Ungarn wählt

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In Budapest haben am Samstag zehntausende Ungarn gegen den frisch wiedergewählten Premier Orbán und seine rechtsnationale Regierung demonstriert. Sie forderten unter anderem eine Änderung des Wahlsystems und die Wahrung der Pressefreiheit. Begeisterten Applaus gibt es im einen Teil der ungarischen Presse, harsche Kritik im anderen.

Nach der Wahl in Ungarn treibt der klare Sieg für den rechtsnationalen Fidesz Europas Presse um. Waren Intellektuelle einfach zu bequem, sich einzumischen? Vernachlässigen Europas Linksliberale die wichtigen Themen? Und was wird jetzt aus Ungarns Wirtschaft?

Die Ungarn wählen am Sonntag ein neues Parlament. Haushoher Favorit ist die national-konservative Regierungspartei Fidesz, die laut Umfragen bei rund 50 Prozent liegt. Die Opposition hofft allerdings auf einen Wahlerfolg mit Hilfe von überparteilichen Allianzen. Könnte es doch noch eng werden für Premier Orbán?

Der Countdown zur Wahl in Ungarn läuft und vor dem Urnengang am Sonntag sucht die Opposition nach Wegen, die Regierungspartei Fidesz abzulösen. Zwei linke Parteien treten gemeinsam an. Die Philosophin Ágnes Heller regte gar ein Wahlbündnis aller anderen Parteien gegen den Fidesz an. Gemeinsame Wahlstrategien von Linken und Rechten bewerten die Kommentatoren allerdings kritisch.

In der südostungarischen Kleinstadt Hódmezővásárhely hat eine Allianz aller nennenswerten Oppositionsparteien überraschend deutlich die Bürgermeister-Nachwahl gewonnen. Sie reichte von der linken MSZP über die Öko-Partei LMP bis hin zur rechtsradikalen Jobbik. Sechs Wochen vor der Parlamentswahl am 8. April fragen sich Beobachter nun, was die Lektion dieser kleinen Sensation ist.

Vor der Parlamentswahl in Ungarn scheint es kaum vorstellbar, dass die Regierungspartei Fidesz ihre Mehrheit verliert. In Umfragen kommt sie auf rund 50 Prozent. Die Sozialistische Partei MSZP erreicht nur knapp zweistellige Werte und streitet mit den anderen Oppositionsparteien noch immer über die Bildung einer Wahlallianz. Kommentatoren haben jegliches Vertrauen in die Parteien verloren.