Iran-Krieg: USA ausgepowert?

Die USA setzen nun statt militärischer Aktionen offenbar auf wirtschaftlichen Druck, um den Iran zu Zugeständnissen zu zwingen. Die für die Weltwirtschaft relevante Straße von Hormus ist weiterhin nicht frei. Vizepräsident Vance nannte einen niedrigen Ölpreis als derzeit wichtigstes Ziel im Krieg gegen den Iran. Kommentatoren analysieren eine Schwächung der USA.

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Athens Voice (GR) /

Das Vakuum wird gefüllt

Athens Voice beschreibt Auswirkungen der Schwäche der USA:

„Die wichtigsten Akteure im Nahen Osten wurden von der diplomatischen, aber auch der militärischen Unzulänglichkeit der USA überzeugt, zumindest was die operative Effektivität sowie die strategischen Entscheidungen des amerikanischen Militärapparats betrifft. Dieses Gefühl der Unsicherheit sowie die Erkenntnis, dass der militärische Arm der USA nicht so effektiv ist oder zumindest nicht von seiner Wirksamkeit überzeugen kann, hat mittlere Kräfte im Nahen Osten dazu gezwungen, sich alternativen Lösungen für die regionale Sicherheit zuzuwenden.“

Népszava (HU) /

Europa kommt wieder einmal zu spät

Die sich wandelnden Machtverhältnisse stellen auch Europa vor eine Herausforderung, meint Népszava:

„Im Nahen Osten entsteht eine Ordnung, in der die USA zwar weiterhin eine Großmacht bleiben, aber nicht mehr alle Wege über Washington führen. Trump bekommt genau das, was er schon lange gefordert hat: Die Verbündeten übernehmen mehr Verantwortung. Damit vergrößern sie jedoch auch ihren eigenen Handlungsspielraum. Und Europa reagiert wieder einmal zu spät. Dabei betreffen die Veränderungen in der Region direkt die Energiepreise, den Handel, die Migration und die Sicherheit des Kontinents.“

Berlingske (DK) /

Der gesamte Westen ist geschwächt

Dass die Bestände an hochtechnologischen Waffen in den USA infolge des Kriegs ausgedünnt und nicht schnell wieder aufzufüllen sind, kratzt nicht nur am amerikanischen Abschreckungspotenzial, betont Berlingske:

„Europa muss einmal mehr erkennen, dass massive Aufrüstung leichter gesagt als getan ist. Europa ist der weltweit größte Waffenimporteur und fast die Hälfte der Waffen stammt aus den USA. Nun kommt es in mehreren Ländern aufgrund des akuten Eigenbedarfs der USA zu Lieferverzögerungen. Der Iran-Krieg hat somit gezeigt, dass selbst eine militärische Supermacht wie die USA nicht über unbegrenzte Ressourcen verfügt. Dies ist nicht nur ein Problem für die Vereinigten Staaten, sondern für den gesamten Westen.“