Nach dem Scheitern seiner Mieterschutz-Dekrete hat Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez am Montag vorgezogene Neuwahlen für den 29. November angekündigt. Seine Minderheitsregierung hatte am Freitag im Parlament keine Mehrheit für das Maßnahmenpaket erhalten. Die Presse diskutiert Sánchez' Wahlkampfstrategie, die Chancen der Opposition und die Bedeutung der Abstimmung für Europas politische Kräfteverhältnisse.

Bei der Parlamentswahl in Lettland hat die Vereinigte Liste von Ministerpräsident Andris Kulbergs einen deutlichen Sieg errungen. Sie verdreifachte ihren Stimmenanteil auf über 35 Prozent und erhält 41 von 100 Sitzen im Saeima. Die Europa-orientierte Mitte-Rechts-Partei braucht nun nur noch einen Koalitionspartner. Die als prorussisch geltende populistische Partei Souveräne Macht erhielt 12 Prozent und 15 Sitze.

Bei den Wahlen in Bosnien und Herzegowina haben nationalistische Parteien deutlich zugelegt. Gewählt wurden auch die drei Mitglieder des Staatspräsidiums: der sozialdemokratische Bosniake Denis Bećirović sowie Darijana Filipović von der kroatischen HDZ BiH und Željka Cvijanović von Dodiks serbischer SNSD. Die Wahlbeteiligung lag bei nur rund 42 Prozent. Die Presse diskutiert die Folgen für den EU-Kurs.

Bundeskanzler Friedrich Merz hat bei einem Überraschungsbesuch in Kyjiw weitere Hilfen für die Ukraine zugesagt: eine Milliarde Euro für militärische Unterstützung und 350 Millionen für den Energiesektor. Während seines Aufenthalts am Sonntag griff Russland erneut die Hauptstadt an. Europas Presse diskutiert die Bedeutung des Besuchs und die weitere Unterstützung für das Land.

Ein Gericht hat die Sperre des Nachrichtenportals T24 angeordnet. Begründet wird dies mit Kolumnen, die im Rahmen der Ermittlungen "Ailem Güvende" (Meine Familie ist sicher) als "LGBT-Propaganda" eingestuft wurden. Journalisten von T24 selbst vermuten, dass ihre Berichte über den aktuellen Börsenskandal und den Prozess gegen den inhaftierten Istanbuler Bürgermeister İmamoğlu verhindert werden sollen – und auch andere Medien halten die Begründung für fragwürdig.

Am Sonntag stimmen die Brasilianerinnen und Brasilianer darüber ab, ob sie Luiz Inácio Lula da Silva für eine weitere Amtszeit als Präsident haben wollen. Sein stärkster Herausforderer ist der rechtsgerichtete Senator Flávio Bolsonaro, Sohn des verurteilten Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro. Wenn keiner der Kandidaten im ersten Wahlgang eine ausreichende Mehrheit bekommt, gibt es am 25. Oktober einen weiteren Urnengang.

Auf einem Flug von Dubai nach Tel Aviv hat am Mittwoch der Co-Pilot versucht, den Piloten zu erstechen und die Flydubai-Boeing mit 180 vorrangig israelischen Insassen unter seine Kontrolle zu bringen. Kapitän und Passagiere leisteten Widerstand und ermöglichten eine Notlandung in Saudi-Arabien. Kommentatoren bewerten, was dieser Vorfall für Israel bedeutet.

In Finnland wird wegen mutmaßlicher Einbrüche in die Wohnungen von Abgeordneten ermittelt. In mehreren Fällen wurden Spuren entdeckt, gestohlen wurde offenbar jedoch nichts. Täter und Motiv sind bislang unbekannt. Alle Augen richten sich nach Russland, einen Beleg für eine russische Beteiligung gibt es bisher nicht. Die Presse diskutiert, wie Politik und Demokratie vor Einschüchterung geschützt werden können.

Im US-Staat Tennessee ist am Mittwoch die Hinrichtung einer 1996 zum Tode verurteilten Mörderin gescheitert: Da sie nach zwei Giftspritzen immer noch am Leben war, wurde die 50-jährige Christa Pike in ein Krankenhaus gebracht. Auch wenn es unterschiedliche Ansichten zur Todesstrafe gibt, sind sich die Medien in der Ablehnung einer solchen Vollstreckung einig.

Großbritanniens Premier Andy Burnham hat auf dem Labour-Parteitag in Liverpool grundlegende Reformen in Bereichen wie Pflege, Rente, Energie und Wohnen angekündigt. Auch strebt er eine engere Kooperation des Vereinigten Königreichs mit der EU an. Großbritannien sei schon seit Langem auf dem falschen Weg, ein Weiter-so nicht mehr genug, erklärte er. Kommentatoren sehen einen Wendepunkt, ordnen ihn aber unterschiedlich ein.

Seit Mai steckt Rumänien in einer Regierungskrise. Nun scheiterte auch der jüngste Versuch: Der designierte Premier Siegfried Mureșan erhielt nur 182 der nötigen 233 Stimmen. Die Sozialdemokraten (PSD) verweigerten ihm die Unterstützung, die rechtspopulistische AUR blieb der Abstimmung fern. Die Presse diskutiert über die Machtverhältnisse und die wirtschaftlichen Folgen.

In der Türkei ist ein Finanzskandal geplatzt, der rund 450.000 Kleinsparer um ihr Erspartes bangen lässt. 131 inzwischen von der Finanzaufsicht liquidierte Fonds hatten mit außergewöhnlich hohen Gewinnen geworben. Doch dahinter steckte offenbar ein Schneeballsystem. Während die Justiz ermittelt und es Dutzende Festnahmen gab, erörtern die Medien die Auswirkungen und suchen Verantwortlichkeiten.

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