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Angesichts der anhaltenden Proteste der Gelbwesten hat Macron in einem "Brief an die Franzosen" angekündigt, mit der Bevölkerung ins Gespräch kommen zu wollen. 35 Themen, von Steuern über Demokratie und Umweltschutz bis zur Einwanderung, sollen bis Mitte März in offenen Gesprächsrunden im ganzen Land diskutiert werden. Welche Chancen hat der Versöhnungsversuch?

Der ehemalige Profiboxer Christophe Dettinger hat am Samstag in Paris bei den Gelbwestenprotesten auf Polizisten eingeschlagen. Videoaufnahmen zeigen die Szenen. Weil ihm dafür nun eine Gefängnisstrafe droht, haben Unterstützer bei einer Online-Spendenaktion an nur einem Tag knapp 120.000 Euro für die Anwaltskosten eingesammelt. Frankreichs Presse ist in Aufruhr.

Frankreichs Regierung will die Demonstrationsgesetze verschärfen, um härter gegen Gewalt bei Demonstrationen vorzugehen. Die neue Gesetzgebung könnte sich am Umgang mit Fußball-Hooligans orientieren. Am Samstag war es erneut zu Gewaltausbrüchen während der Gelbwesten-Proteste gekommen. Kommentatoren glauben nicht, dass es damit bald vorbei ist.

Ein vom US-Senat herausgegebener Bericht bestätigt Erkenntnisse der US-Sicherheitsbehörden, dass russische Akteure den US-Präsidentschaftswahlkampf mit Hilfe sozialer Medien zugunsten Donald Trumps beeinflusst haben. Auch bei der Mobilisierung der Gelbwesten-Proteste in Frankreich haben Facebook und Co. eine entscheidende Rolle gespielt.

Frankreichs Innenminister Castaner hat die Polizei am Montag aufgefordert, die letzten Barrikaden der Gelbwesten zu räumen. Am vergangenen Wochenende nahmen nach offiziellen Angaben landesweit nur noch rund 33.000 Menschen an den Protesten teil. Während einige Kommentatoren die Bewegung bereits sterben sehen, haben andere Hoffnung, dass sie sich wieder aufrappelt.

Nach dem Anschlag in Straßburg haben französische Politiker an die Gelbwesten appelliert, ihre Proteste einzustellen. Die Bewegung zeigt sich jedoch fest entschlossen und will auch an diesem Samstag demonstrieren. Der Blick in Europas Presse legt nahe, dass ihr Unmut auch deshalb so schnell nicht verfliegt, weil er ein Symptom ist für schwerwiegende soziale Disparitäten in Europa.

Die Zugeständnisse Macrons an die Gelbwesten sollen laut französischer Regierung acht bis zehn Milliarden Euro im Jahr kosten. Obwohl die Gefahr besteht, dass Frankreich damit die von der EU erlaubte Defizitgrenze überschreitet, kommen nun positive Signale aus Brüssel. Das bringt einige Kommentatoren in Rage, die kritisieren, dass sich die Franzosen offenbar alles herausnehmen können.

Nach zehn Tagen des Schweigens zu den teilweise gewaltsamen Gelbwesten-Protesten hat Frankreichs Präsident Macron in einer Fernsehansprache weitere Zugeständnisse gemacht. So soll etwa der monatliche Mindestlohn um 100 Euro steigen, die Bürger sollen mehr Mitspracherechte erhalten. Journalisten werten Macrons Auftritt als richtiges Zeichen, das jedoch möglicherweise nicht ausreicht.

In ganz Frankreich sind am Wochenende 125.000 Gelbwesten auf die Straßen gegangen. Inzwischen protestieren die Menschen nicht mehr allein gegen die erhöhte Spritsteuer, sondern stellen auch sozialpolitische Forderungen. Doch angesichts von erneuten Gewaltausbrüchen in Paris und anderen Orten fragen Kommentatoren, ob die Bewegung ihre Chance auf politische Mitsprache verspielt.

Nach einem Krisentreffen von Präsident Macron und der Regierung ist die Steuererhöhung auf Kraftstoffe vorerst vom Tisch. Premier Philippe sagte am Dienstag, man wolle die "Einheit des Vaterlands" nicht gefährden. Die Gelbwesten kündigten jedoch an, am kommenden Wochenende erneut auf die Straßen zu gehen. Was bringen die Zugeständnisse der Regierung?

Nach den Gewaltexzessen während der Proteste der Gelbwesten am Wochenende, rudert Frankreichs Präsident Macron offenbar zurück. Aus Regierungskreisen verlautete, dass die zum 1. Januar geplante Erhöhung der Ökosteuer auf Diesel und Benzin ausgesetzt werden soll. Journalisten versuchen zu ergründen, was die Wut der Bürger dermaßen befeuert hat.

In einer Rede zur Energiewende hat Macron am Dienstag auch auf die Forderungen der Protestierenden in gelben Warnwesten reagiert. Er will die Ölpreise bei der Anhebung der Spritsteuer berücksichtigen sowie eine dreimonatige landesweite Konsultationsphase zu den sozialen Aspekten der Energiewende einläuten. Kann der Präsident so die Gelbwesten beschwichtigen?