Trump begrenzt Manöver mit Südkorea

Donald Trump hat kurz vor Beginn eines gemeinsamen Manövers der USA mit Südkorea Weisung erteilt, dieses "wesentlich zu reduzieren". Der US-Präsident begründete dies sowohl mit den hohen Kosten als auch mit seinen Kontakten zu Nordkoreas Diktator Kim Jong-un. Diese hätten sich "sehr positiv" entwickelt. Die Medien beleuchten die Auswirkungen der Washingtoner Volte.

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Rzeczpospolita (PL) /

Nordkorea wird so eher gefährlicher

Trump überschätzt die positive Wirkung seiner Avancen gegenüber Kim, meint Rzeczpospolita:

„Trump möchte bei den Verhandlungen mit Pjöngjang vor allem eine Verringerung der unmittelbaren nuklearen Bedrohung, die Einstellung der Produktion von spaltbarem Material durch Nordkorea, die Einstellung der Atomtests sowie eine Einschränkung des Programms für interkontinentale ballistische Raketen (ICBM) erreichen. Ist das möglich? Kaum jemand glaubt daran. ... Es könnte sogar das Gegenteil der Fall sein: Eine Verbesserung der Beziehungen zu den USA würde das Regime von Kim stärken und dazu führen, dass die Politik Pjöngjangs in Asien noch aggressiver wird.“

Süddeutsche Zeitung (DE) /

Außenpolitischer Scherbenhaufen

Nach Europa muss nun auch Südkorea neue Allianzen suchen, glaubt die Süddeutsche Zeitung:

„Das Signal, das er [Trump] nun sendete, wird für Seoul bedeuten, sich möglichst schnell nach neuen Bündnispartnern umzusehen. Die können so nah liegen wie Japan oder so weit entfernt wie Deutschland oder Kanada. Washington schwächt auf diese Weise eine Kooperation, die fast 80 Jahre lang ein Garant für den Frieden und auch für den Wohlstand war. Nicht nur in der gesamten westlichen Welt, sondern vor allem in den USA. Wer auch immer nach Trump an die Macht kommt, wird diese Scherben nicht mehr alle auffegen können.“