Niemand ist aus der Wahl in Dänemark als klarer Sieger hervorgegangen, eine linke Koalition ist ebenso wenig möglich wie eine bürgerlich-rechte. Zünglein an der Waage könnten die Moderaten unter dem bisherigen Außenminister Lars Løkke Rasmussen sein, der aber nicht mit der nach rechts gerückten Dänischen Volkspartei (DF) zusammenarbeiten will.

Die Mehrheit des Europaparlaments hat die so genannte Rückführungsverordnung angenommen, mit der unter anderem Asylzentren in Drittstaaten erlaubt werden. Die Entscheidung kam nicht durch die in den vergangenen Jahren übliche Parlamentsmehrheit von konservativen, sozialdemokratischen und liberalen Fraktionen zustande. Stattdessen stimmten konservative, rechte und rechtsradikale Parteien gemeinsam für die Verordnung.

Wegen des Iran-Kriegs sind die Öl- und Gasexporte aus der Golfregion drastisch eingebrochen – entsprechende Preissprünge auf dem Weltmarkt waren die Folge. Auch wenn der Iran nun die Straße von Hormus angeblich für Frachtschiffe aus "nichtfeindlichen Ländern" wieder freigegeben hat: Europas Medien diskutieren die mit der Versorgungskrise verbundenen Probleme und mögliche Maßnahmen.

Recherchen der Washington Post zufolge soll der ungarische Außenminister Szijjarto seinen russischen Amtskollegen Lawrow regelmäßig mit vertraulichen Informationen über die EU versorgt haben. Zudem soll der russische Auslandsgeheimdienst SWR die Orbán-Regierung im aktuellen Wahlkampf unterstützen. Budapest bestreitet die Vorwürfe vehement. Die EU-Kommission verlangt Aufklärung. Europas Presse fordert konsequente Reaktionen.

Die EU und Australien haben sich nach acht Jahren Verhandlungen auf ein umfassendes Freihandelsabkommen verständigt. Nach seiner Ratifizierung werden Zölle und Handelshemmnisse deutlich abgebaut, für einige Lebensmittel wie Rindfleisch bleiben allerdings strenge Obergrenzen in Kraft. Auch soll die Versorgung Europas mit kritischen Rohstoffen verbessert werden.

In Italien ist eine Justizreform in einer Volksabstimmung gescheitert. Die für das Vorhaben nötige Verfassungsänderung wurde mit 54 Prozent der Stimmen abgelehnt. Premierministerin Giorgia Meloni hatte sich für eine Annahme eingesetzt. Schon vor dem Referendum hatte Meloni ausgeschlossen, bei einer Niederlage zurückzutreten. Zwei Spitzenbeamte im Justizministerium haben allerdings ihre Posten geräumt.

Die herben Verluste für die SPD bei zwei Landtagswahlen stellen auch die schwarz-rote Koalition in Berlin vor Herausforderungen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) erklärte, man werde den "Arbeitsrhythmus" fortsetzen, und kündigte Reformen an. SPD-Chefin Bärbel Bas will darüber reden, ob die Spitze ihrer Partei auf dem richtigen Weg sei. Kommentatoren debattieren, wie sich die Sozialdemokratie neu aufstellen könnte.

US-Präsident Donald Trump hat sein dem Iran gestelltes Ultimatum zur Öffnung der Straße von Hormus am Montag um fünf Tage verlängert. Er begründete dies mit "konstruktiven Gesprächen", die mit der iranischen Führung im Gang seien. Teheran dementierte jedoch jegliche Kontakte mit Washington. Die Angriffe beider Kriegsparteien auf Ziele im Iran und in Israel gingen unterdessen in der Nacht auf Dienstag weiter.

Das äußerst knappe Ergebnis der slowenischen Parlamentswahl lässt keinen klaren Sieger erkennen. Die Regierungspartei von Premier Robert Golob hat einen dünnen Vorsprung vor der rechtskonservativen SDS-Partei von Janez Janša erlangt. Für eine parlamentarische Mehrheit der aktuellen Mitte-Links-Koalition reicht das Ergebnis allerdings nicht.

Bei den französischen Kommunalwahlen haben sich Linksbündnisse in mehreren großen Städten durchgesetzt: In Paris und Marseille gewannen die Sozialisten Emmanuel Grégoire und Benoît Payan. In Lyon verhalfen Sozialisten, Kommunisten und LFI dem grünen Bürgermeister Grégory Doucet zur Wiederwahl. Die rechtspopulistische Partei Rassemblement National (RN) hat die Wahlen in etwa 30 Kommunen gewonnen.

In Dänemark wird am Dienstag das Parlament neu gewählt. Die sozialdemokratische Premierministerin Mette Frederiksen leitet seit Ende 2022 eine für das Land ungewöhnliche Mitte-Koalition. Die abgewehrten US-Ambitionen auf Grönland verschafften ihr zuletzt international Renommee. Kommentatoren schauen jedoch eher auf Themen wie Steuer- und Bildungspolitik.

Mehrere tausend Menschen – statt der angemeldeten 500 – haben am Sonntag in Berlin gegen virtuelle und tätliche Gewalt gegen Frauen demonstriert. Sie folgten einem Aufruf der Schauspielerin Collien Fernandes, die im Spiegel ihrem Ex-Mann vorgeworfen hat, sie mit Fake-Profilen und gefälschten Pornos erniedrigt zu haben. In Spanien hat am Wochenende ein brutaler Femizid die Öffentlichkeit erschüttert.

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