In der linksliberalen Zeitung reflektiert der Soziologe Elemér Hankiss über die Möglichkeiten der Zivilgesellschaft, einen Beitrag zum staatlichen Krisenmanagement zu leisten. "Auch wenn wir nicht davon sprechen können, dass sich unser Lebensstil geändert hat, so hat er sich zumindest verändert. Wir sind sparsamer geworden: weniger Nahrungsmittel werden weggeworfen, Heizungen um einige Grad heruntergedreht, Autokäufe und Urlaube aufgeschoben, Kreditkarten geringer belastet, ein bisschen mehr Arbeit, ein paar Zigaretten weniger, einige Dosen Bier weniger. ... Es gibt im Leben aber einen Bereich, wo wir in schweren Zeiten nicht weniger, sondern mehr ausgeben müssten - nicht unbedingt Geld, aber Zeit und Energie. Diesem Bereich müssten wir heute mehr Aufmerksamkeit schenken, als wir es bisher gemacht haben. ... Es kommt der Winter: Es wäre nicht gut, wenn noch mehr Menschen frieren als bisher. Die Lebenshaltungskosten steigen: Es wäre nicht gut, wenn noch mehr Kinder hungrig in die Schule gingen. ... Die Reallöhne sinken: Es wäre nicht gut, wenn die Unternehmer, die Profiteinbußen hinnehmen müssen, ihre Angestellten noch mehr ausplündern und die Qualität ihrer Produkte senken. Und vor allem wäre es nicht gut, wenn jene, die finanziell besser gestellt sind, jetzt aus Angst, Vorsicht oder Verantwortungsgefühl gegenüber ihren Familien den bedürftigen Mitmenschen weniger helfen. Es wäre nicht gut, wenn die ohnehin schwache gesellschaftliche Solidarität weiter abnehmen und die Gesellschaft sich noch mehr atomisieren würde." (25.11.2008)
» zum ganzen Artikel (externer Link, ungarisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Arbeitsmarkt / Dienstleistungen, » Ungarn, » Global
Alle verfügbaren Texte von » Elemer Hankiss