Gewalttaten an Schulen erschüttern die Türkei

In der Türkei hat es innerhalb von zwei Tagen Amokläufe von Schülern gegeben. Ein 14-Jähriger erschoss am Mittwoch in einer Schule in Kahramanmaraş acht Schüler und einen Lehrer. Auch der Angreifer kam ums Leben. Bereits am Dienstag hatte ein ehemaliger Schüler an einem Gymnasium in Siverek 16 Menschen mit Schüssen verletzt, unter ihnen zehn Schüler. Kommentatoren suchen nach den Ursachen für die Gewaltausbrüche.

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T24 (TR) /

Sicherheitsmaßnahmen lösen das Problem nicht

T24 fragt nach den Ursachen, die den Schüler, der in Siverek auf Lehrer und Mitschüler geschossen hat, zum Täter werden ließen:

„Wer ist Ömer Tek, aus welchem Umfeld stammt er, mit welchen Problemen war er als Jugendlicher konfrontiert, was wäre passiert, wenn er nicht von der Schule verwiesen worden wäre, und ist der Schulverweis wirklich die Lösung für die Anpassungsprobleme von Schülern? Werden Pädagogen, Schulverwaltungen und das Ministerium angesichts der jüngsten Gewalttaten erkennen, dass eine Verschärfung der Sicherheitsmaßnahmen an Schulen das Problem nicht lösen kann? Kurz gesagt: Es muss hinterfragt werden, welche dunklen Umstände einen Schüler zu einem Aggressor machen.“

Karar (TR) /

Eine verbitterte Generation

Die Kinder von heute sind Opfer der religiösen Ideologie der AKP, urteilt Karar:

„In unserem Bildungssystem gab es schon immer eine Reihe von Problemen, allen voran die 'Bildungsqualität', aber dass Schulen nun wegen eines bewaffneten Angriffs in den Fokus rücken, bringt das Fass zum Überlaufen. ... Zunächst müssen wir verstehen, was ein Kind dazu gebracht hat, seine Mitschüler und Lehrer töten zu wollen. ... Der erste Schritt ist null Toleranz gegenüber Gewalt, Waffen und Bewaffnung. Eine fromme Generation wollten sie erziehen. Aber dass eine verbitterte Generation herangewachsen ist, liegt auf der Hand.“