Nach dem Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt ist weiterhin unklar, wie eine Regierungsbildung in dem Bundesland funktionieren könnte. Das starke Abschneiden des als gesichert rechtsextremistisch eingestuften Landesverbands der Partei beschäftigt Europas Kommentatoren. Sie fragen, was dies für Europas Sicherheit, den Zusammenhalt der EU und die Demokratie auch in anderen Ländern bedeutet.
Seit knapp vier Jahren regiert Ministerpräsidentin Giorgia Meloni in Italien. Das ist ein Rekord, denn keine italienische Regierung seit 80 Jahren war so lange im Amt. Zu Beginn gab es viele Befürchtungen, die postfaschistischen Wurzeln ihrer Partei Fratelli d'Italia würden sich negativ auf die Regierungsarbeit und Italiens Rolle in Europa auswirken. Kommentatoren ziehen nun Bilanz.
Der am 27. August in Haft in Den Haag verstorbene Ex-General Ratko Mladić ist in Serbien mit einem feierlichen Begräbnis geehrt worden. Die EU kritisierte die Feierlichkeiten als "Verherrlichung von Kriegsverbrechern". Unter seinem Kommando waren 1995 in Srebrenica 8.000 muslimische Männer und Jungen ermordet worden. Kommentatoren blicken kritisch auf den Umgang des EU-Beitrittskandidaten Serbien mit seiner Vergangenheit.
Die Alternative für Deutschland hat in Sachsen-Anhalt knapp 44 Prozent der Stimmen erhalten, die absolute Mehrheit im Landtag aber verfehlt. Damit hat erstmals eine als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Partei die Möglichkeit, ein Bundesland zu regieren. Die Medien debattieren, was die Gründe für den Wahlsieg sind, wie er die deutsche Politik verändern könnte und was Europa daraus lernen kann.
Clémence Guetté, Abgeordnete der Partei La France Insoumise, hat ein Buch veröffentlicht, in dem sie dafür plädiert, freundschaftliche Beziehungen neben Ehe, eingetragener Partnerschaft und Verwandtschaft rechtlich anzuerkennen. In "Für eine Politik der Freundschaft" schlägt sie unter anderem vor, dass Menschen einen Partnerschaftsvertrag miteinander schließen können, in dem sie sich verpflichten, füreinander zu sorgen. In französischen Medien ist viel Kritik daran zu lesen.
2015 einigten sich die meisten Länder weltweit auf 1,5 Grad maximale Erderwärmung im Vergleich zur vorindustriellen Zeit. Die UN verkündete nun, dass dieses Ziel nicht erreicht werden kann und der durchschnittliche globale Temperaturanstieg höher ausfallen wird. Die Medien diskutieren nun, was getan werden kann - und muss.
Als Reaktion auf die Erkenntnisse über russische Drahtzieher des Leipziger Drohnenvorfalls schließt Deutschland das russische Generalkonsulat in Bonn und das Russische Haus in Berlin, das unter Verdacht steht, Tarnung für russische Agenten zu sein. Auch Einreisebeschränkungen für Russen und ein schärferes Vorgehen gegen die Schattenflotte wurden angekündigt. Die EU bereitet ein weiteres Sanktionspaket vor.
Um ausstehende Gelder aus dem EU-Wiederaufbaufonds zu erhalten, hätte Rumänien bis Ende August einige Gesetze verabschieden oder ändern müssen. Darunter zählt eine Festschreibung des schrittweisen Ausstiegs aus der Kohle. Das Land mit dem höchsten Haushaltsdefizit in der EU verliert damit bis zu 870 Millionen Euro an EU-Fördermitteln – was die heimischen Medien erzürnt.
Neun Jahre nach dem Bombenanschlag auf die maltesische Journalistin Daphne Caruana Galizia ist der Geschäftsmann Yorgen Fenech freigesprochen worden. Damit bleibt weiter unklar, wer den Mord in Auftrag gegeben hat. Der Verdacht, dass Regierungsmitglieder involviert gewesen sein könnten, führte 2020 zum Rücktritt des Premiers. Brüssel bescheinigt Malta im Rechtstaatsbericht nur geringe Fortschritte beim Schutz von Journalisten.
Russland ist bei seinen Luftangriffen auf Kyjiw Ende August von kurzen massiven Angriffswellen zu kontinuierlichen Anflügen kleiner Drohnen-Gruppen übergegangen. Dies führte zu einem 15 Stunden andauernden Luftalarm in der ukrainischen Hauptstadt. Ziel der neuen Taktik ist offenbar, die Luftverteidigung zu zermürben und den zivilen Alltag nachhaltig zu stören.
In Ceuta herrscht weiterhin eine angespannte Lage: Etwa 5.000 Geflüchtete campieren unter menschenunwürdigen Bedingungen. Dies führt zu Konflikten mit Anwohnern und Polizei. Spanien-weite Proteste unter Führung der konservativen PP und der rechtsextremen Vox werfen der Zentralregierung Versagen vor. Und Premier Sánchez macht Russland und Israel für Desinformation verantwortlich, die die Migranten in die Enklave gelockt hatte.
Rund 30 maskierte und teils schwer bewaffnete Männer sind am Dienstag durch das niederländische Dorf Overasselt gezogen und haben ein Haus angegriffen. Ein Mann wurde getötet, zwei Polizisten durch Schüsse schwer verletzt. Der Vorfall entfachte eine Debatte über die eskalierende Drogengewalt. Die Landespresse fordert Konsequenzen und nimmt auch die Konsumenten in die Pflicht.











