Slowenien: Sparen auf Kosten der Qualität

Sloweniens kleine Medienlandschaft ist durch eine hohe Konzentration von Medien gekennzeichnet. In den vergangenen Jahren ist der Privatisierungsprozess der großen slowenischen Tageszeitungen zum Abschluss gekommen. Nach dem Zerfall Jugoslawiens waren diese nur teilweise privatisiert worden.

Zeitungsleser in Piran. (Flickr, Greta Hughson, CC BY-NC 2.0)
Zeitungsleser in Piran. (Flickr, Greta Hughson, CC BY-NC 2.0)
Die Situation der langjährigen freien Mitarbeiter der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt RTV Slowenia hat sich in den vergangenen Jahren verbessert: Die meisten von ihnen wurden fest angestellt, nachdem sie vorher durch jahrelange Sparmaßnahmen des Senders in die Selbstständigkeit gedrängt worden waren.
Bei den großen Tageszeitungen, vor allem bei Delo und Večer, hat der Kostendruck aber zu vielen Entlassungen geführt. Auch weil Verkäufe in der Vergangenheit meist intransparent abliefen, sorgten sich die Angestellten der Zeitungen oft um ihre Zukunft.

Die großen Tageszeitungen verzeichnen weiterhin einen Rückgang bei den verkauften Exemplaren. Die Boulevardzeitung Slovenske novice, die Teil der Delo GmbH ist, verkauft jedoch doppelt sowiel Ausgaben, wie die größte seriöse Tageszeitung Delo. Gleichzeitig versuchen meinungsbildende Tageszeitungen wie Delo, Dnevnik und auch Večer mit Hilfe von Angeboten im Internet ihre Leserzahl zu erhöhen. Die meisten journalistischen Inhalte auf den Onlineportalen sind inzwischen kostenpflichtig. Der Großteil der Leser, die die Inhalte der Onlineportale zuvor kostenfrei nutzten, hat diese aber nicht abonniert.

Der Fernsehmarkt besteht aus dem staatlichen Rundfunk RTV und mehreren Privatsendern. Seit dem 1. März 2016 gibt es den Fernsehsender Nova24 TV sowie ein dazugehöriges Onlineportal. Zu den Gründern zählen der ehemalige Regierungschef und jetzige Oppositionspolitiker Janez Janša und zahlreiche einflussreiche Mitglieder seiner konservativen Partei SDS. Mittlerweile ist die ungarische Ripost Gesellschaft, die der Fidesz-Partei und Premier Viktor Orbán nahe stehen soll, Miteigentümer des Fernsehsenders Nova24TV.

Der Sender bietet ausschließlich Informationsprogramme an, auch das Onlineportal beschäftigt sich hauptsächlich mit informativen, politischen Inhalten. Das Medienhaus steht nach Angaben des Direktors Boris Tomašič keiner Partei nahe, positioniert sich aber als rechts-konservativ.

Trotz zahlreicher privater Radiosender, die nach der Unabhängigkeit Sloweniens gegründet wurden, gehören die zwei öffentlich-rechtlichen Kanäle Val 202 und Ra SLO1 noch immer zu den am meisten gehörten Programmen im Land. Zeitweise existierten bis zu 90 Radiostationen, viele kleine, lokale Stationen sind mittlerweile jedoch von den größeren Radionetzwerken aufgekauft worden, die landesweit senden.

Rangliste der Pressefreiheit (Reporter ohne Grenzen):
Platz 32 (2018)

Stand: Mai 2018
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