Neuer Stern am Tennishimmel - Ruhm für Rumänien?

Die 18 Jahre alte Bianca Andreescu hat im Finale des Tennisturniers von Indian Wells die viel erfahrenere deutsche Spielerin Angelique Kerber besiegt. Die Tenniswelt hat damit einen neuen Star und auch die rumänische Öffentlichkeit möchte vom Ruhm etwas abhaben - denn Andreescu ist zwar Kanadierin, doch ihre Eltern sind Rumänen. Die Presse streitet nun darüber, ob das zulässig ist.

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Ziare (RO) /

Das ist kein rumänischer Sieg

Rumänien hat es nicht verdient, die Lorbeeren zu ernten, wettert ziare.com:

„Andreescu konnte wachsen, wichtige Juniorenwettkämpfe und jetzt Seniorenturniere mit entscheidender Unterstützung der Kanadier gewinnen. Ohne die Kanadier hätte sie fast null Perspektiven gehabt. ... Tennis ist ein extrem teurer Sport und Rumänien unterstützt auf keinste Weise junge Menschen mit solchen Karrierewünschen. Die ganz wenigen, die es schaffen, haben sich den Erfolg zusammen mit ihrer Familie selbst verdient. Bianca zu beanspruchen, mit ihrem Erfolg zu prahlen: Das ist der ultimative Beweis der Scheinheiligigkeit eines Volkes, das Idole nur dann hat, wenn sie auf dem Podium stehen.“

Gazeta Sporturilor (RO) /

Natürlich ist Bianca eine von uns

Haargenau untersucht Gazeta Sporturilor die Herkunft der jungen Sportlerin und folgert:

„Andreescu ist keine Spielerin rumänischer Abstammung. Das wäre der Fall gewesen, wenn sie nur eine vage Verbindung zu dem Land gehabt hätte, wie etwa einen in Botoşani geborenen galizischen Großvater. ... Bianca ist aber einfach eine in Kanada geborene Rumänin. Ihre rumänischen Eltern brachten sie für die ersten Lebensjahre nach Rumänien, wo sie Tennis lernte, bevor sie zusammen nach Übersee zogen. Dort bekam sie den Schliff als Mensch und Spielerin. Sie ist kanadische Staatsangehörige, ihre Papiere und ihre Gefühle sind in Ordnung. Andreescu verneint ihre Wurzeln nicht - sie richtete in Indian Wells einfache und spontane Worte an das Publikum, das die Trikolore schwenkte.“