Mit einer Bewertung von rund 1,8 Billionen US-Dollar debütiert der Raumfahrtkonzern SpaceX am heutigen Freitag an der Börse. Gründer und Hauptaktionär Elon Musk – bereits vor dem Börsengang der mit Abstand reichste Mensch der Welt – wird damit voraussichtlich zum ersten Dollar-Billionär der Geschichte. In Europas Presse lösen die gigantischen Zahlen ein wenig Bewunderung und viele Ängste aus.

Zehn Jahre dauerten die Verhandlungen und Vorbereitungen, nun ist das Gemeinsame Europäische Asylsystem am heutigen Freitag in Kraft getreten. Es soll Daten zentral erfassen, die Lasten zwischen den EU-Staaten besser verteilen und auch eine Begrenzung der Zuwanderung insgesamt erzielen – etwa durch die Einrichtung von Zentren für Asyl-Schnellverfahren an den EU-Außengrenzen. In den Medien überwiegt Skepsis.

Die Vergewaltigung und Ermordung der elfjährigen Lyhanna hat in Frankreich zu Entrüstungsstürmen geführt. Obwohl ihr mutmaßlicher Mörder in der Vergangenheit mehrmals angezeigt worden war, blieb die Justiz untätig. Justizminister Gérald Darmanin lässt nun hastig 70.000 Dossiers sexueller Gewalt gegen Minderjährige überprüfen.

Das estnische Parlament hat mit 69 zu 8 Stimmen eine grundlegende Änderung der Betrachtung von Sexualstraftaten im Strafgesetzbuch verabschiedet. Der Grundgedanke des "Ja-Modells" besteht darin, dass sexueller Kontakt ohne die freiwillige Zustimmung der anderen Seite als Vergewaltigung gilt. Damit wird das estnische Recht an die Istanbul-Konvention zur Verhütung von Gewalt gegen Frauen angepasst.

Die Fußball-Weltmeisterschaft der Männer ist eröffnet, die ersten Spiele haben stattgefunden. In den drei Gastgeberländern Mexiko, Kanada und USA tritt bis zum 19. Juli eine Rekordzahl von 48 Teilnehmern in 104 Spielen gegeneinander an. Viele Entscheidungen der Veranstalter stehen für Europas Presse im Kontrast zu den Werten, die der Sport verkörpern sollte.

Der Krieg der USA und Israels gegen den Iran hat am Sonntag die Dauer von 100 Tagen erreicht. Trotz vereinbarter Waffenruhe kommt es immer wieder zu militärischen Auseinandersetzungen zwischen Washington und Teheran. Darüber hinaus bleibt auch der Libanon weiter ein Konfliktherd, in dem sich Israel und die Hisbollah heftig bekämpfen. Kommentatoren ziehen eine bittere Bilanz.

In Nordirland ist es den zweiten Abend in Folge zu heftigen Ausschreitungen gekommen, nachdem ein Video über einen Messerangriff in Belfast verbreitet worden war. Etliche Menschen protestierten gegen Einwanderung, randalierten und legten Feuer. Bei der gefilmten Attacke vom Montag war ein Mann schwer verletzt worden. Nach Angaben der Polizei ist der mutmaßliche Täter ein 30-jähriger Sudanese.

Der Präsident der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj, hat einer ukrainischen Armee-Einheit den Namen "Helden der UPA" verliehen. Die nationalistische Ukrainische Aufstandsarmee ist jedoch in Polen wegen Massenmorden an Zivilisten während des Zweiten Weltkriegs berüchtigt. Präsident Karol Nawrocki und sein Amtsvorgänger Lech Wałęsa fordern nun, Selenskyj die 2023 verliehene höchste staatliche Auszeichnung, den Orden des Weißen Adlers, abzuerkennen. Ist der Riss überwindbar?

Das europäische Kampfjetprojekt FCAS ist gescheitert. Wie die deutsche und die französische Regierung am Montag mitteilten, wird die Entwicklung des gemeinsamen Kampfflugzeuges gestoppt. Der Jet sollte im Zentrum des Future Combat Air Systems stehen, einem Schlüsselprojekt der europäischen Rüstungskooperation. Die beteiligten Konzerne Airbus und Dassault konnten sich nicht darauf einigen, wer die Führungsrolle dabei innehat.

Chinas Staatschef Xi Jinping hat Nordkorea einen zweitägigen Besuch abgestattet. Egal, wie sich die internationale Lage ändere, werde China an der traditionellen Freundschaft mit Nordkorea festhalten, erklärte Xi bei einem Treffen mit Kim Jong-un in Pjöngjang. Kommentatoren beleuchten das Beziehungsgeflecht der beiden Länder.

Bei der Parlamentswahl in Armenien hat sich die Regierungspartei mit knapp 50 Prozent der Stimmen und einer absoluten Mehrheit der Sitze durchgesetzt. Der seit 2018 regierende Premier Nikol Paschinjan sieht darin ein klares Mandat für eine Fortsetzung der Annäherung seines Landes an den Westen. Die übrigen ins Parlament einziehenden Oppositionsparteien stehen für einen eher prorussischen Kurs. Diese Spaltung beschäftigt auch Europas Presse.

Der ungarische Premier Péter Magyar ist seit einem Monat im Amt, hat seitdem zahlreiche offizielle Auslandsbesuche absolviert und neue außenpolitische Akzente gesetzt. Er besuchte unter anderem die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, den deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz sowie den französischen Präsidenten Emmanuel Macron. Kommentatoren sehen Fortschritte und Hürden.

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