Die EU-Kommission hat am Mittwoch Vorschläge zur Demokratisierung der Währungsunion präsentiert: Ein europäischer Währungsfonds zur Hilfe notleidender Staaten soll vom EU-Parlament kontrolliert werden. Das Amt eines Euro-Finanzministers soll eingeführt werden, allerdings ohne eigenes Budget. Werden zu viele oder zu wenige Kompetenzen nach Brüssel verlagert?

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat Russland von den Winterspielen 2018 in Pyeongchang ausgeschlossen. Russische Sportler, die beweisen, dass sie sauber sind, dürfen aber ohne Flagge und Hymne starten. Diese Strafe für das staatlich orchestrierte Doping in Sotschi 2014 kritisieren einige Journalisten scharf. Für andere hingegen ist sie ein Anlass, Olympia neu zu denken.

Das US-Magazin Time hat die Social-Media-Kampagne MeToo zur "Person des Jahres" 2017 erklärt. Unter dem Hashtag MeToo hatten vor allem Frauen darauf aufmerksam gemacht, wie weit verbreitet sexuelle Belästigung und Gewalt sind. Nach Auffassung des Magazins stießen sie damit einen kulturellen Wandel an. Kommentatoren allerdings sind uneins, ob die Bewegung nachhaltig etwas verändern kann.

Mit einer schwarzen Liste will die EU den Druck auf Steueroasen erhöhen. Während Staaten wie Südkorea, Panama und die Vereinigten Arabischen Emirate an den Pranger gestellt werden, nicht genug gegen Steuerflucht zu tun, sind EU-Steueroasen wie Irland, die Niederlande oder Luxemburg nicht auf der Liste. Auch Sanktionen sind vorerst nicht vorgesehen. Kann die Liste trotzdem Wirkung zeigen?

Mit einem Kompromissvorschlag ist Premierministerin May am Montag zu den Brexit-Verhandlungen nach Brüssel gereist: Nordirland sollte einen Sonderstatus bekommen, um eine harte innerirische Grenze zu vermeiden. Doch offenbar auf Druck der nordirischen Unionisten-Partei DUP zog sie diesen wieder zurück. Kommentatoren sehen die Premierministerin in der Klemme.

Der Portugiese Mário Centeno wird neuer Vorsitzender der Eurogruppe. Ab Mitte Januar wird er dem wichtigsten europäischen Finanzgremium vorstehen, das unter anderem über Hilfsprogramme und Reformauflagen für Krisenländer entscheidet. Dass erstmals ein Südeuropäer die Gruppe anführen wird, dazu noch aus dem früheren EU-Sorgenkind Portugal, ist für Kommentatoren durchaus bedeutsam.

In der Russland-Affäre rund um Moskaus mögliche Einflussnahme in Washington nähert sich Sonderermittler Mueller dem innersten Zirkel von US-Präsident Trump. Trumps ehemaliger Berater Michael Flynn gestand am Freitag, Russlandkontakte geleugnet zu haben. Indes berichten Medien, dass Trumps Schwiegersohn Kushner Flynn zur Kontaktaufnahme angestiftet haben soll. Was bedeuten die Entwicklungen für das Weiße Haus und die diplomatischen Beziehungen der USA zu Russland?

Kurz nach der Oktoberrevolution erklärte Finnland am 6. Dezember 1917 seine Unabhängigkeit vom Russischen Reich. Das 100-jährige Bestehen ihres Landes feierten die Finnen in diesem Jahr mit verschiedensten Veranstaltungen unter dem Motto "Zusammen". Passend dazu sind sie am heutigen Dienstag um 14 Uhr zum gemeinschaftlichen Kaffeetrinken aufgerufen. Pressestimmen zum Unabhängigkeitstag zeichnen ein vielschichtiges Bild des finnischen Gemütszustands.

Rund zwei Wochen haben die Parteien noch für den Wahlkampf zur katalonischen Regionalwahl. Gegen den abgesetzten Ministerpräsidenten Carles Puigdemont liegt weiter ein europäischer Haftbefehl vor, über den Belgien noch nicht entschieden hat. Für den Spitzenkandidaten der separatistischen Partei ERC, Oriol Junqueras, hat Spaniens Oberster Gerichtshof am Montag die Untersuchungshaft verlängert. Ob das richtig war, sehen spanische und katalonische Medien unterschiedlich.

Seit dem 30. November läuft in New York der Prozess um den türkisch-iranischen Geschäftsmann Reza Zarrab. Gleich zu Beginn hat dieser den türkischen Präsidenten Erdoğan und einige seiner Vertrauten schwer belastet. An Geschäften, die Zarrab unter Umgehung der Iran-Sanktionen abwickelte, hätten diese gut verdient oder sie zumindest gebilligt. Der Prozess könnte der Türkei in verschiedener Hinsicht gefährlich werden, meinen Kommentatoren.

Peking will seine "neue Seidenstraße“ ausbauen und investiert drei Milliarden Euro in die Infrastruktur südosteuropäischer Staaten. Dies soll ermöglichen, dass im griechischen Hafen Piräus angelieferte chinesische Waren schneller nach Mitteleuropa transportiert werden können. Journalisten glauben, dass die Kooperation drastische Folgen für Europa und die Weltordnung hat.

Die Vorsitzenden von Union und SPD haben am Donnerstagabend gemeinsam mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Möglichkeiten einer Regierungsbildung erörtert. Wie die Regierungssuche genau weitergeht, ist unklar. Kommentatoren sehen die Hängepartie in Berlin als Beleg für die Prinzipientreue der deutschen Parteien und hoffen, dass die neue Regierung stärker den Schulterschluss mit ihren EU-Partnern sucht.

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