Kasachstan fordert Putin zu Waffenstillstand auf
Eigentlich gilt Kasachstan als stiller Verbündeter Russlands. Doch nun hat der kasachische Präsident Kassym-Schomart Tokajew Kremlchef Wladimir Putin zu einem Stopp der Kämpfe in der Ukraine aufgefordert. Bei einem Gipfel in Omsk schlug er im Beisein Putins ein "Einfrieren" des Konflikts vor. Dabei sagte er auch, die Ursachen des für beide Parteien höchst verlustreichen Krieges seien nicht nachvollziehbar.
Schallende Ohrfeige
Tokajew hat seinen russischen Amtskollegen öffentlich bloßgestellt, schreibt Journalist Dmitri Kolesew in einem von Echo übernommenen Telegram-Post:
„Im Endeffekt ergab sich eine höfliche Darlegung der These, dass Putins Angriff auf die Ukraine im Grunde eine Wahnsinnstat und seine persönliche Laune gewesen sei. Und dass es sich nicht um einen Krieg handele, der historisch bedingt und unvermeidbar gewesen wäre. ... Das war natürlich eine heftige Ohrfeige für Putin, der schon seit Jahren mit seinen 'Grundursachen des Konflikts' hausieren geht. Und nun diese öffentliche Zurechtweisung, direkt ins Gesicht gesagt: Es gab keine Grundursachen, Putin hat sie sich nur ausgedacht.“
Da hilft gutes Zureden nicht
Putin ist unbelehrbar, bedauert Večernji list:
„Wenn dich selbst wohlgesonnene Verbündete - wobei zu betonen ist, dass Tokajew auch zuvor schon manche Züge Moskaus kritisiert hat, was seine Position noch spezieller macht - warnen, dass der Weg, auf dem du beharrst, falsch ist und du die Richtung ändern solltest, dann würde jeder vernünftige Mensch wenigstens nochmal darüber nachdenken, bevor er weitermacht. Dies ist jedoch wenig wahrscheinlich und in Putins Fall wird der Verstand wohl nicht siegen. ... Den jetzigen Stand der Dinge zu akzeptieren, hieße, die Souveränität der Ukraine anzuerkennen, was einem Sieg der Ukraine und nicht Russlands gleichkäme. Das ist für Putin nicht annehmbar. ... Putin wird nicht stoppen, bevor er dazu gezwungen wird.“