Russisch-estnische Grenze: Chaotische Zustände

Der Grenzübergang nach Russland im estnischen Narva darf nur noch tagsüber von 7 bis 19 Uhr und von Fußgängern benutzt werden. Eine lange Warteschlange unter freiem Himmel ist die Folge – und wird von Einheimischen genutzt, um dort Warteplätze zu verkaufen. Da es dabei auch zu Auseinandersetzungen kommt, debattiert die Landespresse, was zu tun ist.

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Postimees (EE) /

Grenzschließung würde für Ordnung sorgen

Postimees ruft dazu auf, die Grenze zu Russland ganz dicht zu machen:

„Die Grenze zu Russland ist weder ganz geschlossen noch ganz offen. Menschen aus anderen Ländern, etwa aus Finnland, wissen, dass man über Estland nach Russland gelangen kann, und kommen deshalb zum Grenzübergang. ... Der halboffene Grenzübergang hat in Narva eine gewisse Anarchie verursacht, die von der estnischen Staatsmacht nicht kontrolliert wird. Rund um den Grenzübergang haben selbsternannte Organisatoren die Macht übernommen, die mit Warteplätzen schwarze Geschäfte betreiben. ... Die vernünftigste Lösung wäre, diesem Missstand ein Ende zu setzen und die Grenze zu Russland nach finnischem Vorbild vollständig zu schließen.“

Delfi (EE) /

Keine Demütigungen zulassen

Delfi beklagt ein Versagen der Behörden:

„Estland hat zugelassen, dass auf seinem Territorium eine Blase entstanden ist, in der die elementarsten humanitären Grundsätze missachtet werden. ... Das Herumschubsen von Menschen in Narva bietet zudem hervorragendes Material für Kreml-Propagandisten. ... Es ist geradezu ein Wunder, dass davon bisher so wenig Gebrauch gemacht wurde. Estland darf so etwas nicht zulassen. Wenn die Grenze überhaupt offen sein muss – was aus humanitären Erwägungen verständlich sein mag –, dann muss so gehandelt werden, dass Menschen zumindest auf estnischem Territorium beim Grenzübertritt nicht gedemütigt werden.“