Griechenland und Türkei: Gespräch auf höchster Ebene

Am Mittwoch hat Griechenlands Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis den türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdoğan in Ankara besucht. Bei dem lange aufgeschobenen Treffen wurden mehrere Vereinbarungen unterzeichnet. Territoriale Spannungen in der Ägäis und die ungelöste Zypernfrage belasten das Verhältnis jedoch weiterhin. Die griechische Presse betont, dass die Beziehungen noch immer heikel sind.

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Liberal (GR) /

Nur starke Partner können profitieren

Es liegt im Interesse Griechenlands, mit der Türkei zu verhandeln, betont das Webportal Liberal und schreibt:

„Wir sollten uns daran erinnern, dass Deutschland und Frankreich einst große Feinde waren und heute zwei wichtige Verbündete sind, die Europa gemeinsam führen. Griechenland und die Türkei können derzeit nichts Vergleichbares versprechen. Aber beide Länder können von einer besseren Beziehung untereinander nur profitieren. Griechenland kann mit einer verantwortungsbewussten politischen Führung seine vitalen Interessen wahren. Wenn dies geschieht, fällt alles andere leichter. Denn ansonsten wird der Schwache zur leichten Beute für die Raubtiere. Nun, unter Kyriakos Mitsotakis, ist Griechenland aber nicht schwach.“

Eleftheros Typos (GR) /

Mitsotakis zeigt klare Kante

Auch Eleftheros Typos lobt den griechischen Ministerpräsidenten:

„Nie zuvor hat ein griechischer Premierminister so klar und deutlich bei einem Besuch in der Türkei die Aufhebung des Casus belli gefordert [Ankara betrachtet seit 1995 eine mögliche Ausweitung griechischer Hoheitsgewässer als Kriegsgrund]. Weder seine Vorgänger, die ihn kritisieren, noch sonst jemand hat jemals einen solchen Schritt unternommen, und das zeigt, wie wichtig es ist, dass Griechenland weiterhin mit der Türkei diskutiert, ohne auch nur die geringsten Zugeständnisse zu machen und stets seine berechtigten Forderungen zu stellen. Doch hat die Isolation, die manche predigen, niemandem etwas Gutes gebracht.“