Nordkorea: Kim Jong-un empfängt Xi Jinping

Chinas Staatschef Xi Jinping hat Nordkorea einen zweitägigen Besuch abgestattet. Egal, wie sich die internationale Lage ändere, werde China an der traditionellen Freundschaft mit Nordkorea festhalten, erklärte Xi bei einem Treffen mit Kim Jong-un in Pjöngjang. Kommentatoren beleuchten das Beziehungsgeflecht der beiden Länder.

Alle Zitate öffnen/schließen
La Repubblica (IT) /

Zu gute Freunde von Putin

Xi sieht die Annäherung zwischen Russland und Nordkorea kritisch, erklärt La Repubblica:

„Seit sieben Jahren hatte Xi Jinping keinen Fuß mehr nach Nordkorea gesetzt. Nun tut er dies mit einem ganz bestimmten Ziel: Er will versuchen, Chinas Einfluss auf ein selbstbewussteres 'Eremitenreich' zu bekräftigen, das sein Atomarsenal drastisch ausgebaut hat und sich in den letzten Jahren Moskau sehr – für die Chinesen zu sehr – angenähert hat. Xi wollte Kim Jong-un und den Rest der Welt daran erinnern, dass Peking nach wie vor der wichtigste politische Unterstützer und wirtschaftliche Rettungsanker Pjöngjangs ist. Dass es China ist, das weiterhin alle komplizierten Fäden in diesem Teil Asiens ziehen will.“

Jutarnji list (HR) /

Komplizierte Mission

Jutarnji list analysiert:

„Kim braucht dringend chinesische Hilfe, weshalb er akzeptieren müssen wird, die starken Beziehungen zu Russland etwas abzuschwächen. ... Man kann von einem gewissen Versuch Xis sprechen, Kim eine Doktrin der begrenzten Souveränität aufzwingen zu wollen, um der Region und der Welt zu beweisen, dass er ihn unter Kontrolle hat und man sich vor seiner kriegerischen Rhetorik und Taten nicht fürchten muss. Nicht klar ist, inwieweit Xi damit Erfolg haben wird, denn Kim ist sich bewusst, dass China sich den Sturz seines Regimes nicht erlauben kann, da dies die USA direkt an die [chinesische] Grenze bringen würde.“