Tschechien: Neue Hürden für Kinder mit Behinderung?
Teile der tschechischen Regierung wollen die Inklusion von Kindern mit Handicap in Regelschulen des Landes wieder zurückfahren. Schulleiter sollen das Recht bekommen, die Aufnahme von Schülern mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen abzulehnen. Kommentatoren der Landespresse halten das mit unterschiedlicher Akzentsetzung für den falschen Weg.
Politiker sollten Hindernisse abbauen
Forum24 empfiehlt Gespräche mit denen, die die Realität wirklich kennen:
„Vielleicht wäre es für die Urheber solcher Änderungen ratsam, sich mehr für die Erfahrungen von Eltern, Pädagogen und Experten zu interessieren, die täglich mit diesen Kindern arbeiten. Sie würden erkennen, dass hinter den offiziellen Formulierungen individuelle menschliche Schicksale, Fähigkeiten und Ambitionen stehen. Niemand behauptet, dass jede Schule ohne zusätzliche Ressourcen alles leisten kann. Wir sollten jedoch von Politikern erwarten, dass sie Hindernisse beseitigen, und nicht versuchen, Schülern welche in den Weg zu legen. Ein Kind, das Hilfe benötigt, ist kein Problem, das die Schule ignorieren sollte. Es ist ein Mensch, dem das Bildungssystem zum Erfolg verhelfen sollte.“
Inklusion ist nicht nur eine Belastung
Hospodářské noviny kritisiert:
„Dies wird die Familien der so ausgeschlossenen Schüler erheblich belasten – insbesondere durch den Schulweg zu einer weit entfernten Schule. ... Oder durch eine beschämende, unnötige Unterbringung in einer Förderschule, die ihre Entwicklungsmöglichkeiten einschränkt und ihre berufliche Zukunft beeinträchtigt. ... Inklusion ist eine Belastung für die Lehrer. Aber sie ist eine Investition in die Bürger dieses Landes. Zukünftig müssen wir das Bildungsniveau sowie die Empathie und soziale Kompetenz aller Kinder so weit wie möglich steigern. ... Daher ist es sinnvoll, die Zahl der Schulassistenten an Regelschulen zu stabilisieren. Was wird als Nächstes rückwärtsgerichtet geplant? Die erneute Umschulung von Linkshändern?“