Britische Ex-Ministerin Ann Widdecombe ermordet
Im Mordfall Ann Widdecombe, die am 9. Juli mit schweren Kopfverletzungen in ihrem Haus aufgefunden worden war, geht die Polizei nicht von einem politischen Motiv aus. Widdecombe, in den 1990er-Jahren Ministerin für die Konservativen, war zuletzt bei der rechtspopulistischen Reform UK aktiv. Sie fiel immer wieder mit extremen Aussagen auf, etwa, als sie den Brexit mit einem Aufstand von Sklaven gegen ihre Herren gleichstellte.
Sie nahm kein Blatt vor den Mund
The Daily Telegraph erinnert an eine extreme, aber unverfälschte Politikerin:
„Was an Ann Widdecombe am meisten beeindruckte, war ihre absolute Freimütigkeit und Unbestechlichkeit. Kolumnisten mochten sich über ihre selbst eingestandene Jungfräulichkeit und ihre aus der Zeit gefallenen, kompromisslosen Ansichten lustig machen, doch in einer Ära politischer Meinungsinszenierung wurde sie dafür geschätzt, dass sie genau das sagte, was sie dachte.“
Personenschutz ernst nehmen
Der Staat muss für die Sicherheit von Politikern sorgen, fordert The Spectator:
„Es wäre wünschenswert, wenn die politischen Parteien nicht in einen Wettbewerb darüber treten würden, wer die meisten Morddrohungen erhält, sondern diesen Mord – sofern ein politisches Motiv vorliegt (was bislang nicht bewiesen ist) – als Angriff auf die Demokratie und nicht auf einzelne Parteien verstehen würden. Farage stand zwischenzeitlich unter Personenschutz, der aufgehoben wurde. Als ihm erneut mit Tasern ausgerüstete Beamte angeboten wurden, lehnte sein Team das ab, weil man sein Leben nicht in die Hände von Sicherheitskräften legen wollte, die nach Gutdünken wieder abgezogen werden könnten. Es scheint offensichtlich, dass der Schutz von regelmäßig bedrohten Politikern Aufgabe des Staates sein sollte.“