Der Soziologe Ulrich Beck und der Europa-Politiker Daniel Cohn-Bendit haben unter dem Titel Wir sind Europa ein Manifest veröffentlicht, in dem sie ein Freiwilliges Europäisches Jahr für alle fordern, um das Zusammenleben über die Grenzen hinweg zu stärken. Die linksliberale Tageszeitung El País druckt den Aufruf ab: "Die Jugend Europas, besser ausgebildet denn je, erfährt mit den drohenden Staatsbankrotten und dem Niedergang der Arbeitsmärkte ihr 'europäisches Schicksal'. Jeder vierte Europäer unter 25 Jahren ist arbeitslos. Dort, wo das jugendliche Prekariat seine Zeltlager errichtet hat und seine Stimme öffentlich erhebt, geht es um die Forderung nach sozialer Gerechtigkeit. Ob in Spanien, Portugal, in den Ländern Nordafrikas, in US-amerikanischen Großstädten oder in Moskau - diese Forderung wird überall machtvoll vorgebracht. Es wächst die Wut über eine Politik, die mit riesigen Summen Banken rettet, aber die Zukunft der Jugend verspielt. ... Wir fordern deshalb die Europäische Kommission und die nationalen Regierungen, das Europäische Parlament sowie die nationalen Parlamente dazu auf, ein Europa der tätigen Bürger zu schaffen und sowohl die finanziellen wie die rechtlichen Voraussetzungen für ein Freiwilliges Europäisches Jahr für alle bereitzustellen - als Gegenmodell zum Europa von oben, dem bisher vorherrschenden Europa der Eliten und Technokraten." (03.05.2012)
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