografischen Graphic Novel Persepolis wurde sie weltberühmt. 2025 sollte sie in die französische Ehrenlegion aufgenommen werden, lehnte dies jedoch ab. Satrapi kritisierte vor allem, dass Frankreich Visa-Bewerbungen von jungen iranischen Dissidenten und Künstlern abgelehnt habe. Die Presse würdigt die Künstlerin und ihr Werk.
Die in Tschechien mitregierende extrem rechte Bewegung für Freiheit und direkte Demokratie (SPD) von Parlamentspräsident Tomio Okamura ist von einem Prager Gericht wegen volksverhetzender Wahlplakate zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Die Plakate hätten Hass gegen Flüchtlinge geschürt, urteilte die Richterin. Kommentatoren diskutieren das Für und Wider des Urteils.
Das diesjährige Sankt Petersburger Internationale Wirtschaftsforum (Spief) ist am Mittwoch eröffnet worden. Kurz zuvor hatten jedoch ukrainische Drohnen ein Exportterminal für Ölprodukte im Hafen in Brand gesetzt, weshalb dicke Rauchwolken über die Stadt zogen. Kommentatoren beleuchten den heutigen Wert des früher als "russisches Davos" bezeichneten Events und die Auswirkungen der ukrainischen Angriffe auf Russland.
Die Europäische Union will Abschiebezentren in Nicht-EU-Ländern einrichten. Darauf verständigten sich Vertreter des Europaparlaments und der Regierungen der Mitgliedsländer. Wo solche Zentren errichtet werden könnten, ist noch unklar. Die Maßnahme ist eine Ergänzung der EU-Asylreform, die am 12. Juni vollständig in Kraft tritt. Die Presse bewertet den Plan hinsichtlich seiner Durchführbarkeit und der Vereinbarkeit mit den Grundrechten.
Der Tod eines Studenten, der vergangenen Dezember niedergestochen wurde, wühlt die Öffentlichkeit im Vereinigten Königreich auf. Der 18 Jahre alte Henry Nowak starb an seinen Verletzungen, nachdem die Polizei ihn offenbar für den Täter und nicht für das Opfer hielt. Die Beamten legten ihn in Handschellen, statt ihm zu helfen, wie jetzt veröffentlichte Bodycam-Bilder zeigen. Der Täter, ein Sikh, hatte behauptet, von Nowak rassistisch angegriffen worden zu sein. Er wurde nun zu lebenslanger Haft verurteilt.
Die langjährige Bürgermeisterin der estnischen Grenzstadt Narva, Katri Raik, hat Konkurrenz bekommen. Die oppositionellen Parteien Zentrum und Plan B wählten am Montag in einer Stadtratssitzung einen neuen Bürgermeister aus ihren Reihen. Der Zentrumspolitiker Jaan Toots zog auch bereits ins Rathaus ein, obwohl die Rechtsgültigkeit des Vorgehens ungeklärt ist.
In Dänemark wird eine Mitte-Links-Regierung aus vier Parteien gebildet, die aber über keine Parlamentsmehrheit verfügt. Über zwei Monate wurde nach der Wahl sondiert und verhandelt. Nun kooperieren die Sozialdemokraten von Premierministerin Mette Frederiksen mit der Sozialistischen Volkspartei, der sozialliberalen Radikale Venstre und der Moderaten Partei. Frederiksen steht damit vor ihrer dritten Amtszeit.
Der neue ungarische Ministerpräsident Péter Magyar will die Verfassung ändern, um Staatspräsident Tamás Sulyok absetzen zu können, dem er vorwirft, zu loyal gegenüber der ehemaligen Regierungspartei Fidesz zu sein. Eine Frist, bis zum 31. Mai zurückzutreten, hatte das Staatsoberhaupt verstreichen lassen. Laut geltender Verfassung wird der Präsident vom Parlament für fünf Jahre gewählt.
In der Türkei steht die größte Oppositionspartei CHP stark unter Druck. Ein Gericht hatte Ende Mai die Absetzung des Vorsitzenden Özgür Özel angeordnet mit der Begründung, seine Wahl 2023 sei nicht regelkonform gewesen. Laut dem Urteil soll der frühere Vorsitzende Kemal Kılıçdaroğlu stattdessen die Partei führen. Das Urteil löste eine Führungskrise aus: Özel und Kılıçdaroğlu liefern sich seitdem einen offenen Machtkampf.
Am 7. Juni wird in Armenien das Parlament neu gewählt. Premierminister Nikol Paschinjan erhofft sich davon eine Bestätigung seines West-Kurses. Auf einem Gipfel der Eurasischen Wirtschaftsunion in Kasachstan, an dem Paschinjan nicht teilnahm, drohte Wladimir Putin mit einer Einstellung der ökonomischen Zusammenarbeit. Russland hat schon jetzt den Import einiger armenischer Waren gestoppt.











