2014 jagten die Ukrainer Viktor Janukowitsch aus dem Präsidentenamt. Für Kommentatoren ist vier Jahre nach den Protesten auf dem Kiewer Maidan ein Moment, um Bilanz zu ziehen.

Seit Dienstag können SPD-Mitglieder darüber abstimmen, ob ihre Partei wieder in eine Große Koalition gehen soll. Am 4. März soll das Ergebnis feststehen. Während die Parteispitze hofft, von ihrer Basis grünes Licht für vier weitere Regierungsjahre zu bekommen, machen vor allem junge Sozialdemokraten Stimmung dagegen. Europas Presse verfolgt das Ganze mit Spannung - und nicht immer mit Verständnis.

"Hin zum Abgrund - und zurück?" Dieses Motto stand über der Münchner Sicherheitskonferenz vom vergangenen Wochenende. Nach dem Treffen der Politelite versuchen sich Kommentatoren mit einer Analyse der drängendsten außenpolitischen Fragen.

Spaniens Finanzminister Luis de Guindos soll neuer EZB-Vizepräsident werden, darauf haben sich die 19 Euro-Finanzminister verständigt. Weil somit erneut ein Südeuropäer das Vizeamt bekommt, werden Bundesbank-Chef Jens Weidmannn gute Chancen auf den EZB-Chefsessel 2019 eingeräumt. Dass de Guindos allerdings ein Fürsprecher der südlichen Euroländer wird, ist für Kommentatoren nicht ausgemacht.

Annegret Kramp-Karrenbauer soll Generalsekretärin der CDU werden. Die bisherige saarländische Ministerpräsidentin gilt als enge Vertraute Merkels. Europas Medien analysieren die Strategie hinter dieser Personalentscheidung.

Ex-Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hat auf der Münchner Sicherheitskonferenz eine UN-Friedensmission in der Ostukraine vorgeschlagen. Rund 20.000 Einsatzkräfte sollen in die Region geschickt werden. Schweden, Finnland und Belarus erklärten ihre Bereitschaft zur Teilnahme. Doch Kommentatoren halten eine baldige Blauhelm-Mission nicht für realistisch.

Der US-Aktienmarkt hat eine seiner schlimmsten Wochen seit der Finanzkrise hinter sich. Die Eurozone wirkte im Vergleich dazu auf viele wie eine Insel der Stabilität. Welche Hoffnungen berechtigt sind und welche Risiken im Blick behalten werden sollten, diskutieren Wirtschaftsexperten in Europas Presse.

Alexander Kruschelnizki, russischer Bronze-Medaillengewinner im Curling, ist positiv auf das verbotene Herzmittel Meldonium getestet worden. Der Chef des russischen Curling-Verbands sprach von Sabotage. Für Kommentatoren ist das Ganze eine Farce.

Der Westen wird fallen, von Migranten überrannt und von ignoranten Politikern regiert: Mit nationalistischen und fremdenfeindlichen Parolen hat Ungarns Premier Viktor Orbán seine Rede zur Lage der Nation gestaltet. Der 54-Jährige tritt im April für eine dritte Amtszeit an, in Umfragen kommt seine Fidesz-Partei auf rund 50 Prozent. Ungarns Presse reagiert im einen Lager mit Beifall, im anderen mit Sorge.

Eine Bemerkung am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz hat zu einem diplomatischen Eklat geführt. Auf die Aussage des polnischen Premiers Morawiecki, es habe in der NS-Zeit neben deutschen auch "polnische, russische, ukrainische und jüdische Täter" gegeben, reagierte Israels Premier Netanjahu mit Empörung und erklärte Redebedarf. Zu Recht?

Zehn Jahre Unabhängigkeit von Serbien - dieses Jubiläum haben am Samstag Tausende Kosovaren in der blau-gelb geschmückten Hauptstadt Pristina begangen. Wie viel Anlass der heutige Kosovo zum Feiern hat, ist unter Kommentatoren jedoch umstritten. Denn trotz internationaler Milliardenhilfen prägen Armut, Korruption und organisiertes Verbrechen bis heute das Leben vieler der 1,9 Millionen Kosovaren.

Nach einem Jahr in türkischer Haft ist der deutsch-türkische Journalist Deniz Yücel wieder frei und hat am Freitag die Türkei verlassen. Nach einem Urlaub will er seine Arbeit wieder aufnehmen. Für Kommentatoren ist die Freude über seine Freilassung allerdings keine ungetrübte.

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