Die Nachricht vom Durchbruch in den Brexit-Verhandlungen hat vielerorts zu Erleichterung geführt. Brexit-Befürworter freuten sich, dass bald Verhandlungen über künftige Handelsbeziehungen zur EU beginnen können. In Irland und Nordirland waren viele froh über die Zusage, zwischen beiden Ländern werde es keine harte Grenze geben. Trotzdem gibt es Verlierer und viele offene Fragen, finden Europas Journalisten.

Die Entscheidung von US-Präsident Trump, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, schlägt weltweit hohe Wellen. In vielen muslimisch geprägten, aber auch in europäischen Ländern gab es Proteste. Die Arabische Liga verurteilte die Entscheidung scharf und forderte einen Staat Palästina mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt. Für echte Kontroversen sorgt der Schritt auch in Europas Presse.

Nur wenige Tage nach seiner Befreiung durch Demonstranten ist der ukrainische Politiker Michail Saakaschwili in der Nacht zu Samstag erneut festgenommen worden. Tausende Menschen strömten daraufhin auf die Straßen Kiews und forderten seine Freilassung sowie die Amtsenthebung von Präsident Petro Poroschenko. Warum die Staatsmacht gegen den Oppositionellen vorgeht, beschäftigt die Kommentatoren.

Die Nationalisten sind klare Sieger der Regionalwahl auf der französischen Mittelmeerinsel Korsika. Bereits nach dem ersten Wahlgang lagen sie mit über 45 Prozent klar vorn. Jetzt kamen sie auf 56,5 Prozent der Stimmen. Beobachter rechnen damit, dass die Forderungen der korsischen Nationalisten nun deutlich mehr Gewicht bekommen. Dass die Korsen dabei den Katalanen etwas voraushaben, ist ebenso zu lesen.

Der bisherige Wirtschafts- und Finanzminister Mateusz Morawiecki von der regierenden PiS-Partei hat von Beata Szydło das Amt des polnischen Premiers übernommen. Über einen entsprechenden Wechsel an der Regierungsspitze war bereits seit Wochen spekuliert worden. Journalisten analysieren die Hintergründe.

Beim ersten Besuch eines türkischen Präsidenten in Griechenland seit 65 Jahren hat Erdoğan mit dem Vorschlag irritiert, den Vertrag von Lausanne zu "aktualisieren". Das 1923 geschlossene Abkommen schreibt die Grenzen zwischen beiden Staaten und ihre Beziehungen zueinander fest. Seitdem gehört der westliche Teil Thrakiens zu Griechenland, wo rund 120.000 muslimische Nachfahren der Osmanen leben. Was bezweckt Erdoğan?

Wladimir Putin hat seine vierte Kandidatur für das russische Präsidentenamt angekündigt. Gewählt wird im März 2018. Europas Journalisten sind zwar nicht überrascht, doch glauben einige nicht daran, dass weitere sechs Jahre alles beim Alten bleibt.

Nach zwei gescheiterten Versuchen, den ukrainischen Oppositionellen und früheren georgischen Präsidenten Michail Saakaschwili festzunehmen, steigt in Kiew die Anspannung. Demonstranten versammeln sich in einem Zeltlager vor dem Parlament, bei Ausschreitungen wurden Polizisten und Saakaschwili-Anhänger verletzt. Kommentatoren glauben, dass sich am Konflikt zwischen Staatsmacht und Saakaschwili ein neuer Aufstand entzünden könnte.

Die EU-Kommission hat am Mittwoch Vorschläge zur Demokratisierung der Währungsunion präsentiert: Ein europäischer Währungsfonds zur Hilfe notleidender Staaten soll vom EU-Parlament kontrolliert werden. Das Amt eines Euro-Finanzministers soll eingeführt werden, allerdings ohne eigenes Budget. Werden zu viele oder zu wenige Kompetenzen nach Brüssel verlagert?

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat Russland von den Winterspielen 2018 in Pyeongchang ausgeschlossen. Russische Sportler, die beweisen, dass sie sauber sind, dürfen aber ohne Flagge und Hymne starten. Diese Strafe für das staatlich orchestrierte Doping in Sotschi 2014 kritisieren einige Journalisten scharf. Für andere hingegen ist sie ein Anlass, Olympia neu zu denken.

Das US-Magazin Time hat die Social-Media-Kampagne MeToo zur "Person des Jahres" 2017 erklärt. Unter dem Hashtag MeToo hatten vor allem Frauen darauf aufmerksam gemacht, wie weit verbreitet sexuelle Belästigung und Gewalt sind. Nach Auffassung des Magazins stießen sie damit einen kulturellen Wandel an. Kommentatoren allerdings sind uneins, ob die Bewegung nachhaltig etwas verändern kann.

Mit einer schwarzen Liste will die EU den Druck auf Steueroasen erhöhen. Während Staaten wie Südkorea, Panama und die Vereinigten Arabischen Emirate an den Pranger gestellt werden, nicht genug gegen Steuerflucht zu tun, sind EU-Steueroasen wie Irland, die Niederlande oder Luxemburg nicht auf der Liste. Auch Sanktionen sind vorerst nicht vorgesehen. Kann die Liste trotzdem Wirkung zeigen?

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