9. Mai: Moskauer Parade ohne Panzer und Raketen

Am 9. Mai wird in Russland traditionellerweise eine Militärparade abgehalten, um den Sieg über Nazi-Deutschland 1945 zu feiern. Erstmals soll sie in diesem Jahr ohne schweres Kriegsgerät stattfinden. Die Vorführung entfalle wegen der "operativen Lage", teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Hintergrund ist wohl die Sorge vor Drohnenangriffen aus der Ukraine.

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Glavkom (UA) /

Sicherheit nicht mehr garantiert

Politologe Ihor Petrenko erörtert in einem von Glavkom übernommenen Facebook-Post:

„In dieser Woche hat das Institute for the Study of War einen wichtigen Aspekt hervorgehoben: Erstmals seit Beginn des Krieges hat Putin persönlich Angriffe auf russische Ölraffinerien kommentiert. Zuvor hatte Moskau solche Vorfälle ignoriert oder bestritten, weil sie das propagandistische Narrativ untergraben. Nun war eine Reaktion unvermeidlich. ... Im vergangenen Jahr wurden vor dem 9. Mai rund 280 Luftabwehrsysteme nach Moskau verlegt, teils aus entlegenen Regionen. In diesem Jahr jedoch – nachdem ukrainische Drohnen regelmäßig Ziele in mehr als 1500 Kilometern Entfernung von der Grenze treffen – bietet selbst das keine Garantie mehr.“

Mykola Knjaschyzkyj (UA) /

Nervöser Kremlchef

Der Parlamentsabgeordnete Mykola Knjaschyzkyj schreibt auf Facebook:

„Im Jahr 2023 fand die Parade nur wenige Tage nach Drohnenangriffen auf den Kreml statt. In Erinnerung blieb diese Parade durch die Teilnahme eines aus dem Museum geholten T-34-Panzers sowie durch die Instrumentalisierung der Präsidenten Tadschikistans, Turkmenistans und einiger anderer Länder als eine Art 'lebender Schutzschild'. Da derzeit ganz Russland brennt – von der Ostsee bis zum Ural – dürfte es diesmal kaum gelingen, unter den ausländischen Staats- und Regierungschefs jemanden zu finden, der Putin mit seiner Anwesenheit 'deckt'. Alle Hoffnungen ruhen auf Fico. Genau deshalb hat Putin Trump angerufen – damit dieser als Sicherheitsgarant auftritt und die Ukraine für einen bestimmten Zeitraum von Angriffen auf Russland absieht.“

Új Szó (SK) /

Ficos Teilnahme ist schwer zu verstehen

Man kann nur rätseln, warum der slowakische Regierungschef nach Moskau reisen will, meint Új Szó:

„Es ist nur schwer nachvollziehbar, warum der slowakische Ministerpräsident so sehr an der Reise nach Moskau festhält und was ihn tatsächlich motiviert. Möchte er unbedingt bei der Parade oder in der Ehrenloge neben einigen zentralasiatischen Diktatoren erscheinen? Handelt es sich in Wirklichkeit um eine Phase stiller wirtschaftlicher Kontaktpflege, bei der der Regierungschef im Verborgenen über Investitionen verhandeln würde? Ist das nichts weiter als eine Geste gegenüber dem russlandfreundlichen Teil der slowakischen Gesellschaft? Oder geht es tatsächlich um eine prinzipielle Frage, und ist es dem slowakischen Premier so wichtig, seinen Respekt für die Befreiung des Landes [im Zweiten Weltkrieg] zu zeigen?“