Der britische Politikwissenschaftler Tom Gallagher wirft im Nachrichtenmagazin Revista 22 einen kritischen Blick auf das Verhältnis zwischen dem rumänischen Staat und den EU-Institutionen. "Ein ernsthaftes Alarmsignal ... war der Erfolg der [politischen] Bukarester Elite, in den unüberschaubaren multidimensionalen Institutionen, die die EU regieren, eine starke einflussreiche Lobby für Rumänien zu etablieren. Bukarest hat dies geschickt gemacht, indem es sowohl wirtschaftlichen Akteuren, die in Brüssel Einfluss haben, als auch jenen Parteien, die einige der Kernstaaten der Union dominieren, Verträge für Infrastrukturprojekte angeboten hat. Dank dieser Lobby, durfte Rumänien auf der Grundlage einer langen Liste, die unerfüllt blieb, [der EU] beitreten. ... Der Bericht der EU-Kommission vom 24. Juli legt ein ... Justizsystems offen, das in weiten Teil unter der Kontrolle korrupter Kräfte steht. Vor diesem Hintergrund zeigt sich, dass innerhalb der EU kein ausreichender politischer Wille besteht, Sanktionen gegen Rumänien einzuleiten. Die Sozialdemokraten und Liberalen des Europäischen Parlaments kamen den Macht- und Interessengemeinschaften, die Rumänien hinter den Kulissen regieren, immer näher. Diese Realität lässt die Idee unrealistisch erscheinen, dass das von [gegenseitigen] Begünstigungen dominierte EU-Parlament irgendwann fähig sein wird, die Interessen der europäischen Durchschnittsbürger zu vertreten." (11.08.2008)
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