Mit Spannung schaut die europäische Presse auf den am heutigen Dienstag in Ankara beginnenden Nato-Gipfel. Dabei richten sich die Blicke nicht nur auf die USA, die einen Teil ihrer in Europa stationierten Truppen und Waffen abziehen. Es stellt sich auch die Frage, wer in einer künftig europäischer aufgestellten Nato eigentlich eine Führungsrolle übernehmen soll.
Im Berufungsprozess gegen Marine Le Pen wird am heutigen Dienstag das Urteil erwartet. Ein Pariser Gericht muss entscheiden, ob es das Urteil der ersten Instanz bestätigt und Le Pen für schuldig erklärt, EU-Gelder veruntreut zu haben. Neben einer Freiheits- und einer Geldstrafe wurde Le Pen im Frühjahr 2025 für fünf Jahre von Wahlen ausgeschlossen.
Premierminister Péter Magyar hat im Rahmen geplanter Verfassungsänderungen vorgeschlagen, ab der nächsten Wahl 2030 die Amtszeit eines Abgeordneten auf höchstens zwölf Jahre zu begrenzen. Dabei werden auch die bereits im Parlament verbrachten Jahre angerechnet. Ein Großteil der derzeitigen Abgeordneten der Fidesz-Partei von Viktor Orbán könnte dann künftig nicht mehr kandidieren.
Der US-Stürmer Folarin Balogun hatte eine rote Karte bekommen, doch die Fifa hat die damit üblicherweise verbundene Sperre für das folgende Achtelfinal-Spiel gegen Belgien wieder aufgehoben. Donald Trump sagte, er habe Fifa-Boss Gianni Infantino darum telefonisch gebeten. Dieser bestätigte den Anruf, beharrte aber darauf, dass die Entscheidung unabhängig getroffen wurde. Die mediale Fußballwelt wittert Foulspiel auf höchster Ebene.
Seit diesem Montag gibt es in Ungarn keine gedruckte politische Tageszeitung mehr. Die der früheren Fidesz-Regierung nahestehende Zeitung Magyar Nemzet erscheint künftig nur noch als Wochenzeitung. Auch die linksgerichtete Tageszeitung Népszava stellt nun ihre tägliche Printausgabe ein. Népszava wurde in den vergangenen Jahren dafür kritisiert, dass sie unter der Orbán-Regierung staatliche Werbeanzeigen erhielt. Diese fielen nach dem Regierungswechsel weg.
Die Inhaftierung des Stand-up-Comedians Deniz Göktaş erregt die Türkei: Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Verunglimpfung religiöser Werte und Präsidentenbeleidigung vor. Ein Video seines letzten Auftritts hatte letzte Woche etwa zehn Millionen Aufrufe erzielt. Göktaş wies vor Gericht die Vorwürfe zurück und sprach von Satire. Sein Anwalt kritisierte, die Ermittler hätten Passagen aus dem Zusammenhang gerissen.
Die Spitzen von Union und SPD haben sich in Berlin auf ein umfangreiches Reformpaket verständigt: 34 Punkte in Bereichen wie Steuern, Rentensystem, Arbeitsrecht, Innovation und Bürokratieabbau sollen die Wirtschaft ankurbeln und die Gesellschaft stabilisieren. "Wir wollen Deutschland wieder flottkriegen", so Bundeskanzler Friedrich Merz. Die Medien kommentieren den Rundumschlag.
Für Pakete aus Nicht-EU-Staaten mit einem Wert von unter 150 Euro werden ab 1. Juli Zölle erhoben. Es geht um drei Euro als pauschale Abgabe pro bestellter Produktkategorie. Bislang galt eine Freigrenze bis 150 Euro. Die Zölle könnten insbesondere Online-Händler mit besonders günstigen Waren wie Temu und Shein treffen. Kommentatoren debattieren, ob die europäische Wirtschaft damit gestärkt und Billighändler ausgebootet werden können.
Donald Trump verdient gut: In einer am Dienstag veröffentlichten 927-seitigen Erklärung hat er für 2025 Einnahmen in Höhe von 2,2 Milliarden Dollar deklariert – 3,5 Mal mehr als im Jahr vor seiner zweiten Amtsübernahme. Über 1,4 Milliarden Dollar stammen dabei aus den Kryptowährungs-Geschäften seiner Familie. Das verursacht allgemeines Kopfschütteln bei Europas Presse.











