Wahl in Slowenien: Knapper Vorsprung von Premier Golob

Das äußerst knappe Ergebnis der slowenischen Parlamentswahl lässt keinen klaren Sieger erkennen. Die Regierungspartei von Premier Robert Golob hat einen dünnen Vorsprung vor der rechtskonservativen SDS-Partei von Janez Janša erlangt. Für eine parlamentarische Mehrheit der aktuellen Mitte-Links-Koalition reicht das Ergebnis allerdings nicht.

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Primorske novice (SI) /

Amerikanisierung des Wahlkampfs

Dass die Rivalität der beiden Spitzenkandidaten so viel Raum eingenommen hat, bedauert Primorske novice:

„Statt eines Vergleichs der Wahlprogramme gab es persönliche Abrechnungen und alte Feindseligkeiten. Statt Argumenten gab es Vorwürfe. Statt Zukunft Vergangenheit. Die slowenische politische Arena nähert sich dem US-Modell des permanenten Konflikts zwischen Republikanern und Demokraten an, in dem Politik immer weniger Raum für die Verwaltung des Gemeinsamen und immer mehr zur Bühne für Identitätskämpfe wird. … [Angesichts der großen Herausforderungen] wird die Führung der künftigen Regierung so kompliziert wie eine Fahrt durch die Straße von Hormus. ... Deshalb kann es sich es das Land nicht leisten, dass sein Kurs allein von einem alten Streit zwischen zwei Politikern bestimmt wird.“

Blog Damijan (SI) /

Deutlicher Rechtsruck

Wirtschaftsprofessor Jože P. Damijan analysiert:

„Beim Blick auf das Wahlergebnis zeigt sich ein massiver Rechtsruck des politischen Spektrums. ... In Zahlen fällt dieser stärker aus, als es die Umfragen erwarten ließen. Während bei den Wahlen 2022 das Kräfteverhältnis deutlich zugunsten der Parteien der linken Mitte ausfiel, zeigen die Daten für das Jahr 2026 eine deutliche Stärkung des Blocks der rechten Mitte und eine gleichzeitige Schwächung der linken Mitte. Diese Veränderung ist nicht nur aus Sicht der Koalitionsarithmetik von Bedeutung, sondern hat auch direkte Auswirkungen auf die Entwicklungsprioritäten des Landes, das Investitionsklima und die Gestaltung der öffentlichen Politik.“