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  MeToo

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Im Streit über den Supreme-Court-Kandidaten Brett Kavanaugh hat US-Präsident Trump das FBI angewiesen, Ermittlungen aufzunehmen. Die Bundespolizei soll die Vorwürfe gegen den Juristen wegen sexueller Belästigung weiter untersuchen, bevor der US-Senat final über ihn abstimmt. Kommentatoren diskutieren den Einfluss der MeToo-Bewegung im Fall Kavanaugh.

Dänemark wühlen derzeit Berichte über die Begrüßungsrituale an einigen Gymnasien auf. 15- und 16-jährige Mädchen, die in die Oberstufe eintreten, werden als Kellnerinnen für ein Dinner für Schüler der Abgangsklasse ausgesucht. Sie müssen einem Dresscode folgen und zum Beispiel rote Unterwäsche tragen und werden offenbar häufig sexuell belästigt. Dänische Medien sind entsetzt ob dieser Bräuche.

Serena Williams ist beim Frauenfinale der US Open von Schiedsrichter Carlos Ramos dreimal verwarnt worden. Williams beschimpfte ihn daraufhin und bezeichnete ihn als "Dieb". Im Anschluss an das Match klagte Williams, Ramos habe sexistisch gehandelt, da Männer wegen ähnlicher Vergehen nicht verwarnt würden. Hat sie mit diesem Vorwurf recht?

Als Folge der Debatte um sexuelle Übergriffe hat der britische Verteidigungsminister Michael Fallon seinen Rücktritt erklärt. Auch weitere Regierungsmitglieder und Abgeordnete der Tories stehen unter Verdacht, sich der sexuellen Belästigung schuldig gemacht zu haben. Was bedeutet das für die Regierung von Premierministerin May?

Während die MeToo-Kampagne gegen sexualisierte Gewalt anderswo an Fahrt verliert, schlägt sie in Schweden immer höhere Wellen. Erst vereinigten sich Künstlerinnen und Journalistinnen in ihrem Protest, dann schlossen sich Bürgerinnen und Bürger aus allen Teilen der Gesellschaft an. Zu Recht, finden schwedische Medien, denn in dem Land, in dem sich sogar der Premier einen Feministen nennt, werde noch immer zu viel weggeschaut.

Nach der 90. Oscar-Verleihung in Los Angeles beschäftigen sich Kommentatoren weniger mit den Preisträgern wie der Fantasy-Romanze "The Shape of Water", die vier Trophäen gewann. Im Mittelpunkt des Interesses steht vielmehr die Frage, wie Hollywood auf die aufgedeckten Missbrauchsskandale reagiert und ob es dem von Trump propagierten Amerika etwas entgegensetzt.

Das US-Magazin Time hat die Social-Media-Kampagne MeToo zur "Person des Jahres" 2017 erklärt. Unter dem Hashtag MeToo hatten vor allem Frauen darauf aufmerksam gemacht, wie weit verbreitet sexuelle Belästigung und Gewalt sind. Nach Auffassung des Magazins stießen sie damit einen kulturellen Wandel an. Kommentatoren allerdings sind uneins, ob die Bewegung nachhaltig etwas verändern kann.

Ungeschicktes Flirten ist kein Delikt: Das finden rund 100 bekannte Französinnen, darunter Schauspielerin Catherine Deneuve. In einem Gastbeitrag in Le Monde äußern sie sich kritisch über die MeToo-Kampagne. Diese habe ein Klima der Denunziation geschaffen, schüre Hass gegen Männer und arbeite gegen die sexuelle Freiheit. Die hitzige Debatte um MeToo hält damit weiter an.

Tausende Frauen haben in sozialen Netzwerken unter dem Hashtag MeToo ihre Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt geschildert. Sie reagierten damit auf das Bekanntwerden von Vorwürfen gegen Hollywood-Produzent Harvey Weinstein, der jahrzehntelang Schauspielerinnen belästigt und vergewaltigt haben soll. Der Kampf gegen Übergriffe muss von allen Teilen der Gesellschaft geführt werden, fordern Kommentatoren.