Schweden: Ministerpräsidentinnenwahl gescheitert

Nach den Parlamentswahlen vor gut vier Wochen ist die Vorsitzende der schwedischen Sozialdemokraten, Magdalena Andersson, bei der Wahl zur Ministerpräsidentin am Donnerstag gescheitert. Schwedens Presse fragt sich, ob es Neuwahlen geben wird, denn das Parlament hat nur vier Versuche.

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Svenska Dagbladet (SE) /

Zu viele rote Linien

Die Sozialdemokraten haben zu wenig getan, um andere Parteien ins Regierungsboot zu locken, urteilt Kolumnistin Hanne Kjöller in Svenska Dagbladet:

„Nun müssen wir alle die Konsequenzen dafür tragen, dass die Mehrheit Parteien gewählt hat, die während des gesamten Wahlkampfs entweder hier und da rote Linien gezogen haben oder sich zurückgelehnt und gesagt haben, dass sich die Frage der Regierungsbildung schon von selbst lösen werde. ... Ich stimme Simona Mohamsson (Liberale) voll und ganz zu, wenn sie sagt, dass es nicht ihre Aufgabe ist, Magdalena Andersson dabei zu helfen, Parteien zusammenzukratzen, die sich gegenseitig ertragen. ... Wie man sich bettet, so liegt man, wie man so schön sagt.“

Göteborgs-Posten (SE) /

Es braucht wohl mehr Druck

Göteborgs-Posten hofft, dass sich die Parteien langsam des Ernsts der Lage bewusst werden:

„Bislang kann man nur darüber spekulieren, wie die Regierungsbildung ausgehen wird. Klar ist, dass sich die Lage wohl erst dann klären wird, wenn die Gefahr von Neuwahlen bei der dritten oder vierten Abstimmung über den Ministerpräsidenten wirklich greifbar wird. Klar ist auch, dass sich die Linkspartei nicht in derselben Weise unterordnen wird wie vor acht Jahren. Umso unklarer ist es, wo die Zentrumspartei letztendlich landen wird. Die Frage ist, ob sie das überhaupt selbst derzeit wissen.“