Der wegen Plagiatsvorwürfen und offenbar unstimmigen biografischen Angaben Anfang August zurückgetretene Cambridge-Professor Jason Arday ist am Freitag in London tot aufgefunden worden. Der Bildungssoziologe war 2023 mit 37 Jahren der jüngste schwarze Professor der Eliteuniversität geworden. Ihr Rektor Chris Smith sprach von einer "rassistischen Hetzjagd" im Zusammenhang mit den gegen Arday erhobenen Vorwürfen.

Angesichts von Rekordtemperaturen, Dürre und Waldbränden werden in Europa die Rufe nach konkreten Maßnahmen gegen den spürbarer werdenden Klimawandel lauter. In Tschechien wurde die Nationale Koalition gegen Dürre wieder einberufen und Premier Babiš kündigte 20 neue Staudämme an. Berlin diskutiert über einen Hitzeschutz-Aktionsplan. Auch Europas Presse sammelt Vorschläge.

Der britische Nationalpopulist Nigel Farage hat die von ihm nach Korruptionsvorwürfen selbst initiierte Nachwahl in seinem Wahlkreis Clacton in Essex mit 63 Prozent der Stimmen gewonnen. Allerdings hatten alle großen Parteien aus Protest keine Gegenkandidaten aufgestellt. So avancierte der als "Count Binface" antretende Komiker Jon Harvey zum einzigen gewichtigen Gegner. Die Medien analysieren die Wahl-Farce dennoch mit dem gebotenen Ernst.

Nach fast drei Jahren hat die schwedische Gewerkschaft IF Metall ihren Arbeitskampf gegen den US-Automobilhersteller Tesla eingestellt. Dieser hatte sich geweigert, wie in Schweden üblich ein Tarifabkommen zu unterzeichnen. Nun wurden die etwa 80 streikenden Mitarbeiter von dem Konzern offenbar mit Abfindungen aus ihren eigenen Jobs "herausgekauft".

Seit fünf Jahren herrschen die Taliban wieder über Afghanistan. Die Führungsriege beging den Jahrestag mit einem Festakt vor der ehemaligen US-Botschaft, doch der Großteil der Bevölkerung hat keinen Grund zum Feiern: Millionen hungern und Frauen werden zudem systematisch vom öffentlichen Leben und Bildung ausgeschlossen, sogar Singen ist ihnen verboten. Mehrere EU-Staaten schieben Flüchtlinge inzwischen wieder nach Afghanistan ab.

Russlands Invasion in der Ukraine ist am Boden ins Stocken geraten – und auch die russische Wirtschaft leidet zusehends unter dem Krieg. Kyjiw meldet seinerseits die Rückeroberung von 745 Quadratkilometern ukrainischen Gebiets seit Jahresbeginn. Vor diesem Hintergrund wird in Moskau immer intensiver über die Notwendigkeit einer neuen Mobilmachung gesprochen – allerdings kaum vor der Mitte September anstehenden Duma-Wahl. Was würde das bedeuten?

Die USA setzen nun statt militärischer Aktionen offenbar auf wirtschaftlichen Druck, um den Iran zu Zugeständnissen zu zwingen. Die für die Weltwirtschaft relevante Straße von Hormus ist weiterhin nicht frei. Vizepräsident Vance nannte einen niedrigen Ölpreis als derzeit wichtigstes Ziel im Krieg gegen den Iran. Kommentatoren analysieren eine Schwächung der USA.

Staubtrockene Böden, vertrocknete Pflanzen – und in der Folge magere Ernten und nicht genug Futter für die Tiere: Hitze und Dürre dieses Rekordsommers setzen der Landwirtschaft in Europa heftig zu. So verringern viele Bauern bereits ihre Viehbestände. Die Medien diskutieren, ob staatliche Hilfen Rettung bringen und wie der Agrarsektor dem Klimawandel begegnen kann.

Der Besuch des russischen Präsidenten Wladimir Putin auf der Kurilen-Insel Iturup (Japanisch: Etorofu) im Nordpazifik hat in Japan scharfen Protest ausgelöst. Tokio beansprucht die vier südlichen Kurileninseln seit Ende des Zweiten Weltkriegs für sich – ebenso Moskau, unter dessen Verwaltung sie stehen. Laut der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass war es Putins erste Reise auf die Kurilen. Kommentatoren ordnen ein.

Das türkische Parlament hat am Montag ein Gesetz verabschiedet, das dem jahrzehntelangen blutigen Konflikt mit der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK ein Ende setzen soll. Es soll aber erst in Kraft treten, nachdem die PKK aufgelöst und vollständig entwaffnet worden ist. Danach kann es sogar zur Freilassung von PKK-Mitgliedern kommen. Kommentatoren sind vorerst skeptisch.

In Rumänien werden sieben Personen verdächtigt, das Team eines Rettungswagens mit Knüppeln, Äxten und Steinen angegriffen zu haben. Zuvor hatte sich auf Tiktok eine Falschmeldung verbreitet, wonach Kindesentführer als Rettungsteam getarnt unterwegs sein sollen. Rumänische Medien schwanken zwischen Wut und Ernüchterung.

Erstmals seit 20 Jahren hat Europa eine Sonnenfinsternis erlebt, die in Teilen des Kontinents sogar total war. Millionen Menschen hatten sich mit Brillen und Kameras sowie in vielen Fällen einem Picknick gewappnet, um gemeinsam das Himmelsspektakel zu erleben. Europäische Medien kommentieren ungewohnt philosophisch.

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