Als Reaktion auf die Schülerproteste in Frankreich hat Bildungsminister Edouard Geffray am Donnerstag angekündigt, kurzfristig mehr als 3.000 Vertretungslehrkräfte zu engagieren. Die Proteste gegen schlechte Lernbedingungen, die im September an einem Gymnasium in Créteil ihren Ursprung nahmen, hatten rasch auf das ganze Land übergegriffen. In mehreren Städten kam es zu Ausschreitungen. Die Presse versucht, das Ausmaß der Mobilisierung zu erklären.
Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat ihre Wahlrechtsreform 'Stabilicum' mit einer letzten Abstimmung erfolgreich durch das Parlament gebracht. Die Reform wurde in der Abgeordnetenkammer mit 227 zu 164 Stimmen endgültig verabschiedet. Der Senat – die zweite Kammer des Parlaments – hatte das Vorhaben bereits Mitte September gebilligt.
Izmirs Oberbürgermeister Cemil Tugay ist am Dienstag von der oppositionellen CHP zur Regierungspartei AKP gewechselt. Präsident Erdoğan überreichte ihm persönlich das Parteiabzeichen. Der Übertritt sorgt in der jahrzehntelangen CHP-Hochburg für Proteste und reiht sich in eine landesweite Welle von Parteiwechseln ein. Die türkische Presse bewertet den Schritt unterschiedlich.
Zwei Wochen nach ihrer Zwangsräumung ist die 87-jährige Spanierin Maricarmen Abascal im Krankenhaus gestorben. Ihr Schicksal hatte landesweite Proteste gegen die Wohnungskrise ausgelöst. Für den 11. November ist dieses Problem Anlass für einen Generalstreik in Spanien. Die Medien beschäftigen sich mit der Symbolkraft des Todes der Madrider Rentnerin.
Zunehmend warnen offizielle Stellen vor der Gefahr militärischer Aktionen Russlands gegen Europa. Der Bundesnachrichtendienst sprach am Montag von einem gestiegenen Risiko hybrider Angriffe aus Moskau. Der belgische Verteidigungsminister Theo Francken prophezeite einen "dunklen Winter" und forderte eine bessere Drohnenabwehr. Dänemarks Geheimdienst warnte vor einem begrenzten militärischen Angriff auf ein Nato-Land in den kommenden Monaten.
Präsident Nicușor Dan hat nach dem Sturz der Regierung von Ilie Bolojan im Mai dieses Jahres einen vierten Anlauf unternommen, eine neue Regierung zu formieren. Als Kandidat für das Amt des Premierministers nominierte er den Diplomaten Luca Niculescu, der bislang das Beitrittsverfahren Rumäniens zur OECD koordiniert hat. Die Meinungen über dessen Erfolgsaussichten gehen in den Landesmedien auseinander.
Dem portugiesischen Whistleblower Rui Pinto droht nach sechs Jahren der Verlust seines staatlichen Zeugenschutzes. Der Gründer von Football Leaks deckte illegale Praktiken im Profifußball auf, wurde 2023 aber selbst wegen Cyberkriminalität und versuchter Erpressung zu vier Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Portugals Presse diskutiert, ob der Staat ihn weiterhin schützen muss.
Drei Jahre nach dem Hamas-Angriff gedenkt Israel der Opfer. Am 7. Oktober 2023 waren Terroristen aus dem Gazastreifen in Israel eingefallen, hatten 1.221 Menschen ermordet und 251 als Geiseln verschleppt. Israel reagierte mit einem Krieg in dem Palästinensergebiet, der mindestens 70.000 Tote forderte. Kommentatoren ergründen, wie der Tag das Land und seine Menschen verändert hat.
Nach ihrem Wahlsieg in Sachsen-Anhalt stellt die dort als gesichert rechtsextremistisch eingeordnete AfD erstmals in Deutschland einen Landtagspräsidenten. Bei der ersten Sitzung des Landesparlaments erhielt Tobias Rausch 48 von 82 Stimmen. Neben den Fraktionen von AfD und BSW haben damit auch vier Vertreter anderer Parteien für ihn gestimmt. Kommentatoren beleuchten die Situation – auch in Hinblick auf eine mögliche Regierungsübernahme durch die AfD.
Eine Labormitarbeiterin eines Pestforschungsinstituts im russischen Irkutsk ist möglicherweise an der Lungenpest gestorben. Mehrere Kliniken stehen daraufhin für mindestens drei Wochen unter Quarantäne. Offiziell wurden keine weiteren Infektionen registriert. Russische Behörden geben bislang nur wenige Informationen preis. Die Presse diskutiert das Infektionsrisiko und fordert mehr Klarheit.
Tschechien wählt am Freitag und Samstag neue Kommunalparlamente – doch Präsident Petr Pavel wird seine Stimme nicht abgeben. Wegen eines Planungsfehlers fällt der Wahltermin in seinen Motorradurlaub in Marokko. Der Staatschef bedauert den Fehler, will seine Reise aber nicht abbrechen. Tschechische Medien kritisieren, dass ausgerechnet der Präsident bei der Wahl fehlt.
Bei der Präsidentschaftswahl in Brasilien gehen Amtsinhaber Lula da Silva und Flávio Bolsonaro, der älteste Sohn von Ex-Präsident Jair Bolsonaro, in eine Stichwahl. Der rechtsgerichtete Bolsonaro gewann den ersten Wahlgang mit rund 47 Prozent. Für Lula stimmten rund 45 Prozent der Wähler. Am 25. Oktober findet die Stichwahl statt. Für Kommentatoren reicht die Bedeutung dieses Votums über Brasiliens Grenzen hinaus.











