Cyber-Kriminalität

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Ein groß angelegter Hackerangriff auf Hunderte deutsche Politiker und Prominente ist am Freitag durch Medienberichte öffentlich geworden. Die Behörden bestätigten, dass unter anderem Telefonnummern, Adressen, Kopien von Mietverträgen und Sprachnachrichten via Twitter ins Netz gestellt wurden. Bei Journalisten schrillen angesichts dessen die Alarmglocken.

Die Niederlande haben im April vier Russen ausgewiesen, die versucht haben sollen, in das Computernetzwerk der Organisation für das Verbot Chemischer Waffen (OPCW) in Den Haag einzudringen. Das teilte das Verteidigungsministerium am Donnerstag mit. Es vermutet den russischen Militärgeheimdienst GRU hinter dem Angriff. Wie sollte Europa auf russische Cyberattacken reagieren?

Lettlands Gesundheitssystem ist Ziel eines Hackerangriffs geworden. Am Dienstag wurde das Onlineportal für die Ausstellung digitaler Rezepte von tausenden Anfragen in der Sekunde aus mehr als 20 Ländern lahmgelegt, teilte das Gesundheitsministerium mit. Lettische Kommentatoren kritisieren die Behörde scharf.

Noch ist unklar, wer hinter dem jüngsten Cyberangriff steckt, der in etwa 80 Ländern für Ausfälle sorgte. Doch auch ohne den Urheber zu kennen, kann man sich vor der nächsten Attacke schützen, sind sich viele Kommentatoren sicher. Einige fordern: Ist der Täter bekannt, muss er härter als bisher bestraft werden.

Mindestens 200.000 Nutzer waren betroffen, als ein Cyberangriff Computer in etwa 150 Ländern lahmlegte. Kriminelle nutzten eine Sicherheitslücke im Betriebssystem Windows und forderten von den Betroffenen ein Lösegeld, um deren Daten wieder freizugeben. Microsoft behauptete später, der US-Geheimdienst NSA habe Erkenntnisse über Lücken im System für sich behalten. Europas Kommentatoren diskutieren, was die Erfahrung vom Wochenende lehrt.

Unbekannte Hacker haben in der Nacht zum Donnerstag das weltweite Programm des französischsprachigen Senders TV 5 Monde lahmgelegt und auf dessen Website Drohbotschaften der Terrormiliz IS hinterlassen. Kommentatoren fordern, endlich die IT-Systeme sensibler Infrastruktur vor solchen Angriffen besser zu schützen. Zugleich kritisieren sie, dass viele Staaten gar kein Interesse haben an einer gemeinsamen Cyber-Abwehr.