EU stellt App für Online-Altersprüfung vor
Mit einer App für die Altersverifikation will die EU-Kommission Kinder im Internet besser schützen. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kündigte in Brüssel an, die App sei technisch bereit und werde in Kürze den Bürgern zur Verfügung stehen. Ist dies der Durchbruch im Kampf gegen Smartphonesucht, Cybermobbing und schädliche Beeinflussung Minderjähriger durch Social Media?
Eltern haben endlich eine Waffe gegen Big Tech
De Standaard ist begeistert:
„Es ist das entscheidende technische Schlussstück, das dafür sorgt, dass die Unternehmen hinter den Sozialen Medien die Gesetze nicht mehr ungestraft verletzen können. In gewisser Weise kann man die Einführung der europäischen Verifizierungs-App als historisch bezeichnen: Zum ersten Mal seit dem Aufkommen des Smartphones verfügen Eltern und Behörden über alle Mittel, um ein gutes Gleichgewicht für eine gesunde Smartphone-Nutzung zu finden, und ihre Kinder vor einem von Gier getriebenen Angriff zu schützen.“
Suchtpotenzial ins Visier nehmen
Eine Altersverifizierung macht Social Media nicht automatisch sicherer, wendet die Frankfurter Rundschau ein:
„Das eigentliche Problem ist nicht das Alter der Nutzenden. Es sind die süchtig machenden Tricks der Anbieter, die auch viele Erwachsene stundenlang ans Handy fesseln. Zu lange haben die Techkonzerne selbst die Spielregeln bestimmt – mit freiwilligen Selbstverpflichtungen statt verbindlicher Gesetze, mit unternehmenseigenen Ethikgremien statt echter Kontrolle. Doch nicht Firmen sollten entscheiden, welche Risiken die Gesellschaft verträgt, sondern gewählte Politikerinnen und Politiker sowie öffentliche Institutionen. Dafür braucht es mehr als eine schlichte App zur Altersverifizierung.“