Tut Großbritannien genug gegen Antisemitismus?
Nach einer Messerattacke auf zwei Juden am Mittwoch in London will die britische Regierung 25 Millionen Pfund für den Schutz jüdischer Einrichtungen bereitstellen. Innenministerin Shabana Mahmood erklärte, sie stufe den Antisemitismus im Land als Notfall und als akutes Sicherheitsproblem ein. Seit dem Beginn des Gaza-Kriegs nach dem 7. Oktober 2023 hat die Zahl antisemitischer Vorfälle in Großbritannien massiv zugenommen.
Effektive Reformen sind geboten
Großbritannien darf seine besten Traditionen nicht verraten, mahnt The Daily Telegraph:
„Der Angriff auf Juden in Golders Green [Londoner Stadtteil] kann nicht losgelöst von der Hetze und den Lügen betrachtet werden, die von einigen Politikern übersehen oder sogar gefördert wurden. ... Die Regierung muss dringend eine wirksame Strategie zur Bekämpfung des Extremismus vorlegen und umsetzen. Diese Reformen müssen Biss haben, und es müssen unverzüglich Maßnahmen gegen diejenigen ergriffen werden, die extremistische Narrative verbreiten. ... Ein Großbritannien, in dem sich jüdische Menschen nicht sicher fühlen und nicht das Gefühl haben, den vollen Schutz des Gesetzes zu genießen, ist ein Land, das seine besten Traditionen verrät.“
Wo bleiben die Massendemonstrationen?
Die britische Gesellschaft sollte allen bedrohten Minderheiten zur Seite stehen, fordert The Guardian:
„Jetzt gilt es Stellung gegen Antisemitismus und für die britischen Juden zu beziehen. Das hätte längst geschehen müssen. Es hätte bereits für dieses Wochenende zu einer Massendemonstration in London aufgerufen werden sollen, um klarzumachen, dass die Menschen in diesem Land, ungeachtet ihrer unterschiedlichen Ansichten zum Nahen Osten, tödliche Angriffe auf eine ethnische Minderheit zurückweisen und verurteilen und diejenigen isolieren und ächten, die solche Gewalt in Erwägung ziehen oder verteidigen. Dass dies ausgeblieben ist, ist ein Armutszeugnis für all jene, die behaupten, der Kampf gegen Rassismus sei ihr Hauptanliegen.“