Drei Jahre nach dem Hamas-Angriff gedenkt Israel der Opfer. Am 7. Oktober 2023 waren Terroristen aus dem Gazastreifen in Israel eingefallen, hatten 1.221 Menschen ermordet und 251 als Geiseln verschleppt. Israel reagierte mit einem Krieg in dem Palästinensergebiet, der mindestens 70.000 Tote forderte. Kommentatoren ergründen, wie der Tag das Land und seine Menschen verändert hat.

Nach ihrem Wahlsieg in Sachsen-Anhalt stellt die dort als gesichert rechtsextremistisch eingeordnete AfD erstmals in Deutschland einen Landtagspräsidenten. Bei der ersten Sitzung des Landesparlaments erhielt Tobias Rausch 48 von 82 Stimmen. Neben den Fraktionen von AfD und BSW haben damit auch vier Vertreter anderer Parteien für ihn gestimmt. Kommentatoren beleuchten die Situation – auch in Hinblick auf eine mögliche Regierungsübernahme durch die AfD.

Eine Labormitarbeiterin eines Pestforschungsinstituts im russischen Irkutsk ist möglicherweise an der Lungenpest gestorben. Mehrere Kliniken stehen daraufhin für mindestens drei Wochen unter Quarantäne. Offiziell wurden keine weiteren Infektionen registriert. Russische Behörden geben bislang nur wenige Informationen preis. Die Presse diskutiert das Infektionsrisiko und fordert mehr Klarheit.

Tschechien wählt am Freitag und Samstag neue Kommunalparlamente – doch Präsident Petr Pavel wird seine Stimme nicht abgeben. Wegen eines Planungsfehlers fällt der Wahltermin in seinen Motorradurlaub in Marokko. Der Staatschef bedauert den Fehler, will seine Reise aber nicht abbrechen. Tschechische Medien kritisieren, dass ausgerechnet der Präsident bei der Wahl fehlt.

Bei der Präsidentschaftswahl in Brasilien gehen Amtsinhaber Lula da Silva und Flávio Bolsonaro, der älteste Sohn von Ex-Präsident Jair Bolsonaro, in eine Stichwahl. Der rechtsgerichtete Bolsonaro gewann den ersten Wahlgang mit rund 47 Prozent. Für Lula stimmten rund 45 Prozent der Wähler. Am 25. Oktober findet die Stichwahl statt. Für Kommentatoren reicht die Bedeutung dieses Votums über Brasiliens Grenzen hinaus.

Nach dem Scheitern seiner Mieterschutz-Dekrete hat Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez am Montag vorgezogene Neuwahlen für den 29. November angekündigt. Seine Minderheitsregierung hatte am Freitag im Parlament keine Mehrheit für das Maßnahmenpaket erhalten. Die Presse diskutiert Sánchez' Wahlkampfstrategie, die Chancen der Opposition und die Bedeutung der Abstimmung für Europas politische Kräfteverhältnisse.

Bei der Parlamentswahl in Lettland hat die Vereinigte Liste von Ministerpräsident Andris Kulbergs einen deutlichen Sieg errungen. Sie verdreifachte ihren Stimmenanteil auf über 35 Prozent und erhält 41 von 100 Sitzen im Saeima. Die Europa-orientierte Mitte-Rechts-Partei braucht nun nur noch einen Koalitionspartner. Die als prorussisch geltende populistische Partei Souveräne Macht erhielt 12 Prozent und 15 Sitze.

Bei den Wahlen in Bosnien und Herzegowina haben nationalistische Parteien deutlich zugelegt. Gewählt wurden auch die drei Mitglieder des Staatspräsidiums: der sozialdemokratische Bosniake Denis Bećirović sowie Darijana Filipović von der kroatischen HDZ BiH und Željka Cvijanović von Dodiks serbischer SNSD. Die Wahlbeteiligung lag bei nur rund 42 Prozent. Die Presse diskutiert die Folgen für den EU-Kurs.

Seit Tagen machen Jugendliche in Frankreich ihrem Unmut über miserable Zustände an den Schulen Luft. In mehreren Städten kam es bei Schulblockaden zu Ausschreitungen und Zusammenstößen mit der Polizei, die Hunderte junge Leute festnahm. Schülervertreter distanzierten sich von der Gewalt. Auch Frankreichs Justizminister Darmanin sagte, es sei unklar, ob die Gewalttäter Schüler seien.

Bundeskanzler Friedrich Merz hat bei einem Überraschungsbesuch in Kyjiw weitere Hilfen für die Ukraine zugesagt: eine Milliarde Euro für militärische Unterstützung und 350 Millionen für den Energiesektor. Während seines Aufenthalts am Sonntag griff Russland erneut die Hauptstadt an. Europas Presse diskutiert die Bedeutung des Besuchs und die weitere Unterstützung für das Land.

Ein Gericht hat die Sperre des Nachrichtenportals T24 angeordnet. Begründet wird dies mit Kolumnen, die im Rahmen der Ermittlungen "Ailem Güvende" (Meine Familie ist sicher) als "LGBT-Propaganda" eingestuft wurden. Journalisten von T24 selbst vermuten, dass ihre Berichte über den aktuellen Börsenskandal und den Prozess gegen den inhaftierten Istanbuler Bürgermeister İmamoğlu verhindert werden sollen – und auch andere Medien halten die Begründung für fragwürdig.

Am Sonntag stimmen die Brasilianerinnen und Brasilianer darüber ab, ob sie Luiz Inácio Lula da Silva für eine weitere Amtszeit als Präsident haben wollen. Sein stärkster Herausforderer ist der rechtsgerichtete Senator Flávio Bolsonaro, Sohn des verurteilten Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro. Wenn keiner der Kandidaten im ersten Wahlgang eine ausreichende Mehrheit bekommt, gibt es am 25. Oktober einen weiteren Urnengang.

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