Am Freitag haben Israel und der Libanon in Washington ein Rahmenabkommen zur Beendigung der Kämpfe unterzeichnet. Beide Seiten erklärten ihre Absicht, "dauerhaften Frieden und Sicherheit" zu erreichen und den seit 1948 bestehenden Kriegszustand zu beenden. Die Hisbollah war an den Verhandlungen über das Abkommen nicht beteiligt und bezeichnete es als "null und nichtig".
Mehrere Länder Europas haben die heißesten Juni-Tage seit Jahrzehnten, teilweise sogar seit Beginn der Aufzeichnungen erlebt. In vielen Regionen galt die höchste Hitze-Warnstufe. Der Chef des Weltklimarats IPCC, Jim Skea, erklärte: "Wir werden zwangsläufig mehr von dem erleben, was wir in den vergangenen Tagen gesehen haben." Die Presse sucht nach Verantwortlichen und Auswegen.
Die Türkei richtet am 7. und 8. Juli den Nato-Gipfel in Ankara aus. Im Vorfeld wurden mehr als 200 Menschen festgenommen mit der Begründung, sie hätten Proteste geplant, die die Türkei als "Terrorland" darstellen sollten. Außerdem wird die Liste der akkreditierten Journalisten vom türkischen Präsidialamt kontrolliert. Für türkische Medien ist das eine bittere Einstimmung auf den Gipfel.
Zwei verheerende Erdbeben haben vergangene Woche Venezuela heimgesucht und mehr als 1.400 Todesopfer sowie zehntausende Verletzte, Vermisste und Obdachlose verursacht. Ganze Straßenzüge brachen zusammen. Rettungskräfte aus dem In- und Ausland setzen die Suche nach Überlebenden fort. Kommentatoren sehen mehr als nur spontane Hilfsbereitschaft.
Die EU-Kommission hat erstmals Vertreter der Taliban in Brüssel empfangen. In den Gesprächen ging es um Abschiebungen von Afghanen aus Europa sowie mehr Diplomaten der Islamisten in der EU. Menschenrechtsaktivisten protestierten gegen den Besuch. Europas Presse ist sich in ihrem Urteil darüber uneins.
Seit der zu Jahresbeginn von den USA verhängten Energieblockade hat sich die ohnehin schwierige wirtschaftliche Lage in Kuba noch einmal extrem verschlechtert. Darauf reagierte die Führung in Havanna nun mit einem 176-Punkte-Plan zur Öffnung der Wirtschaft. Der von China und Vietnam eingeführte Staatskapitalismus solle als Vorbild gelten. Europas Presse bewertet den neuen Kurs.
Norwegens Fußballteam hat sich auf einem Foto vor der Abreise zur WM als Wikinger verkleidet präsentiert. Die Fans übernahmen die Symbolik prompt und rudern nun im Stadion im Gleichtakt in einem imaginären Wikinger-Schiff, während sie dabei Ro! (Rudern!) rufen. Während Skandinaviens Presse das Spektakel zwiegespalten beobachtet, will man sich in der Türkei die Norweger zum Vorbild nehmen.
Zehn Jahre nach dem Brexit-Referendum hält eine Mehrheit der Briten den Austritt aus der Europäischen Union für einen Fehler. Führende Labour-Politiker, wie der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan und Ex-Gesundheitsminister Wes Streeting, fordern einen Wiedereintritt. Gleichzeitig liegt die Partei Reform UK von "Mister Brexit" Nigel Farage in den Umfragen seit Monaten vorn. Die Presse beschäftigt die Frage, in welche Richtung sich das Land bewegt.
Zwischen der rechtspopulistischen Regierung unter Andrej Babiš und dem aus dem oppositionellen pro-europäischen Lager stammenden tschechischen Präsidenten Petr Pavel ist der Streit eskaliert. Die Regierung wollte dem Staatsoberhaupt und Oberbefehlshaber der Truppen verbieten, zum Nato-Gipfel nach Ankara zu reisen. Pavel rief das Verfassungsgericht an und bekam Recht. Für die Presse ein Grund, über Gewaltenteilung nachzudenken.
Seit Februar 2022 führt Russland einen umfassenden Angriffskrieg gegen die gesamte Ukraine und bislang haben verschiedene Verhandlungsbemühungen kein Ende der Kämpfe gebracht. Die Ukraine greift verstärkt Ziele in Russland an und die russische Wirtschaft zeigt offenbar zunehmend Anzeichen von Schwäche. Kommentatoren fragen sich, ob jetzt der geeignete Zeitpunkt dafür sein könnte, dass Europa die Initiative für Verhandlungen ergreift.
In Rumänien ist die Bildung einer neuen Regierung gescheitert. Das Parlament lehnte den von Präsident Nicușor Dan nominierten Kandidaten Adrian Veștea für das Amt des Ministerpräsidenten ab. Die liberale Vorgängerregierung unter Premier Ilie Bolojan war Ende Mai durch ein Misstrauensvotum abgesetzt worden – auf Antrag der bis dato mitregierenden PSD und der extrem rechten AUR.











