Nach PSG-Sieg: Was sind die Ursachen der Gewalt?

Gewaltsame Zwischenfälle haben den Champions-League-Sieg von Paris Saint-Germain (PSG) am Samstagabend überschattet: In 15 französischen Städten kam es zu Auseinandersetzungen zwischen vermummten Personen und der Polizei, ein Großteil davon in der Region Paris. Laut Innenminister Nuñez wurden landesweit 416 Menschen festgenommen.

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L'Opinion (FR) /

Wenn Feiern nur noch Zerstörungswut ist

L'Opinion warnt davor, sich an solche Szenen zu gewöhnen:

„Die Ausschreitungen waren auf dramatische Weise vorhersehbar. Genau wie vor einem Jahr und wie inzwischen jedes Mal, wenn die Pariser Fans etwas zu feiern haben. … Doch wenn man sich immer darauf einstellt, läuft man Gefahr, sich daran zu gewöhnen. ... Um ein Problem zu lösen, muss man zunächst anerkennen, dass es eines gibt – nämlich dass so viele Jugendliche so stark mit zivilen Normen brechen, dass sie sich 'Feiern' nur noch als Zerstören, Plündern und Anzünden vorstellen können. Deshalb ist es dringend notwendig, solche Ereignisse weiterhin als inakzeptabel zu behandeln. Das Schweigen vieler Präsidentschaftskandidaten, vom Mitte-rechts-Lager bis zur Linken, ist erschütternd.“

Causeur (FR) /

Sie lehnen die Regeln dieser Gesellschaft ab

Für Causeur liegen die Ursachen der Ausschreitungen einzig und allein in der Zuwanderung:

„Solche Szenen wiederholen sich nach Spielen, an Nationalfeiertagen, Silvester oder bei jedem noch so kleinen Anlass, der größere Menschenmengen zusammenbringt. Sie sind ein eigenständiges gesellschaftliches Phänomen geworden. … Die starke Zuwanderung hat die Entstehung von Gebieten begünstigt, in denen andere Normen bestehen. ... Die Nacht nach dem PSG-Sieg war daher nicht nur eine Nacht der Ausschreitungen, sondern auch eine Demonstration – dafür, dass keine Gesellschaft lange bestehen kann, wenn diejenigen, die die gemeinsamen Regeln ablehnen, entschlossener sind als diejenigen, die für deren Verteidigung zuständig sind.“