Türkei und Griechenland: Meeresparks als Machtprobe?

In der Inselwelt der Ägais gibt es einen neuen Streitpunkt zwischen den beiden Anrainern: Griechenland hat im Juli 2025 zwei Meeresschutzparks im Ionischen und im Ägäischen Meer ausgerufen. Nun zog die Türkei mit zwei eigenen Meeresparks nach. Athen protestiert, die türkischen Schutzgebiete überschritten türkische Hoheitsgewässer und zielten darauf, die Ägäis zu zerteilen.

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HuffPost Greece (GR) /

Eigene Gewässer rechtlich ausweiten

Journalist Konstantinos Kousantas fordert im Webportal HuffPost Greece von Athen ein entschlosseneres Vorgehen:

„Falls die Absicht der Türkei, die Doktrin der 'Blauen Heimat' im Oktober rechtlich zu verankern, umgesetzt wird, wird vor Ort ein handfester Streit um die Hälfte der Ägäis beginnen – mit unvorhersehbaren Folgen. Denn es würde zu einem Konflikt zwischen den ausführenden Staatsgewalten beider Länder kommen. ... Solange unser Land die Ausdehnung seiner Hoheitsgewässer überall von sechs auf zwölf Seemeilen hinauszögert, verzichtet es auf eine historische und einmalige Gelegenheit, Griechenlands Souveränität in der griechischen Ägäis auf 73 Prozent rechtlich abzusichern.“

Yetkin Report (TR) /

Keine hoheitlichen Ansprüche

Athens Empörung über die türkischen Parks geht zu weit, erklärt der ehemalige Diplomat Hasan Göğüş in Yetkin Report:

„Es sei daran erinnert, dass weder die Veröffentlichung einer maritimen Raumplanungskarte noch die Ausrufung eines Meeresparks für sich genommen nach dem öffentlichen Seerecht eine Seehoheitszone schafft. Doch aufgrund der erfassten Fläche verleiht sie dem Staat über verwaltungstechnische und wissenschaftliche Maßnahmen ein souveränes Handlungsrecht. ... Während die Griechen zur Ruhe mahnen, nur ja keine Wellen zu machen, versuchen sie zugleich selbst, das Wasser aufzuwühlen.“