Ein Berufungsgericht hat die Verurteilung der französischen Rechtspopulistin Marine Le Pen wegen Veruntreuung von EU-Geldern bestätigt. Die Sperre für öffentliche Ämter wurde verkürzt, sodass sie an der Präsidentschaftswahl 2027 teilnehmen kann. Von der dreijährigen Haftstrafe werden zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Im verbleibenden Jahr müsste sie eine Fußfessel tragen. Le Pen will in Revision gehen und kündigte an, "ohne Fußfessel" kandidieren zu wollen.
Russische Sportler dürfen wieder an den Olympischen Spielen und den zur Qualifikation notwendigen Wettbewerben teilnehmen. Das entschied das Internationale Olympische Komitee (IOC) am Dienstag. Noch offen ist, ob die Athleten in Los Angeles 2028 wieder unter der russischen Flagge starten dürfen. Für Kommentatoren unabhängig davon ein fatales Signal.
In Ankara haben sich die Staats- und Regierungschefs der Nato-Mitgliedsländer getroffen. Auch der ukrainische Präsident Selenskyj war zu Gast und bekräftigte den Wunsch, dass sein Land in die Nato aufgenommen werde. Angesichts der Herausforderungen, vor der die Nato steht, ziehen manche Kommentatoren eine erste positive Zwischenbilanz des Gipfels.
Die Türkei zelebriert den Nato-Gipfel in Ankara mit gehörigem Aufwand. Besonders pompös fiel der Empfang von Donald Trump aus. Der amerikanische Präsident hatte zuvor durchblicken lassen, er komme nur wegen seines 'Freunds Erdoğan' zu dem Bündnistreffen. Die Medien nehmen das zum Anlass, die Bedeutung des Gastgeberlandes für die USA wie Europa zu bewerten.
Der britische Nationalpopulist Nigel Farage hat seinen Rücktritt als Unterhaus-Abgeordneter verkündet. Damit reagiert der Chef der Partei Reform UK auf Berichte über nicht öffentlich gemachte Spenden und Dienstleistungen in Millionenhöhe. Farage sieht seinen Schritt jedoch nicht als Schuldeingeständnis: Er will nun bei der Nachwahl in seinem Wahlkreis erneut antreten.
Im Berufungsprozess gegen Marine Le Pen wird am heutigen Dienstag das Urteil erwartet. Ein Pariser Gericht muss entscheiden, ob es das Urteil der ersten Instanz bestätigt und Le Pen für schuldig erklärt, EU-Gelder veruntreut zu haben. Neben einer Freiheits- und einer Geldstrafe wurde Le Pen im Frühjahr 2025 für fünf Jahre von Wahlen ausgeschlossen.
Premierminister Péter Magyar hat im Rahmen geplanter Verfassungsänderungen vorgeschlagen, ab der nächsten Wahl 2030 die Amtszeit eines Abgeordneten auf höchstens zwölf Jahre zu begrenzen. Dabei werden auch die bereits im Parlament verbrachten Jahre angerechnet. Ein Großteil der derzeitigen Abgeordneten der Fidesz-Partei von Viktor Orbán könnte dann künftig nicht mehr kandidieren.
Der US-Stürmer Folarin Balogun hatte eine rote Karte bekommen, doch die Fifa hat die damit üblicherweise verbundene Sperre für das folgende Achtelfinal-Spiel gegen Belgien wieder aufgehoben. Donald Trump sagte, er habe Fifa-Boss Gianni Infantino darum telefonisch gebeten. Dieser bestätigte den Anruf, beharrte aber darauf, dass die Entscheidung unabhängig getroffen wurde. Die mediale Fußballwelt wittert Foulspiel auf höchster Ebene.
Seit diesem Montag gibt es in Ungarn keine gedruckte politische Tageszeitung mehr. Die der früheren Fidesz-Regierung nahestehende Zeitung Magyar Nemzet erscheint künftig nur noch als Wochenzeitung. Auch die linksgerichtete Tageszeitung Népszava stellt nun ihre tägliche Printausgabe ein. Népszava wurde in den vergangenen Jahren dafür kritisiert, dass sie unter der Orbán-Regierung staatliche Werbeanzeigen erhielt. Diese fielen nach dem Regierungswechsel weg.
Die Inhaftierung des Stand-up-Comedians Deniz Göktaş erregt die Türkei: Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Verunglimpfung religiöser Werte und Präsidentenbeleidigung vor. Ein Video seines letzten Auftritts hatte letzte Woche etwa zehn Millionen Aufrufe erzielt. Göktaş wies vor Gericht die Vorwürfe zurück und sprach von Satire. Sein Anwalt kritisierte, die Ermittler hätten Passagen aus dem Zusammenhang gerissen.
Die Spitzen von Union und SPD haben sich in Berlin auf ein umfangreiches Reformpaket verständigt: 34 Punkte in Bereichen wie Steuern, Rentensystem, Arbeitsrecht, Innovation und Bürokratieabbau sollen die Wirtschaft ankurbeln und die Gesellschaft stabilisieren. "Wir wollen Deutschland wieder flottkriegen", so Bundeskanzler Friedrich Merz. Die Medien kommentieren den Rundumschlag.











